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Avatar (nicht der "Last Airbender")
Heinzelgaenger:
sehr interessant was du sagst,
zunächst sagt dein älterer Post
--- Zitat ---"Das zeichnet ja Evergreens aus, das kommt nie wieder was Tolleres, Nur komplett "Neueres", also Anderes.
Daher wird es unter Garantie einen Avatarlike Film geben, der toller sein wird (wobei ich die Trilogie als Einheit betrachten werde)."
--- Ende Zitat ---
Stimmt nicht so ganz, es reicht, wenn eine Botschaft besonders stark und zu einem pasenden Zeitpunkt kommt.
Beides zeichnet Avatar definitiv aus.
Ausserdem, fast jeder Klassiker Film hat auch eine Nachahmungswelle, schon alleine deswegen würde ja dann der Evergreen schlechter werden müssen.
Die Filme, die ich wegen ihrer Andersartigkeit schätze, werden gemeinhin vielleicht als Kultfilm , teilsweise soages als bizarrer Trash angesehen, das macht sie aber nicht per se zu Evergreens- Beipiele: Memento, Das Wunder von Macon ;
allerhöchstens trifft das auf Blair Witch Project zu, aber der wird auch nicht wirklich als Klassiker oder Evergreen bezeichnet.
Avatar könnte aber dennoch zum Meilenstein avancieren, er macht einige Dinge exrem gut:
Sein Blick auf den edlen Wilden zwar scheint auf den ersten Blick normal, auf den zweiten Blick aber, und die meisten registrieren dass unbewusst, geht er sehr wohl ziemlich tief.
Der erwähnte USB-Stecker zB ist eine geniale Idee. Hier wird eine technologische Idee unserer Zeit biologisch verarbeitet und erklärt anschaulich , ohne viel Worte, einen Aspekt der Spiritualität der Navi.
Überhaupt die Kosmologie mit dem "borealen Netzwerk" und der enderen Verzahnung aller Lebewesen wirkt hier viel durchdachter als in anderen Pocahontas-Streifen.
Der "edle Wilde" ist hier erstmals im RECHT -ohne Kitsch. Wow.
Ausserdem hat Cameron, im Gegensatz zu allen anderen Entwürfen, eine weitere geniale Idee: das Avatar Programm mit dem behinderten Held.
Er löst damit so viele erzählerische Probleme en passant, spitzt die Dramatik viel härter und eleganter zu, kann viel symbolischer den finalen Akt inszenieren um von der drohenden Tragik schlussendlich ein "gutes Ende" zu finden, was mehr eine Lösung denn käsiges Happy End bedeutet
Das ist genial und anerkennenswert, auch wenn der Film einem nicht gefällt.
Falcon:
Ja, Cameron muss ein Filmgott sein.
Gut, das "Neuere" in meinem Quote war ja auch extrem interpretationsfrei gemeint. Natürlich war so gut wie Alles schonmal da. Das kann mit Neu also nicht gemeint gewesen sein. Wenn man das Vorhandene dann aber anders verpackt (Zeitgeist hast du ja schon genannt), dann wirkt das auch "Neu". Siehe z.b. Indiana Jones. Das es nun einen besseren Indy in derselben Verpackung gibt, der noch eindrücklicher ist, ist sehr unwahrscheinlich. Man könnte dasselbe aber in einer anderen (neuen) Verpackung womöglich nochmal versuchen mit ähnlichem Effekt.
Aber Avatar macht sich ja nicht mal die Mühe mit der Verpackung. Furry Fetische und Halo Sci-Fi Stil gibts schon lange. Das ist ja einfach nur 1:1 geklaut.
Aber ich sehe schon, daß du was anderes meinst, wenn du Memento erwähnst. Also wenn Avatar kein Evergreen aber ein Meilenstein wird (wobei man das auch kombinieren kann), dann allenfalls wegen der Technik, imho, nicht wegen des Inhalts. Nicht mal wegen des Designs.
Warum aber ein Evergreen durch eine amateurhafte Nachahmerwelle schlechter wird, ist mir nicht klar.
Die Gaiatheorie ist ja jetzt nicht besonder neu, und wenn du in diesem Film keinen abgrundtiefen und triefenden Ethnokitsch siehst, dann können wir uns über den Film eh nicht verständigen.
Wer schrieb das letztens?: Leute, die Avatar tief finden haben auch Windfänger auf der Veranda und Bilder mit springenden Delphinen vor einem lila Mond im Zimmer hängen.
Heinzelgaenger:
Hmm, ich wäre der letzte, der sich Windfänger oder ähnlichen Schmarrn kauft.
Ein Filmgott ist Cameron sicherlich, da er jetzt die #1&2 der dicksten Filme gedreht hat. Das ist eine enorme Leistung.
Meine Punkte, warum Avatar eben neue Aspekte & Dimensionen ausleuchtet und eben nicht einfach wiederkäut, steht in meinem letzten post.
Und die Furrykritik versteh ich auch nicht. Die müsste dich PeterJackson ja um so mehr gefallen lassen.
Agree to disagree also.
-Nacht.
Falcon:
wie gesagt, den Titanicerfolg kann ich mir nicht erklären. Meiner Meinung nach ziemliche Grütze.
Ich finds einfach überinterpretiert, was du schreibst.
Teylen:
--- Zitat von: Einzelgaenger am 27.01.2010 | 23:09 ---Stimmt nicht so ganz, es reicht, wenn eine Botschaft besonders stark und zu einem pasenden Zeitpunkt kommt.
--- Ende Zitat ---
Die Botschaft passt vom Zeitpunkt jedoch wesentlich besser in die 90ziger.
In denen es neben Klassiker auch eine ganz Welle an Filmen gab die es nach ahmten.
Da gab es Filme wie "Der mit dem Wolf tanzt", "Ferngully", "Pocahontas", "Gorilla im Nebel" und dergleichen mehr. In diesen Reigen fuegt sich Avatar ein ohne auch nur einen weiteren Aspekt zu ergaenzen. Selbst aus dem eigentlich guten Ansatz wie dem "USB-Stecker" wird nichts gemacht was in Pocahontas nicht schon an Ethno-Kitsch dagewesen waere.
Sie fuehlen sich mit der Natur und ihren Reittieren verbunden, Ende der Vorstellung / Auskostung der Moeglichkeiten.
Heisst inhaltlich ist Avatar nicht mehr als "Der mit Pocahontas im nebligen Ferngully tanzt".
Da inhaltlich die Originalitaet fehlt kann es auch keine Nachahmer geben.
--- Zitat ---Avatar könnte aber dennoch zum Meilenstein avancieren, er macht einige Dinge exrem gut:
--- Ende Zitat ---
Avatar macht, meiner Meinung nach, genau ein Ding extrem gut:
Er gewaehrt dem Massenpublikum [das sich fuer Coraline oder Up zu alt fuehlte] das erste grosse 3D Film Erlebnis und regnet das in einem realistisch wirkenden Effektfeuerwerk ab.
Titanic ist doch auch nicht beruehmt geworden weil Cameron dem bekannten Schiffsdrama irgendeinen einen neuen Aspekt haette abgeringen koennen, sondern weil er fuer damalige Verhaeltnisse so richtig fett mit CGI klotzte.
Selbst bei Jurassic Park war "Fett! Saurier" laenger das Thema als "oh welch interessanter Klon technischer Ansatz und welche Wissenschaftskritik". Obwohl die Story eine Idee kreativer war.
--- Zitat ---Der "edle Wilde" ist hier erstmals im RECHT -ohne Kitsch. Wow.
--- Ende Zitat ---
"Die edlen Wilden" haben und sind immer im Recht.
Seit sie von Karl May als Konzept erfunden wurden.
Von Pocahontas, Wolf taenzern, letzten Mohikanern und was sonst noch so ueber den Bildschirm flimmerte. Es gehoert zur Definition dazu. Auch das sie gewinnen. Haetten sie mal verloren, waere es etwas neueres. Wobei .. Last Samurai, verdammt.
Nu und allzulange bleibt der vermeintlich behinderte Held nicht beeintraechtigt.
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