Pen & Paper - Spielsysteme > Pathfinder/3.x/D20
Erst detect evil und dann totkloppen?
Asdrubael:
--- Zitat ---Die Gesinnung ist die durch Werte und Moral begrenzte Grundhaltung bzw. Denkweise eines Menschen, welche den Handlungen, Zielsetzungen, Aussagen und Urteilen des Menschen als zugrundeliegend betrachtet werden kann.
Ob die Gesinnung oder die Tat selbst die Sittlichkeit einer Handlung ausmacht, ist ein Problem der Ethik.
--- Ende Zitat ---
http://de.wikipedia.org/wiki/Gesinnung
aus dieser Definition schließe ich:
Gesinnung ist ungleich Handlung. Sprich ein von der Gesinnung her guter Charakter kann grundsätzlich genauso grausam sein, wie ein böser.
Grundlage der Zielsetzung mag die Gesinnung sein.. aber das sagt nicht darüber auch, ob ein Charakter seine Ziele auch preisgibt.
und tatsächlich finde ich den Satz "Ob die Gesinnung oder die Tat selbst die Sittlichkeit einer Handlung ausmacht..." schon fast eine eigene Kampagne wert.
Ich behaupte, dass die Gesinnung der innerste Kern des Wesens eines Charakters ist. Ein Paladin mit detect evil kann also durch alle Filter der Taten, der Verhaltensregeln und der Erziehung feststellen, was ein Wesen im tiefsten inneren bewegt.
Und darn sehe ich die wahre Schwierigkeit als Spieler oder SL das festzulegen.
Maarzan:
--- Zitat von: Tudor the Deadish am 26.08.2009 | 13:30 ---Böse heißt nicht, dass derjenige ein Arsch ist. Auch ein gutgesinnter Typ kann ein Arsch sein. Böse heißt nicht, unbeliebt zu sein. Es ist z.T. gerade das Erfolgsrezept der Bösen, dass sie einen auf "nett" machen.
--- Ende Zitat ---
Ich wollte auch eher darauf hinaus, dass sich ein und dieselbe Person gegenüber unterschiedlichen Gruppen völlig anders verhalten kann, und das nicht nur gespielt sondern auch unter maßgeblicher Investition.
Und verschiedene Gruppen haben völlig andere Vorstellungen, was denn nun böse ist.
Für den Kommi ist es eben kein Diebstahl oder Raub sondern soziale Umverteilung von ausbeutendem Kapitalist zum Bedürftigen, und je nach äußeren Umständen kann man das sogar nachvollziehen.
Tudor the Traveller:
--- Zitat von: Joe am 26.08.2009 | 16:40 ---Ich behaupte, dass die Gesinnung der innerste Kern des Wesens eines Charakters ist. Ein Paladin mit detect evil kann also durch alle Filter der Taten, der Verhaltensregeln und der Erziehung feststellen, was ein Wesen im tiefsten inneren bewegt.
Und darn sehe ich die wahre Schwierigkeit als Spieler oder SL das festzulegen.
--- Ende Zitat ---
Nur, wenn du das Pferd von hinten aufzäumst. Wenn du die Gesinnung als inneren Trieb betrachtest, dem der Handelnde nur mit erheblicher Überwindung zuwiderhadeln kann, wird es einfacher, weil sich im gesamten Handeln die Gesinnung widerspiegelt. So ist es m.E. falsch, jede Tat auf ihre Gesinnung zu prüfen; wenn man das macht, ist es kein Wunder, das man nie auf einen grünen Zweig kommt. Nur Taten, die offensichtlich einer bestimmten Gesinnung folgen*, müssen auf Einklang mit der eigentlichen Gesinnung des Handelnden überprüft werden. Diese Aufaddiert ergeben im Mittel die tatsächliche Gesinnung.
*d.h. die Umstände müssen beachtet werden; handelt derjenige unter einem bestimmten Druck, der seine freie Entscheidung einschränkt?
Die Frage, ob der Paladin nach detect evil dann zuschlägt, ist die Frage, ob das Böse des Bösen wegen vernichtet werden darf, oder ob Böses existieren darf, solange es keinen Schaden anrichtet. Der Gute müsste hier m.E. eigentlich klar sagen: ich habe kein Recht, eine andere Existenz nur aufgrund ihrer Existenz zu vernichten, denn jenes steht nicht unter mir und ich stehe nicht darüber.
Tudor the Traveller:
--- Zitat von: Maarzan am 26.08.2009 | 16:53 ---Und verschiedene Gruppen haben völlig andere Vorstellungen, was denn nun böse ist.
--- Ende Zitat ---
Wenn man das zugrunde legt, hat man ein Problem. Muss man aber nicht, wenn man einen externen Maßstab zu Rate zieht. Wenn du sagst "es ist falsch, jemandem seinen Willen aufzuwingen", ist im Falle des Kommunisten nicht der Diebstahl bzw. die Umverteilung die Tat, sondern der Zwang der Enteignung auf den Bestohlen durch den Dieb.
Maarzan:
--- Zitat von: Tudor the Deadish am 26.08.2009 | 17:00 ---Wenn man das zugrunde legt, hat man ein Problem. Muss man aber nicht, wenn man einen externen Maßstab zu Rate zieht. Wenn du sagst "es ist falsch, jemandem seinen Willen aufzuwingen", ist im Falle des Kommunisten nicht der Diebstahl bzw. die Umverteilung die Tat, sondern der Zwang der Enteignung auf den Bestohlen durch den Dieb.
--- Ende Zitat ---
Dann kommen wir zum nächsten Problem, z.B. dem, der Minderjährige verführt oder Müll entsorgt, also ohne Zwang aber erkennbar sozial unakzeptabel. Ist es dann "böse" solche Leute zu zwingen?
Wie ist es mit den Ordnungskräften und deren Maßnahmen, wie mit der Selbstverteidigung, insbesondere wenn das offizielle Machtmonopol in den Händen des "Bösen" liegt?
Wer erstellt und interpretiert diesen externen Maßstab?
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