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Kleines Dorf, Fantasy

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Tudor the Traveller:
Ich habe doch gesagt, dass Fantasy-Wirtschaftskreisläufe Logik-Lücken haben.

Der Schmied braucht Kohle, Eisen, Holz (vereinfacht, bin da kein Fachmann). Außedrem natürlich seine "Werkstatt". Letztere habe ich unter Haus abgehandelt. Kohle und Holz bekommt er im Tauschhandel mit Köhlern und Holzfällern oder er hat einen Handelsvertrag z.B. mit dem Landesherrn. Vielleicht darf/kann er sich auch selbst Holz schlagen.

Eisen ist das größte Problem, das muss er einkaufen oder er hat auch hier einen Vertrag. Kann natürlich teuer werden, je nachdem, wie der Preis bzw. das Angebot regional liegt. Andererseits kann er seine Waren in einer größeren Stadt o.ä. teuer verkaufen, wenn er sie an den Mann gebracht bekommt (was wie ich einräume, durchaus die Frage ist). wir gehen an dieser Stelle einfach davon aus, dass wegen des Fantasy-Faktors die Nachfrage groß genug ist  ;)
Und zum vererbten Schwert: Ja. Aber Eisen rostet. Ich glaube kaum, dass die ihre Schwerter verchromen. Und Schwerter brechen oder werden so stumpf und schartig, dass sie ausgetauscht werden müssen. Aber es müssen ja nicht mal (gut zu pflegende) Waffen sein. Wo gebaut wird, braucht man Nägel, wo geritten wird, werden schnell Hufeisen verloren usw. (womit wir wieder beim Fantasy-Faktor wären). Man muss vielleicht ein Auge zu drücken, aber es muss nicht sooo haarsträubend sein.

Timo:
Wo gebaut wird braucht man (Eisen)Nägel stimmt nicht, Holznägel/Steckvarianten reichen völlig.

Nelly:
Und selbst das Hufeisen kann man ohne Nägel aufhängen.

Coyote:
Ich finde, ein Aspekt ist in dieser ganzen Diskussion nicht berücksichtigt worden (und da ich solche Diskussionen immer sehr hilfreich finde, um angemessen realistische Dörfer zu kreieren und sie voneinander abzugrenzen und generell auf diese ganze 'Weltenbauerei' stehe, schiebe ich die Diskussion mal wieder an):


--- Zitat --- Mitten im Land, an einer mittelprächtig wichtigen Straße.
--- Ende Zitat ---
Mittelprächtig wichtig interpretiere ich als durchaus bedeutsam. Bei 1,5 Tagesreisen bis zur Stadt (vll. zu Fuß und zu Pferd/mit dem Wagen eine gute Tagesreise?) bedeutet das ein gerüttelt Maß an Reisenden aller Arten.
Das wiederum rechtfertigt auf jeden Fall mindestens ein Gasthaus, wenn nicht sogar zwei (eines für jede Geldbeutelklasse). Und diese Bewirtungsbetriebe wird sich dann auch sicherlich eine gewisse Infrastruktur aufbauen.
Deswegen muss ich Nelly widersprechen (würde aber gerne ihre Meinung dazu lesen, denn ihre Argumentation passt imo nur nicht auf dieses Dorf).
Besagte Infrastruktur wird allerdings keine allzu großen Auswüchse annehmen. Die Stadt ist ja nah.

(Beim Schreiben fiel mir auf, dass sich das Dorf immer weiter entwickelte, weswegen ich das hier mal zwischenschiebe um darauf hinzuweisen, dass ich nun eine Entwicklungsgeschichte spinne, die sicherlich ihre Jahrzehnte oder Jahrhunderte brauchen wird, bis sie den Höchststand erreicht hat.)

Dennoch würde ich durchaus sagen, dass bei ausreichend starkem Verkehr ein Sattler vor Ort sein dürfte, der Sättel und Zaumzeug ebenso zu fertigen/flicken versteht wie er auch mal Stiefel neu besohlt. Einen Hufschmied wird’s geben, denn auch der wird immer wieder gut zu tun haben.
Wald (und zumindest zwei Gasthäuser) vorausgesetzt wird es demnach auch einen Köhler geben, denn mit diesen Betrieben hat der Abnehmer für sein Produkt.
Ein Tischler könnte ein Auskommen haben, aber da fände ich dann doch einen begabten Bauern sinniger und der Betreiber des besseren Gasthauses importiert die guten Möbel aus der Stadt (immer vorausgesetzt keines der Gasthäuser bedient raue Kundschaft in größeren Mengen und es geht viel zu Bruch).
Also für einen Tischler eher 50/50% Chance maximal.

Einen Krämer wird’s auch geben, denn der hat in den Betrieben nun einen gewissen Kundenstamm, auch wenn die Durchreisenden eher auf das größere Angebot in der Stadt warten werden. Also ein kleiner Krämer.

Aufgrund der Gasthäuser und der daraus gefolgerten Betriebe wird’s dann wiederum einen Bäcker geben, denn dafür ist jetzt ein Markt da. Und damit auch eine Existenzberechtigung für einen Müller. (Und ab hier finde ich den Tischler jetzt dann doch sinnig)
Wenns wirklich ein Gasthaus für die Oberschicht (mit genügend Kundschaft) gibt, bietet sich auch ein Fleischer an, vor allem, wenns Jäger gibt. Da wäre sicherlich schon Platz für zwei oder drei(?).

Ab hier wird der Krämer dann auch einen vernünftigen Laden haben und seiner Tätigkeit hauptberuflich nachgehen.
Und bei so vielen Betrieben und dazu noch dem Dutzend Bauernhöfen (die sich durchaus ab hier auch vermehren könnten, denn das Dorf wächst offenbar ganz gut), mag es dann noch eine Kneipe für die Ansässigen geben, die sich vielleicht nicht dauernd die hohen Preise der Gasthäuser geben wollen. Und so langsam mag es dann auch noch einen Ziegelmacher geben. Und damit auch genug Einwohner für eine Hebamme (die aber doch wahrscheinlich eher die Frau von X sein wird, falls sich keine zusätzlich Kräuterkundige einfindet, die den Job mitmacht.
Raum für einen Dorfschulzen und einen Büttel haben wir nun auch genug. Wobei keiner der beiden den Job hauptberuflich machen muss. Aber es könnte.

Wenn ich jetzt durchzähle, komme ich sogar mit diogenes 10-15 Dorfkern-Familien und 10-15 Bauern hin.
Weitere Betriebe wie ein Bierbrauer könnten sich ansiedeln, wenn das Dorf attraktiv genug ist, aber da würde ich dann bewusst entscheiden. So wie sich mir das darstellt, würde ich das Dorf als durchaus haltbar betrachten, wenn es an einem gut benutzen Reiseweg zu einer Stadt liegt, die von Höhergestellten ebenso besucht wird, wie vom einfachen Volk.
Ein weiteres Wachstum finde ich aber in Anbetracht der Stadtnähe aber doch eher unrealistisch.


Jetzt will ich natürlich gerne wissen, wer mir dieses Konstrukt als Erster zerreißt… ;)

Nelly:
Das Dorf ist eineinhalb Tage vom Dorf entfernt, richtig?

Wenn ich wirklich kaputte Stiefel habe dann gehe flicke ich mir diese Behelfsmäßig (und sowas sollte man als Abenteurer wirklich draufhaben) und warte bis ich zur nächstgrößeren Stadt komme, welche sowieso nur noch eineinhalb Tage entfernt ist.
Ansonsten gehe ich davon aus das es ein zwei Leute im Dorf gibt die sich darauf verstehen aber ein Sattler würde sich erst dann lohnen wenn Karawanen auf dem Weg zur Stadt halt machen und das regelmäßig.

Ansonsten gehe ich davon aus das sich die Leute selbst behelfen. Sättel, Kuhmets etc.pp werden sich wohl in der nächsten Stadt angeschafft. Die Arbeit ist so aufwendig und teuer das sich kaum jemand überhaupt einen guten Sattel leisten konnte.

Ein Gasthaus wird es wohl geben, wenn dann aber wohl ein Mittelständisches. Ein gehobenes Gasthaus kann ich mir in dieser Gegend nicht vorstellen. Das eine Gasthaus wird wohl ein bis zwei Zimmer für gehobene Gäste haben, ansonsten wird es wohl einen Schlafsaal geben und eben die Scheune oder einen Lagerplatz ausserhalb für die Huren/Pfennighuren die sich an einen Tross anschließen und nicht in der nähern Umgebung geduldet werden da diese auch immer das Gesinde anziehen.

10/15 Bauern bei 15 Familien ist untertrieben. Im Prinzip ist jedes Familienmitglied ein Bauer. Jeder in der Familie packt mit an, evtl. gibt es bei größeren Gehöften sogar 3-4 Knechte und Landarbeiter, wenn nicht sogar mehr.
Man bedenke das ein Hof nur funktionieren kann wenn wirklich jeder mit anpackt. Je nachdem wie groß die Ländereien sind braucht man die Hände da eine Familie mit der Ernte steht und fällt. Das heißt der Reichtum ist davon abhängig wie schnell man die Ernte vor dem Regen einbringen kann.
Die Leute sind von morgens bis Abends auf den Beinen und falls einer der Bauern auch noch eine Schenke und Gasthaus betreibt dann braucht er ein oder zwei Leute die sich darum kümmern da er selbst nicht alles betreiben kann.

Die Leute werden evtl. eine letzte Rast einlegen bevor sie die Stadt erreichen, die wichtigen Besorgungen werden sie jedoch in der Stadt erledigen und nicht in einem kleinen Bauerndorf. Dazumal es im Dorf wohl teurer sein wird da alles von ausserhalb reingebracht wird. Es könnte natürlich auch sein das es einfach einen begabten Handwerker gibt bei dem sogar die Leute aus der Stadt einkaufen weil er einfach so gut ist und er sich einen Ruf erarbeitet hat.

Köhler waren damals auch eher die Aussenseiter und haben ausserhalb der Dörfer/Städte gelebt. Das heißt auch das es irgendwo Wald gibt und wo es Wald gibt, gibt es auch meistens Gesinde und Räuber wovor man Schutz braucht.
Dann kommt auch noch darauf an wie wildträchtig die Gegend ist. Ob und wie man die Ernte und das Vieh vor dem Wild, Wölfen etc. schützen muss.

Wenn viel Vieh vorhanden ist könnten auch Viehdiebe die Gegend unsicher machen und die umliegend Dörfer könnten sich zum Schutz zusammenschließen und/oder einen Vertrag mit der Stadt aushandeln und lauter so Geschichten.

Was die Hebamme/Midwife betrifft, so können die Kräutervettel und die Hebamme ein und dieselbe Person sein...


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