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[Film] Robin Hood - 2010

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Ranor:
Der bisher schlechteste der Historienfilme von Scott. Die erste Hälfte war noch ganz gut aber dann driftete der Film leider in die typische, pathetische Heldengeschichte ab. Gerade Crowes Freiheitsrede war mehr als kitschig und albern. Und die Schlachten hat Scott auch alle schon einmal spannender inszeniert. Der größte Reinfall war aber definitiv der desaströse Score von Marc Streitenfeld. Positiv war die Besetzung (Crowe, Hurt, Blanchett, Strong - nur Sydow war albern) und die grundsätzliche handwerkliche Arbeit von Scott - schöne Bilder konnte er ja schon immer, dummerweise hat er in RH kein einziges kreatives geliefert.
Ach ja, das Ende war ja wohl mehr als deplaziert - das wirkte auf mich beinahe so unpassend wie der Schluss der Kinofassung von Blade Runner...

Edit:

Kleine Ergänzung:

--- Zitat von: Kermit am 14.05.2010 | 07:48 ---gleichzeitig nicht zu blutig
--- Ende Zitat ---
"Nicht zu blutig" ist gut - die Schlachten waren völlig blutleer und wirkten dadurch auch viel zu steril.

alexandro:
Fand den Film recht unterhaltsam. Scott hat schon deutlich schlechtere Historienfilme gemacht (Königreich der Himmel *würg*).

Kermit:

--- Zitat von: Lyonesse am 26.05.2010 | 00:16 ---Äh, wann war denn mal ein Milchbubie im Sherwood Forest?

--- Ende Zitat ---
Es geht mir weniger ums Alter als um die Wirkung. Costner wirkt, genau wie Flynn, reingewaschen und schleimig und beide sind auf jugendlich präsentiert in den Filmen. Sogar Douglas Fairbanks wirkt sehr "geleckt". Alles "Weichspüler"-Robins, denen man ein Überleben im Wald von Sherwood nicht abnimmt.

Yerho:

--- Zitat von: Lyonesse am 26.05.2010 | 00:16 ---Äh, wann war denn mal ein Milchbubie im Sherwood Forest? Errol Flynn war als Robin Hood fast 30, Kevin Costner war 36, Patrick Bergin war 40 und von Connery brauchen wir erst gar nicht zu reden.
--- Ende Zitat ---

Bergin würde ich in der Betrachtung auch vehement ausklammern. Connery spielte explizit einen gealterten Robin Hood.

Der "Milchbubi" ist - wie Kermit schon ganz richtig schrieb - eher ein Ausdruck der beabsichtigten und/oder erzielten Wirkung. Flynn war ein kultivierter Schönling in einer eigentlich rauhen Männerrolle, was aber seiner Zeit zuzuschreiben ist, in der alle Filmhelden (sogar Cowboys und Piraten) als irgendwie sanfte, romantische Figuren inszeniert wurden. In dieser Tradition bewegt sich auch Costner als Robin Hood, wobei hier aber bereits eine Diskrepanz zwischen seiner Verkörperung der Figur und der "dreckigen" (pseudo-) mittelalterlichen Umgebung entsteht. Costner wirkt in dem Film wie eine Tunte in einer Biker-Bar, wenn mir dieser politisch inkorrekte Vergleich gestattet ist, während sich Flynn in die (sogar in schwarzweiß) bunten Kostüm-Filme seiner Zeit so nahtlos einfügte wie der Faschings-Pirat beim, nun ja, beim Fasching.

Ich hielt schon damals Bergin für den besseren Robin Hood und fand es schade, dass diese Verfilmung neben dem stärker beworbenen "König der Diebe" unterging. Es war ein besserer Ansatz, den Stoff mit einem Hauch Authentizität wiederzubeleben.
Scott wiederum hat nun das Gleiche getan, mit größeren Mitteln und außer Konkurrenz. Das Ergebnis ist dabei gar nicht mal so übel, aber angesichts der besseren Bedingungen bleibt es trotzdem hinter den Erwartungen und - meiner womöglich sehr subjektiven Ansicht nach - John Irvins früheren Ansatz zurück.

Ranor:

--- Zitat von: Kermit am 26.05.2010 | 08:21 ---Alles "Weichspüler"-Robins, denen man ein Überleben im Wald von Sherwood nicht abnimmt.
--- Ende Zitat ---
Keiner dieser Filme war auf "dreckigen, harten Realismus" ausgelegt der uns seit "Batman Begins" überall verfolgt.

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