Medien & Phantastik > Lesen
Was lest ihr gerade?
Lyonesse:
'Cugels Irrfahrten' von Jack Vance. Etwas anarchische und streckenweise unmoralische Fantasy über den Gauner, der sich Cugel der Schlaue nennt. Alles beginnt damit, daß die Geschäfte auf dem Markt von Almery für Cugel denkbar schlecht laufen. Da verfällt er auf den Einfall, Ioccounu den lachenden Magier zu bestehlen. Das hätte er besser lassen sollen, den nun fangen seine Probleme erst so richtig an.
'Jane Austen und das Medaillon des Todes' von Stephanie Barron. Die wohl berühmteste Autorin aus dem England der napoleonischen Zeit, diesmal selbst als Ermittlerin unterwegs, um dank ihrer genauen Beobachtungsgabe Verbrechen aufzuklären. Gute Serie, die Krimi und Gesellschaftsroman verbindet und von der in Deutschland leider nur 4 Romane erschienen sind.
Minne:
Gerade ausgelesen :
Uwe Timm - Morenga
Ein fesselndes Buch über den Aufstand der Herero und Nama in Deutsch -Südwestafrika, dem heutigen Namibia. Der Name des Romans kommt von einem Anführer des Aufstandes, der als "schwarzer Napoleon" in Europa bekannt wurde und dessen Kriegsführung sich besonders durch seine Humanität auszeichnete. So ließ er etwa grundsätzlich Gefangenen laufen, eine Tatsache die von Seiten des Reichsdeutschen Militärs unter Verschluss gehalten wurde, welches seinerseits Gefangene fast Ausnahmslos hinrichtete. Das Buch ist sehr gut geeignet um eventuell vorhandene Kaiserreich-Nostalgie auszutreiben, verdeutlicht es doch großartig den bigotten, chauvinistischen und rassistischen Charakter des Militär und Beamtenstaates. Wenn einem durch Morenga klar wird, dass der großen Judenvernichtung am Anfang des Jarhunderts schon ein kleineres Genozid zuvorkam(von den Herero etwa blieb kaum die hälfte am Leben) und mit welcher Rechtfertigung, welcher Mentalität dies geschah dann sieht die spätere Machtergreifung Hitlers noch einmal viel weniger wie ein Zufall aus. Anyway - das Buch basiert auf einer sorgfältigen Recherche von verschiedensten Quellen aus der Zeit, Briefen, Tagebucheinträgen, Berichten, aus denen elegant eine Romanhandlung gesponnen wurde in der das Thema von Verantwortung, Gewissen und Handlungsspielraum des Einzelnen behandelt wird. Somit verwischt in einem trockenen, schnörkellosen Stil die Grenze zwischen Dokumentation und Roman. Manchmal verwirrend sind die sich teils über Jahrzehnte erstreckenden Zeitsprünge, die jedoch den dokumentarischen Eindruck des Romans verstärken und dazu dienen Entwicklungen und Charaktere zu beleuchten. Die angenehme leichte Prise trockener Humor mit der die oftmals skurrilen (und durchaus realen) charaktere und die bittere Handlung kommentiert werden wirkt entlarvend, wie eigentlich der ganze Roman. Sehr empfehlenswert.
9 von 10 Schutztruppenhelme
CrimsonGhost:
Neben Black Hawk Down (passt ja thematisch) parallel angefangen:
Die neuen Krieg - Herfried Münkler
in der günstigen Ausgabe der BPB, gelobt sei der deutsche Staat. Ein Traktat über die Entwicklung der Kriege nach dem Kalten Krieg. Der Anfang liefert zum Teil Thesen denen ich nicht voll zustimmen würde, bleibt abzuwarten wie sich das Buch weiter entwickelt.
Black Hawk Down ist mittlerweile auch fertig gelesen. Wirklich grossartig geschrieben. Noch um Längen besser als der Film, obwohl der mM nach schon wirklich spitze ist.
Daher 10 von 10 RPGs. ;) :d
Nachtrag:
Gerade mit Aftershock, einem SR-Roman von Jean Rabe und John Helfers, angefangen.
Phileas:
Zuletzt habe ich die zweite Ausgabe von "Phase X - Das Magazin für Phantastik" zuende gelesen. Diese enthält Artikel u.a. zu "Flash Gordon", Hans Dominik, Clark Ashton Smith, Capeks "Krieg der Molche", Umpah-Pah, Richard Adams (nebst Interview). Besonders interessant ist ein Artikel zur Entstehungsgeschichte des Rollenspiels von Karl-Georg Müller, der ganz am Anfang des Hobbys in Deutschland dabei war. Insgesamt ist es ein gut lesbares, nettes Magazin.
Jetzt lese ich die Debütausgabe des neuen Science Fiction und Fantasy-Magazins vom Berliner Shayol Verlag. 250 gut gelayoutete Seiten mit Kurzgeschichten und Essays namhafter Autoren sowie Rezensionen. Ich habe gerade die ersten fünfzig Seiten durch. Es beginnt mit einer ordentlichen Kurzgeschichte von Tad Williams aus dem Universum der Sandmancomics. Die zwei Geschichten von J.G. Ballard und Dietmar Dath haben mir gut gefallen. Überragend ist Ursula LeGuins Essay zum Genrebegriff in der Literatur. David Pringles Artikel zur Gattung der Novelle hat mir dagegen weniger zugesagt.
Nach einem Fünftel wage ich bereits die Empfehlung: Absolut lesenswert :d.
Minne:
Rudolf Rocker - Anarchismus und Anarchosyndikalismus (1947)
Rockt! :gasmaskerly:
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