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Feuersänger:
"Elantris", Autor kann ich mir nicht merken. Bin noch nicht weit gekommen. Wurde mir empfohlen als innovative Fantasy mit vielen neuen Ideen. Bin bis jetzt aber wenig begeistert. Gut, es ist halt kein EDO-setting, aber das war's auch schon.

In erster Linie ist es ein Wust aus wirren Eigennamen: Reod, Raod, Aon, Teod, Seon, und so weiter und so fort. 90% der Eigennamen sind nach dem Schema [Konsonant][Vokal]o[Konsonant] aufgebaut. Das nervt schon ziemlich, zumal pro Satz im Durchschnitt drei dieser Begriffe vorkommen.

Ansonsten - für mein Empfinden - das übliche Fäntelalter-Gequirle mit Magie als Technik-Ersatz. Es gibt sogar fliegende Bildtelefone, die heißen halt dann Seon. oO Kurzum, ich werd noch ein wenig weiterlesen, aber momentan schätze ich die Chancen, dass ich es komplett durchlesen werde, auf maximal 20 Prozent. Ist ja n ziemlich fetter Schwarten.

Preacher:
Nachdem ich für die Bahnfahrt am WE zwei Bücher im Koffer hatte, das nicht gecheckt hab und das falsche rausgegriffen hab, hab ich jetzt Brave New World von Huxley halb durch. Find ich persönlich cooler als Fahrenheit 451 (das ich eigentlich angefangen hatte und weiterlesen wollte).

Das interessanteste daran ist aber das Vorwort von Huxley selbst.
Er hat es 1946 geschrieben, 15 Jahre nach dem Buch. Er gibt darin an, was er inzwischen am Buch anders machen würde und gibt vor allem ein paar sehr interessante Prognosen über die Zukunft ab - aus dem Blickpunkt des Jahres 1946. Schon interessant, wie der Mann sich die 60er vorgestellt hat ;)
Vieles davon waren natürlich krasse Fehleinschätzungen (atomgetriebene Autos), andere Dinge erstaunlich treffend. Jedenfalls hochinteressant.

AlexW:
Der Letzte seiner Art - von Eschbach. Ja, ganz nett - hat mich 3 Tage lang im Zug bei der Stange gehalten. Laesst sich gut weglesen.

Feuersänger:
Habe jetzt Elantris fertig, und es ist dann doch noch ziemlich gut geworden. Nur ganz am Schluss ist dem Autor meiner Meinung nach ein ziemlicher Patzer unterlaufen, im Sinne von Kontinuitätsfehler. Aber davon abgesehen durchaus eine ganz nette Schote, aber nichts, worüber man noch tagelang nachgrübeln würde.

Jetzt versuche ich grade, endlich mal Pratchett's "Thud!" zu Ende zu lesen -- auf dem Buch lastet ein Fluch; ich hab das seit womöglich 2 Jahren und irgendwie komm ich nie dazu, es fertig zu lesen (momentan ca. bei 3/4). Ist allerdings auch nicht grad großes Kino. Ich les es eigentlich jetzt auch nur weiter, weil es noch aussteht und ich gerade nichts Anderes zur Hand habe.

AlexW:

--- Zitat von: AlexW am 24.11.2007 | 19:45 ---Der Letzte seiner Art - von Eschbach. Ja, ganz nett - hat mich 3 Tage lang im Zug bei der Stange gehalten. Laesst sich gut weglesen.

--- Ende Zitat ---

Und hier die Rezi dazu:



Die letzten drei Tage habe ich im Zug und unterwegs “Der Letzte seiner Art” von Eschbach gelesen. Ich glaube, das war eine Empfehlung eines meiner Mit-Phoenixen. Nach Krachern wie “Jesus-Video” und anderen hatte ich noch immer keinen Eschbach gelesen. Das hab ich dann jetzt nachgeholt - um wieder mehr auf Deutsch zu denken, und weil mir dieses Buch von ihm besonders ans Herz gelegt worden ist. Es geht schliesslich um Cyborgs, und ich habe eine leichte Cyborg-Faszination.

Ich war sehr unsicher, ob ich irgendwas darueber schreiben sollte - denn mir war klar, dass die Rezension nur halbwarm werden kann, und eigentlich will ich lieber ueber gute Buecher schreiben, oder Verisse von Dreck, der aber nicht von deutschen Autoren ist. Denn diese haben’s schwer genug auf dem deutschen Markt, ohne, dass ich ihnen dann noch in den Nacken schlage. Warum sollte ich Verrisse ueber Kollegen schreiben, die alle maechtiger und wichtiger sind als ich - und es mir so mit allen verscherzen?

Das hier ist aber kein Verriss. Der Letzte seiner Art ist ein nettes, sehr lesbares Buch. Hat Spass gemacht, der Spannungsbogen funktioniert, ich hab’s ziemlich am Stueck weggelesen. Gefallen hat mir, was fuer Auswirkungen die Operationen auf den Cyborg haben; er kann nicht normal essen, staendig geht etwas kaputt, und er hat zu seinen Superfaehigkeiten ein sehr ambivalentes Verhaeltnis - einerseits ist es schlicht extrem geil, wenn alle Systeme hochfahren, andererseits ist die Technik mittlerweile total veraltet und er wird auch nicht juenger. Eine traurige Gestalt, alles in allem.

Der Cyborg wird in die Enge gedraengt, ist kreuz-einsam, liest Seneca, und lebt in einem Kaff in Irland. Dieses Buch hat auf mich den Eindruck gemacht, dass es geschrieben wurde, um auf den amerikanischen Markt uebersetzt zu werden - der Cyborg ist Amerikaner, irischer Abstammung, und kein Bezug zu Deutschland zu erkennen. Man merkt, dass Eschbach sein Irland liebt - aber ist das nicht eine sehr deutsche Liebe? Als alter Amerikanist kam mir der gute Duane nicht wirklich amerikanisch vor … und fuer einen ehemaligen US Marine ist das ein weichgewaschener Liberaler. Irgendwie passte das nicht so richtig, wenn ich den Finger auch nicht ganz drauflegen kann.

Angenehm un-amerikanisch war das Ende. Eschbach spielt mit den Erwartungen des Lesers - am Ende ist die Selbstaufgabe des Cyborgs nur logische Konsequenz (man koennte sagen, Duane hat sich selbst anderen Maechten ausgeliefert, als er in die Armee eingetreten ist). Sollte das ein Film-Stoff werden, werden sie das Ende aendern, das ist klar.

Etwas gestoert hat mich die typische Klischee-Irin, mit der so “lebendigen Ausstrahlung, smaragdgruenen Augen, unbezahmbaren roten Haar, die immer ihren Willen kriegt”. Logisch gibt’s solche Irinnen, aber irgendwie sehen die in Buechern und Filmen immer gleich aus. Die erste waschechte Irin zumindest, die ich kennengelernt habe, war ein etwas zu gut genaehrter suesser kleiner Goth, mit schwarzen, glatten, kurzen Haaren.

Ansonsten sehr lesbar, mit hoeherer Ideen-Dichte als der durchschnittliche Stephen King, mit mehreren Passagen, die mir richtig gut gefallen haben. Mein neuer Lieblingsautor wird das nicht, aber ich weiss, dass ich mir weitere Eschbachs zulegen werde, wenn ich rasch am Flughafen oder Bahnhof irgendwas zu lesen brauche und kein Risiko eingehen will.

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