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Filme und Serien - Smalltalk

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Yerho:
Ich vermute/hoffe, man muss einfach nur wieder auf die Übergangsphase warten, in der die jetzt angefixten jüngsten Zuschauer etwas älter geworden sind, komplexere Stoffe verkraften und statt Spielzeug eher Home-DVDs/BRs kaufen (bzw. sich wünschen), also die Serien um ihrer selbst wegen konsumieren. Das geht dann so lange, bis die Zielgruppe wieder als zu alt und uninteressant empfunden wird und wieder mit kindlichen/kindischen Formaten um die Gunst der Kleinsten gebuhlt wird. Diese Wellen konnte man in den letzten Jahren, ach was, Jahrzehnten immer wieder beobachten.

Ein weiteres Golden Age der Zeichentrickserien, wie man es in den 80ern und 90ern hatte wird, ist leider höchst unwahrscheinlich.

La Cipolla:

Es GIBT durchaus Leute, die argumentieren, dass sich die Industrie nicht zuletzt durch die aktuellen Marvel-Filme langsam ein wenig verändert. Prinzipiell gelten Cartoons halt als Kinderkram, Superhelden klassisch gesehen auch, und dementsprechend kommen die meisten Einnahmen durch Merchandise. Kevin Smith hatte mal ein paar interessante Gespräche dazu (u.a. mit Bruce Timm), und zwischen den Zeilen hat man halt gemerkt, dass die Studios da noch etwas rückständig sind. Ein wunderschönes (sinngemäßes) Zitat von Smith bspw.: "There are too many girls watching Young Justice? Girls don't buy your action figures? Well, sell them a fucking umbrella or something! They like your stuff, so do your fucking job!" Und das Schöne ist halt, dass sich solche wirtschaftlichen Rückständigkeiten durchaus schnell mal ändern können, wenn klar wird, dass man sich da Einnahmen entgehen lässt. Ergo: Je mehr Erwachsene sich für Superhelden interessieren, desto höher die Chancen auf Besserung.

ABER man könnte auch zynisch sein und sagen, dass diese Kaufkraft gerade mehr oder minder komplett in die Realserien geleitet wird. ;) Ich meine, wie viele Projekte laufen gerade an? Gotham, Hellblazer, die 4 Marvel Dinger, Shield, Arrow, Flash ... und da wird es nicht aufhören. Wenn wir "Pech" haben, kriegen wir Erwachsene also den Realkram und die Kiddos ihre Cartoons. Wäre wirtschaftlich wahrscheinlich eine kluge Entscheidung, nicht zuletzt da Cartoons bei Erwachsenen immer schon einen schweren Stand hatten, und umgedreht bei den Kids sehr gut ankommen. Und da Erwachsene auch weniger Merchandise kaufen ... makes sense, I guess. ;(

Na ja, Weisman arbeitet an Star Wars Rebels mit, und es arbeitet augenscheinlich ohne den Film-Ballast, mit dem sich Clone Wars rumschlagen musste. Sachen wie Adventure Time und Gravity Falls laufen auch sehr gut für mehrere Zielgruppen, und somit gibt es wenigstens außerhalb der Superheldensachen ordentlich Stoff. Zumal bei Netflix & Co. auch noch abzuwarten ist, welche Auswirkungen das Ganze hat.

Interessante Situation gerade.

Yerho:
Ich für meinen Teil interessiere mich gar nicht primär für Superhelden. Ich interessiere mich für Zeichentrickserien, die gute Geschichten erzählen und nicht so aussehen, als hätte eine Bande Erstklässler die künstlerische Leitung gehabt. Dass DC und Marvel - abgesehen von fernöstlichen Animes (Die mir aber manchmal in Sachen Erzählstruktur/-tempo ziemlich am Allerwertesten vorbeigehen ...) - so ziemlich die einzigen sind, die in dem Bereich überhaupt noch etwas liefern, ist nun einmal der Stand der Dinge, mit dem ich aber an sich leben könnte.

Ansonsten haben wir womöglich ein typisches Henne-Ei-Problem: Ich könnte jetzt nicht mit Sicherheit sagen, ob älteres Publikum zu geringes Interesse hat und deshalb die Serien zunehmend kindischer werden oder ob die Serien zunehmend kindischer geworden sind und das ältere Publikum sich deshalb abgewandt hat. Außerdem macht es doch die guten Serien aus, dass diese für Kindern geeignet und interessant sind, aber trotzdem einen älteren Publikum nicht das Gefühl vermitteln, ihnen sollte das Hirn aufgeweicht werden. Ich habe mir beispielsweise "Batman: The Animated Series" als Teenager angesehen ohne überfordert zu sein und kann sie heute noch sehen ohne unterfordert zu sein.

So lange aber die Geldgeber in den Serien eher verlängerte Werbespots und in sechs- bis zwölfjährigen mit leichten Entwicklungsdefiziten ihre Hauptzielgruppe sehen und jede Abweichung trotz guter Quoten absetzen, weil die mittelbaren Effekte auf das Merchandising ausbleiben, sehe ich da eher schwarz. Die Vertriebler fahren nämlich tendenziell eingleisig und obendrein schmalspurig, ohne jede Spur von Flexibilität und mit Tunnelblick auf die alten Vertriebsmodelle und Zielgruppen (Schönes Zitat von Smith übrigens ...). Sie sind die Werbekunden, nach deren Vorstellungen die Networks ihr Programm bestreiten und ihre Formate ordern.

La Cipolla:
Na ja, Cartoons sind gesellschaftlich eben mit "Kinderkram" belegt, wenn sie sich nicht eindeutig davon abwenden (Family Guy etc). Selbst die wenigen Serien, die eine "doppelte Zielgruppe" erfolgreich geschafft haben (allem voran die Simpsons und Spongebob) haben das über Humor auf mehreren Ebenen getan, nicht über wirklich ernst zu nehmende Stories oder so, reelle Bezüge und Kram hin oder her. Und letztendlich sind sogar die Special-Interest-Sachen wie Archer immer selbstironisch, was genau diesen Grund hat. Cartoons sind einfach nichts, was man ernst nimmt, gesellschaftlich gesprochen. Das Henne-Ei-Problem ist bestimmt ein Teil davon, aber wieso zur Hölle sollte man als Producer etwas daran ändern wollen, wenn das System funktioniert?

Ich bin mir auch alles andere als sicher, ob die 90er-Serien damals mehr Erfolg gefahren haben als die modernen, wenn man Merchandise und Co. einrechnet. Keine Ahnung, aber ich vage es zu bezweifeln. Und das Schön-aussehen ist ja bekanntlich eh Ansichtssache. Ich sage dir jetzt lieber nicht, dass ich froh darüber bin, dass die Cartoon-90s vorbei sind. ;D

Nocturama:
Ich kann mich ehrlich gesagt nicht erinnern, dass die 80er und 90er in Sachen Zeichentrickserien wesentlich besser gewesen wären.

Was in den 80ern so lief, kann ich mir nur noch mit harten Kopfschmerzen antun (He-Man, Marshall Bravestarr, ist das ein fürchterlicher Kram) oder war kindlich-kitschig (Gummibärenbande, Glücksbärchis). Und hätte ich mal als kleines Mädchen "My Little Pony: Friendship is Magic" gehabt, anstatt der richtig, richtig, richtig, richtig miesen Ponyserie, die es damals gab (meine Eltern hätten das sicher auch bevorzugt  ;)).

Mir fällt eigentlich nur "Gargoyles" als Serie ein, die ich heute sicher immer noch gut fände. Gibt es neuere Zeichentrickserien in dem Kaliber? Klar. Avatar zum Beispiel. Die hat mir sogar noch wesentlich besser gefallen.

In den 90ern gab es zwar eine ganze Reihe guter Cartoonserien, aber die gibt es heute immer noch. "Adventure Time" finde ich absolut grandios (da gibt es Dungeons!), "Gravity Falls" und "Regular Show" sind auch nicht schlecht. Und in der Sparte gibt es sicher noch mehr, die ich nicht kenne.

DC hat zusätzlich auch eine Reihe von ziemlich guten Animationsfilmen (und Marvel zumindest einige mäßig gute), die allerdings nur direct-to-video sind.

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