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Filme und Serien - Smalltalk

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tartex:

--- Zitat von: Raven Nash am 30.04.2024 | 08:33 ---Das Hauptproblem der Serie war IMHO, dass man einfach nicht einsehen konnte, dass ein Psychopath nunmal kaum Emotionen hat. Man musste Dexter unbedingt "läutern" und ihn Emotionen aufbauen lassen, anstatt den Charakter als das zu nehmen was er nunmal ist: ein Serienkiller, dem man gezeigt hat, wie er davon kommt.

--- Ende Zitat ---

Also ich fand das in den frühen Staffeln nervig, dass er als der "gute" Serienkiller dargestellt wurde.

Und aus welchen Gründen tötet denn ein Psychopath, wenn es da für ihn nicht einen emotionalen Payoff gibt?

Raven Nash:

--- Zitat von: tartex am 30.04.2024 | 08:45 ---Und aus welchen Gründen tötet denn ein Psychopath, wenn es da für ihn nicht einen emotionalen Payoff gibt?
--- Ende Zitat ---
Aus Zwang. Er ist ja kein Sadist, sondern tötet, weil er es "muss". Es ist wie ein ständiges Jucken - und hin und wieder muss er sich kratzen. Sieht man ja an seiner Kindheit, wo er mit Tieren anfängt, obwohl im bewusst ist, dass das nicht "in Ordnung" ist. Es ist ihm durchaus bewusst, dass er eben nicht wie die anderen tickt. Ihm fehlt aber auch jedes Verständnis dafür, warum er so anders ist. Für ihn sind alle anderen seltsam und nicht nachvollziehbar.
Erst die "Schulung" durch seinen Vater macht es ihm möglich, eine Rolle perfekt zu spielen. Er versteht nie, was er da eigentlich macht - nur, dass es funktioniert. Und er hat ein Ventil für seinen Zwang.

Das wäre eigentlich pathologisch perfekt aufgebaut - und dann muss man ihn "verwässern", weil der Zuschauer ihn sonst nicht mögen könnte, oder so...

tartex:
Also ich empfinde Emotionen auch als Zwänge. Im besten Fall sind sie doch hormonelles Zuckerbrot und eine ebensolche Peitsche.

:btt:

Ich mochte ihn schon von Anfang an nicht. Habe 3 Staffeln gesehen.

Jiba:

--- Zitat ---Das Hauptproblem der Serie war IMHO, dass man einfach nicht einsehen konnte, dass ein Psychopath nunmal kaum Emotionen hat.
--- Ende Zitat ---


--- Zitat von: Raven Nash am 30.04.2024 | 08:58 ---Aus Zwang. Er ist ja kein Sadist, sondern tötet, weil er es "muss". Es ist wie ein ständiges Jucken - und hin und wieder muss er sich kratzen. Sieht man ja an seiner Kindheit, wo er mit Tieren anfängt, obwohl im bewusst ist, dass das nicht "in Ordnung" ist. Es ist ihm durchaus bewusst, dass er eben nicht wie die anderen tickt. Ihm fehlt aber auch jedes Verständnis dafür, warum er so anders ist. Für ihn sind alle anderen seltsam und nicht nachvollziehbar.

[...]

Das wäre eigentlich pathologisch perfekt aufgebaut - und dann muss man ihn "verwässern", weil der Zuschauer ihn sonst nicht mögen könnte, oder so...

--- Ende Zitat ---

Hast du denn auch Quellen für diese abenteuerliche Behauptung?

Selbstverständlich haben auch Psychopathen Gefühle, sie verspüren sie nur anders und schwächer und ihre Bewältigungsmechanismen sind andere.

Und sorry, aber selbstverständlich würde der durchschnittliche Zuschauer ihn nicht mögen, wenn er reuelos immer und immer weiter mordet und dabei keine Entwicklung durchmacht. Und das würde was bedeuten? Genau, Serie wird abgesetzt, weil der Großteil der Zuschauer:innen nicht relaten kann. Auch nicht im Sinne der Showrunner.

Wenn ich eine perfekt durchpathologisierte Darstellung eines Psychopathen will: Dafür gibt es Dokuformate. Erzählstoffe müssen sich immer gewisse dramaturgische Freiheiten nehmen. 

Raven Nash:

--- Zitat von: Jiba am 30.04.2024 | 09:54 ---Hast du denn auch Quellen für diese abenteuerliche Behauptung?
--- Ende Zitat ---
Die erste Folge der Serie, z.B.? Und alle weiteren mit Rückblicken.
Er sagt ja auch selbst, dass er kaum Emotionen hat - und die, die er empfindet sind eben keine, die andere Menschen als "positiv" bewerten. Auch seinen Zwang zu Töten beschreibt er selbst als Kind bereits, bzw. dass es ihm völlig logisch erscheint, den Nachbarshund, der die Mutter ärgert, zu killen. Das Töten von der Strafverfolgung entgangener Täter erscheint ihm ja auch als völlig logisches - und vor allem sinnvolles - Ventil seines Zwangs.

Damit passt er durchaus ins Profil diverser Serienmörder, allerdings hat er sich deutlich besser unter Kontrolle. So lange ohne Eskalation zu bleiben ist extrem selten. Das Bild des "netten Kerls" passt da ebenfalls - man denke an Dahmer, BTK und andere.

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