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Filme und Serien - Smalltalk

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Kurna:

--- Zitat von: Lyonesse am 10.01.2025 | 16:27 ---Hi, hi, sei froh, im Original ist der Graf mit seiner Stimme seinem gequälten Geröchel so was von drüber, dass er manchmal gar nicht wirklich zu verstehen ist; und so wie Thomas in den Szenen manchmal guckt, ging es ihm auch so. Dagegen war die deutsche Synchro von Orlock spot on. Wirklich gut (in beiden Fassungen) war aber die altertümliche Wortwahl des Vampirs - sekredieren, rekreieren, etc ...

--- Ende Zitat ---

Und dabei hat der gute Bill Skarsgard extra mit einem Opern-Gesangstrainer trainiert, damit er als Graf eine Oktave tiefer reden konnte. Hat sich dann vielleicht nur bedingt gelohnt.

Ansonsten konnte man sich den Film anschauen, aber topp war er nicht. Ich glaube, ich ziehe sowohl die Murnau-Fassung als auch die von Werner Herzog vor. Irgendwie fand ich die Begründung, warum Nosferatu nach Wisborg wollte, etwas lame.

Lyonesse:

--- Zitat von: Kurna am 10.01.2025 | 16:45 ---Irgendwie fand ich die Begründung, warum Nosferatu nach Wisborg wollte, etwas lame.
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Letzten Endes ist Wisborg zwar nicht so groß wie London, aber die Menschen da haben keine Ahnung von Vampiren - ganz im Gegensatz zu den Einwohnern von Ravenloft Transsylvanien - und darum hofft er, da ungestört schalten und walten zu können. Nosferatu ist zusätzlich noch ein Pestbringer. Aber dieses Gerede von wegen Ruhestand und ich will mal unter aufgeklärten Leuten leben, das glaubt ihm doch eh keiner; ist ja in Stokers Roman - was Wunder - ganz ähnlich.

Kurna:

--- Zitat von: Lyonesse am 10.01.2025 | 16:53 ---Letzten Endes ist Wisborg zwar nicht so groß wie London, aber die Menschen da haben keine Ahnung von Vampiren - ganz im Gegensatz zu den Einwohnern von Ravenloft Transsylvanien - und darum hofft er, da ungestört schalten und walten zu können. Nosferatu ist zusätzlich noch ein Pestbringer. Aber dieses Gerede von wegen Ruhestand und ich will mal unter aufgeklärten Leuten leben, das glaubt ihm doch eh keiner; ist ja in Stokers Roman - was Wunder - ganz ähnlich.

--- Ende Zitat ---

Ne, ich meinte, dass er ja überhaupt nur kam, weil
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)Ellen Hutter ihn (als Jugendliche) wachgerufen hatte. Bis dahin hatte er ja laut eigener Aussage nur ewig lang in seinem Grab gelegen.

Lyonesse:

--- Zitat von: Kurna am 10.01.2025 | 17:00 ---Ne, ich meinte, dass er ja überhaupt nur kam, weil
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)Ellen Hutter ihn (als Jugendliche) wachgerufen hatte. Bis dahin hatte er ja laut eigener Aussage nur ewig lang in seinem Grab gelegen.
--- Ende Zitat ---
Stimmt, das hatte ich schon wieder vergessen. Immerhin war diese Idee aber schon recht romantisch.
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)Und so wie diese umherziehenden Vampirjäger drauf waren, würde ich auch lieber in meiner Gruft bleiben und nur alle paar Jahre, mehr schlecht als recht, nach einem Häppchen Ausschau halten.

Teylen:
Das ist im Kern der Grund weshalb ich die Geschichte für, im Kern, eine Allegorie halte.
Weniger eine Geschichte wo Personen außerhalb dessen eine Agenda haben oder Dinge tun die logisch sind.

Einmal mein Versuch es zu konstruieren...
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)Nach meinem Verständnis hat Ellen Nosferatu respektive Graf Orlock erschaffen, im Kern durch eine ungezügelte Pubertät in Kombination mit unglaublich großen Schuldgefühlen weil sie Sex hatte und einen Orgasmus bzw. orgastische Gefühle. Graf Orlock ist dahingehend einfach ihr ungezügeltes Verlangen, welches aus ihrer Sicht abgrundtief böse ist. Mit Thomas hatte sie dann eine Beziehung mit der sie die ganzen Schuldgefühle halbwegs gut wegrationalisieren konnte.
Das heißt das Nosferatu im Kern in Wisburg erschaffen war, dort existierte um mit Ellen Sex zu haben, und dann aufgrund ihrer Probleme mit ihrer Sexualität quasi verdrängt wurde.

Die Beziehung mit Thomas lief gut, bis er einen Teil der Beziehung beiseite schob um gesellschaftlichen Stand zu erhalten, was bei Ellen dann einerseits wieder Schuldgefühle aufbrachte, andererseits wurde damit "Herr Knock" für sie zum zweit-meist-Bösen und Friedrich zu einer Person die Thomas erlaubte auf Distanz zu ihr zu gehen. Heißt bei der Stelle wo sie Friedrich unterstellt er würde sie verachten und hassen ist es meines Erachtens mehr so das sie ihre Gefühle gegenüber Friedrich auf den armen Kerl projiziert. Der wiederum in der Geschichte bis dahin eigentlich fast alles tat damit es ihr gut ging - selbst das Fesseln, auch wenn krude, wurde Friedrich ja von einem Doktor empfohlen.

Thomas wiederum erhält bei seiner Reise, ich denke wie primär sich Ellen die vorstellt, eine Warnung durch die plötzlich auftauchenden Zigeuner die ebenso schnell verschwinden und das totale Klischee waren. Dann korrumpiert Orlock Thomas in dem er ihn dazu bringt das Recht an Ellen abzutreten und damit quasi so zum Beta-Männchen macht. Heißt nichts mehr womit Ellen ihren Sexualtrieb rechtfertigen oder befriedigen kann. Was dann in der Szene raus kommt, wo sie und Thomas von Friedrich rausgetreten wurden und es streit gibt.
Die Dialoge von Orlock ergeben keinen Sinn, weil er im Grunde weniger reist, als durch den Umstand das an Ellen gebunden ist bzw. von ihr erschaffen und eigentlich auch bewegt. Im Grunde manifestiert Ellen Orlock in Wisburg. Mit der Schiffsreise mehr als eine cinematische Einlage damit dem Zuschauer nicht langweilig wird und den Ratten respektive als Verdeutlichung von Ellens Komplexen.
Was der Graf Ellen auch in der ersten Nacht so sehr eindrücklich erklärt, also was er ist.

Dementsprechend kann man auch Orlock nicht bekämpfen, sondern wie der Film erklärt, Ellen muß ihn besiegen bzw. vernichten.
Wo dann der Punkt kommt wo mir eine vernünftige Interpretation dafür fehlt das Ellen sich durch im Grunde Sex mit den Grafen umbringt bzw. sich von ihm zur Gänze verzehren läßt.
Nach meinem Verständnis, wäre Ellen zwischen durch was passiert und sie wäre gestorben, wäre der Graf auch weg.

Es gab nach meiner Einschätzung vor Ellen keinen Graf, nur eine lokale Legende.
Sie hat den Dämonen erschaffen, Leute haben drunter gelitten, und sie hat ihn wieder dekonstruiert.

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