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Lovecraft:
His Dark Materials

Nachdem ich Staffel 1 und 2 sehr fix hintereinander weggeguckt habe, brauchte ich eine kurze Pause, ehe ich mit Staffel 3 weitermachte. Nun hab ich heute die Serie beendet. Und ich bin etwas unschlüssig. Zunächst sei mal gesagt: "Ich habe die Bücher nie gelesen" und "Ich hab mich durchgehend unterhalten gefühlt".

Ich hatte hier vor einigen Wochen schon einmal ein erstes Fazit nach der ersten Staffel gepostet. Damals schrieb ich


--- Zitat ---Eventuell ist es hier und da etwas schnell durch mit den Storysträngen. Aber nichts, was mich sonderlich stören würde.
--- Ende Zitat ---

Und was soll ich sagen: Das ist im Laufe der zweiten und vor allem jetzt dritten Staffel noch viel extremer geworden. So, dass es mich tatsächlich gestört hat. Gerade sind wir noch hier und haben Problem A! Zack Zack Zack und Husch Husch Husch ... weg hier und Problem B und dann gleich auf zu Problem C. Das Ganze dürfte der Kürze der Staffeln geschuldet sein. Ich glaube, ein paar Folgen mehr pro Staffel hätten ganz gut getan. So wie es ist, fand ich einige Charakterentwicklungen leider auch völlig unglaubwürdig.

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)Lyras Mutter zum Beispiel, die sich am Ende bereitwillig opfert. Ich hab quasi bis zum Schluss erwartet, dass sie noch irgendeinen scheiß abzieht. Ihre Läuterung zu einer besseren Person ist nicht so wirklich rübergekommen. Auch das Opfer von Lord Asriel fand ich viel zu weit hergeholt. Er hat sich die komplette Geschichte über einen Schurz um Lyra gekümmert und jetzt am Ende opfert er sich für sie? Also okay ... seine Rebellion konnte dadurch den Sieg davontragen ... das ist der einzige Grund, warum ich das irgendwie noch akzeptieren konnte. Aber irgendeine Sympathie für Lord Asriel zu entwickeln, war für mich nach dem krassen Verrat im Staffelfinale von S1 (er tötet Roger! Den besten Freund seiner Tochter!) nicht mehr möglich.

Dann die ganze Geschichte rund um Dr. Mary Malone - da hab ich mich auch etwas lost gefühlt. So wirklich erklärt wird nicht, warum man ihr Szenenweise zugucken musste, wie sie durch die weiten Landschaften wandert, hier und da mal jemanden trifft, danke sagt und dann weiterzieht ... nur um dann am Ende die einzige Funktion zu haben, Lyra und Will zu erzählen, dass sie mal ne Nonne war und sich verliebt hat und deshalb keine Nonne mehr sein wollte und das vollkommen okay war. Wirklich? Das wars? Das fand ich ultra antiklimaktisch. Dass Malone genau das dann auch noch selbst sagt - da hab ich mich fast veralbert gefühlt ;)

Dass sie am Ende Pater Gomez noch haben auftauchen lassen, hat mich gefreut. Den fand ich nämlich extrem beängstigend ob seines Fanatismus. Und dann beenden die den Storystrang auch so antiklimaktisch, indem einfach ein Engel auftaucht, ihn tötet ... und dadurch stirbt dann auch der Engel (was auch nicht so wirklich erklärt wird, oder? Ich meine, ich hab mir das jetzt so erklärt, dass ein Engel nicht morden darf ... aber ... Gomez war ja nun alles andere als unschuldig UND nur eine Folge vorher haben Engel gegen tausende andere Engel und Hexen und Menschen gekämpft und die sind auch nich sofort zu Asche zerfallen.)

Zum Ende: Wow ... das war heartbreaking. Dass Lyra und Will jetzt nicht einmal zusammenbleiben durften, hat mich irgendwie härter getroffen, als erwartet. Die haben da ja nun wirklich einen SCHEISS nach dem anderen erlebt und können jetzt nicht einmal die Früchte ihrer Arbeit gemeinsam erleben.

So hat mich das Ende irgendwie unbefriedigt zurückgelassen.
Einer meiner größten Kritikpunkte war, dass mir das irgendwann viel zu religiös wurde. Also weg von Fantasy-Religion zu "es geht hier ganz offensichtlich um das Christentum, wir nennen es nur nie so". Das fand ich irgendwie schwach. Auch wie sich der ganze Plot rund um Lord Asriel entwickelt hat ... fand ich nicht sehr nachvollziehbar. In der ersten Staffel wirkt er wie ein Wissenschaftler, der einfach nur das Magisterium zerstört wissen will ... weil die gegen Wissenschaft sind. Und als wir ihn wiedersehen, ist er der riesige Anführer einer Rebellion gegen das Himmelreich?! Ne ... hab ich nicht gekauft.

Aber wie gesagt ... insgesamt fand ichs unterhaltsam.

Der ersten und zweiten Staffel würde ich 8 / 10 Punkten geben.
Der dritten Staffel irgendwas zwischen 6 und 7 / 10 Punkten.

Ach ja ... ich will einen Daemon.

Zed:
Aktuell runterladbar auf ÖRRflix: "The Whale" von Darren Aronofsky

Outsider:

--- Zitat von: Bilwiss am 19.01.2025 | 21:17 ---Die zweite Staffel Tokyo Vice ist jetzt in der ARD Mediathek verfügbar. Wie die Erste sehr empfehlenswert.
https://www.ardmediathek.de/serie/tokyo-vice/staffel-2/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLmRlL3Rva3lvLXZpY2U/2

--- Ende Zitat ---

Ich habe sie jetzt durch und kann sagen, mega!!! Von dem Duo und den Charakteren hätte ich gerne mehr gesehen. Leider gibts nur zwei Staffeln.

Die zweite Staffel hat mir sogar noch besser gefallen als die erste. Die erste war schon sehr gut aber in der zweiten wirkt alles noch eine Spur runder. Jake ist in Japan angekommen, hat sich im Gegensatz zur ersten besser in die Gebräuche eingefunden und wirkt reifer. Sehr schöner Story-Arc und alle Charakterrollen wurden gut geschrieben. 

Lyonesse:
Nach längerer Zeit nun doch noch die letzte Folge von American Primeval geschaut und naja. Nicht sonderlich viele sympathische Charaktere, und Western geht ja neuerdings mal wieder gerne Richtung hart, dreckig und existenzialistisch. Ist ja auch völlig in Ordnung, aber ich war dann doch froh als es vorbei war. Die Leute waren mir relativ egal, die Hollywoodwölfe waren mal wieder auf Speed oder sonst was, und das Ende passte zwar zu einer Mini-Serie, kam aber auch mit Ansage. Zwischendurch hatte ich dann noch The-hills-have-eyes-vibes, aber das war ok und passte gut zur supermiesen Stimmung, wozu die absolut nicht vorhandene Chemie zwischen den Hauptdarstellern das ihrige beitrug. Alles in allem eine interessante Serie vom historischen Kontext her (Mormonenkrieg), aber richtig gezündet hat sie - jedenfalls bei mir - leider nicht.
6/10

Alexandro:
Der Gesang der Flusskrebse. Solides Südstaaten-Drama, welches mich etwas an "Wer die Nachtigall stört" erinnert hat (nur dass es hier mehr um die angeklagte Außenseiterin geht, und weniger um den sie verteidigenden Anwalt). Recht gelungen, aber trotzdem nicht so gut und eindringlich wie To Kill a Mockingbird.

The Beekeeper. Jason Statham spielt im wesentlichen eine Mary Sue, welcher so OP ist, dass er sich mühelos durch alles durchschnetzelt, was ihm entgegen geworfen wird. Bezahlte Security oder Cops sind natürlich kein Hindernis für ihn, wäre ja auch überraschend, aber dann wird ein Mitglied der Eliteeinheit zu welcher er damals gehörte auf ihn angesetzt und ich denke mir "Ui, jetzt wird die Sache ernst." - Wird sie aber nicht, dieses Elitemitglied wird genauso schnell entsorgt, wie alle anderen Gegner. Ebenso ergeht es einem knallharten Söldner, welcher schon ein Mitglied von Stathams Elitetruppe getötet hat - zu keinem Zeitpunkt auch nur der Hauch von Gefahr für den Hauptcharakter. Ansonsten ein recht netter, trashiger Film, bei welchen Statham haufenweise Leute tötet die es definitiv verdient haben, und der eigentlich kein richtiges Ende hat (irgendwie hört der Film nach dem letzten Kampf einfach auf, obwohl es keinen wirklichen Abschluss für den Konflikt gab). Nett für zwischendurch, aber mehr nicht.


--- Zitat von: Teylen am 10.01.2025 | 22:25 ---Ich denke das funktioniert weniger weil der Vampir in dem Film keinen größeren Charakterzug hatte als seiner angebeteten nachzustellen.
Damit man eine Figur spielen mag braucht sie, meiner persönlichen Einschätzung nach, mehr Motive und langfristigere. Letztlich braucht es dahingehend mehr.
--- Ende Zitat ---

Hat ein Lestat langfristige Motive? Ich denke nicht.
Manchmal reichen auch generelle Vibes, und die Motive liefert ein Spieler welcher einen solchen Charakter spielt dann automatisch.

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