Medien & Phantastik > Sehen
Filme und Serien - Smalltalk
Runenstahl:
Wake Up Dead Man.
War okay, mehr aber auch nicht. Grandios besetzt, gut gespielt und schön fotografiert. Hat mich aber trotzdem nicht wirklich mitgerissen. Den 1. Teil fand ich grandios, aber hier und beim 2. Teil würde ich nur 3 von 5 Sternchen vergeben. Die waren wohlgemerkt nicht schlecht und der 3. Gefiel mir auch ein wenig besser als der 2. aber irgendwie konnten die mich nicht annähernd so mitreißen wie der 1. Teil.
Es gab viele Kleinigkeiten die beim Sehen direkt stören oder einem zumindest im Nachhinein als seltsam erscheinen (wie z.B. der ein wenig zu offensichtlich Lichtwechsel in der Kirche je nachdem wer gerade zu welchem Thema etwas sagt).
Spoilersachen im Spoiler:
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)Dinge die mir unlogisch erscheinen:
Da ist ein Priester der nicht möchte das sein Vermögen an eine "Huren-Schlampe" vererbt wird. Was tut er nun ?
Möglichkeit A - Er spendet das Geld so offensichtlich oder unauffällig wie er will an gemeinnützige Organisationen oder dergleichen.
Möglichkeit B - Er verbrennt das Geld
Möglichkeit C - Er macht ein vernünftiges Testament
Möglichkeit D - Er kauft für das Geld einen riesigen Klunker mit dem Plan daran zu sterben wenn er diesen verschluckt und darauf zu hoffen das kein Arzt eine Obduktion durchführt um festzustellen woran er gestorben ist und dabei den Edelstein findet so das es damit begraben wird.
Jup... Möglichkeit D for the win. Ist klar.
Spulen wir zum Mord vor. Die alternde Kirchendienerin und der Doc haben also einen Kindsfaust-großen Metallkopf so präpariert das der auf ein Radiosignal hin eine Blutpackung freigibt. Der gute Doc hat wohl vorher mal in der SFX -Branche gearbeitet oder aber diese Skills von den Avengers mitgenommen.
Zum Glück bemerkt weder der Priester das zusätzliche Gewicht dieses Apparates den man an seine Robe genäht hat, noch sieht irgendeiner der Kirchengänger etwas. Okay.
Jetzt läuft fast alles nach Plan... bis der neue junger Priester in die Sache hineinstolpert. Zum Glück kann der Gärtner und Hausmeister Sam den Ex-Boxer mit einem (!) Faustschlag sofort ausknocken. Was für ein Zufall. Oder ist es DER Sam der Gärtner der massive Erfahrungspunkte bekommen hat als er zusammen mit Frodo Sauron besiegte und sich entschieden hat etliche Stufen als Krieger zu nehmen ?
Der Rest ist einfach. Die alternde Kirchendienerin muss noch einen ausgewachsenen Mann durch den Flur zur Treppe ziehen, runterpurzeln lassen und ihn dann durch den (gar nicht mal so kleinen) Keller zur Badewanne schleppen und hineinhiefen. Wie schwer kann das schon sein ? Nachdem sie auch die zweite Leiche anschaulich platziert hat ist sie übrigens nicht mal außer Atem. Die Frau rockt offensichtlich.
Schön auch das in den USA jeder Provinzarzt eine Badewanne mit 200 Litern Säure im Keller hat. Oder hat er sich das extra als Vorbereitung besorgt ? Wenn ja, werden da keine Fragen gestellt ?
Mann am Telefon: "Ich hätte gerne 200 Liter Säure die Fleisch auflösen kann."
Lieferant: "Wofür brauchen sie die denn ?"
Mann "Ich bin Provinzarzt"
Lieferant: "Ja dann..."
Allerdings hat mir keine davon den Spaß verdorben. Ich kann nicht den Finger drauf legen was daran Schuld ist das der Film mich nicht so bewegt hat.
Aedin Madasohn:
--- Zitat von: Runenstahl am 27.12.2025 | 12:54 ---
Spoilersachen im Spoiler:
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Schön auch das in den USA jeder Provinzarzt eine Badewanne mit 200 Litern Säure im Keller hat. Oder hat er sich das extra als Vorbereitung besorgt ? Wenn ja, werden da keine Fragen gestellt ?
--- Ende Zitat ---
wer Breaking Bad gesehen hat weiß
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)das Badewannen gegen so scharfe - metallzerfressende Salzsäure zerfrisst auch Fleisch - Säuren nicht fest sind.
also nimmt man die PP-Regentonne aus dem Baumarkt und um an so viel Salzsäure zu kommen, gibt man sich als Löterfach-Galvanikbetrieb aus, der so einiges erst abzubeizen hat...im Haus des Landarztes. Und auch nur dann, wenn keine geeigneten Ameisen zur Hand sind. ;D
Aedin Madasohn:
House of Ashur
Gladiatoren-Intrigantenstandel-Nackedei
Vorgeschichte "Spartacus" muss man nicht gesehen haben, die paar relevanten Brocken werden (das zumindest handwerklich solide) eingestreut und gut.
- ein Gladiatoren-Zuhälter ohne echtes Zugpferd im Stall will bei den BigPlayern im Biz mitspielen.
- classical: erstmal Dreck fressen,
und dann in Wiederholung Dreckfressen, und Nerven zeigen, und Überfordert sein, und Rumbrüllen, und Dreck fressen, und Brüllen, undundund...
Gähn, oh mal ein paar Splitterchen Handlungsbogen, bevor man abbricht...
es ist zäh und ausgewalzt
dazu dieser ständig überfordert rumbrüllende Dealertyp, wie er in diversen Kleinkriminellenfilmen schon weidlich ausgewalzt und breitgetreten wurde.
die Dialoge erfordern in ihrer shakespearigen Gespreiztheit schon eine gewisse sprachliche Aufgestelltheit, das kann schnell das jüngere Publikum verfehlen.
Garniert wird das dann mit Fäkalsprache-Wutausbrüchen, als wollte man die Klippe zwischen Kultur und Gosse herausmeißeln.
weniger Fäkalsprache Wutausbrüche wären mehr gewesen, mehr Handlungsfortschritt wäre weniger langweilig gewesen, da retten die ganzen Nackten auch nichts mehr.
bin jetzt bei der Hälfte, hoffe (Hoffnung stirbt zu letzt) noch auf Handlung und Fortschritte im Plot,
gebe nur 2 von 5 Sandalen voller Staub
Lyonesse:
This City Is Ours ist mal wieder eine britische Gangster-Serie, die in Liverpool und zum Teil auch in der Gegend um Marbella spielt. Es geht auch mal wieder um die allseits bekannten Themen (Drogenhandel, Rivalitäten, Abzocke, ein kompetenter ''Emporkömmling'', ein im Grunde schwacher ''Prinz'', der sich für wesentlich schlauer hält als er ist, und ein Macht-Vakuum), die man auch schon aus vielen anderen Filmen über Dynastien des organisierten Verbrechens kennt. Sehenswert ist hier aber der Realismus, sowohl was die Story anbelangt als auch die handelnden Charaktere. Hier gibt es wenig Style und noch weniger starke Sprüche oder tiefschürfendes Herumphilosophieren, sondern hauptsächlich das Business und was man tut, wenn es gravierende Probleme gibt. Ein bisschen Königs-Drama, ein bisschen MobLand, ein bisschen englische Sozialdrama Atmosphäre, und irgendwie auch ein wenig Sexy Beast.
Michael ist (leider) mal wieder als Ausputzer gefragt.
Vinter:
Gerade "The Astronaut" gesehen. Kate Mara, Laurence Fishburne, Gabriel Luna und ein ansprechender Trailer haben Lust auf einen kleinen, feinen SciFi-Streifen gemacht.
Kurz zum Inhalt: Astronautin ist mit beschädigter Raumkapsel und Gedächtnisverlust zurück auf der Erde. Und etwas ist ihr gefolgt.
Ist jetzt nicht originell, aber ne gute Prämisse für ne Runde Paranoia gepaart mit Alien-Horror. Steh' ich drauf! IMDb-Wertung von 4.7 dabei geflissentlich ignoriert. Hätte ich besser wissen sollen.
Das Positive: Die ersten 5-10 Minuten. Produktionsdesign, Kamera und Sound sehen nach deutlich mehr Budget aus als zur Verfügung stand. Tatsächlich sieht "The Astronaut" zeitweise richtig gut aus.
Das Negative: Alles andere! Spätestens wenn die ersten Dialoge gesprochen werden.
Boah, hab lange nicht mehr so einen schlechten Film gesehen. Kate Mara schlafwandelt die ganze Zeit durch den Film als hätte sie ne Wagenladung Roofies eingeworfen und sagt ständig solche bedeutungsschwangeren Sätze(!) wie "Wow", "Unglaublich" oder "Mir geht es ganz gut" (Ihr Arm ist blauschwarz angelaufen und sie kotzt sich die Seele aus dem Leib). Arnis Terminator ist im Vergleich dazu ein Ausdruck von wortreicher Eloquenz und Bewegungsdrang.
Konsequenterweise lässt Kate Maras Figur dann aber auch sämtliche ratio in ihren Handlungen vermissen.
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)Ihr Haus wird von einer unbekannten Macht belagert. Statt Militär oder Polizei zu rufen, ihr Ziehvater ist schließlich General einer Spezialeinheit, bittet sie ihren Freund samt dreijähriger(!) Tochter um Hilfe...die kommen natürlich vorbei. Und Freund samt dreijähriger(!) Tochter laufen natürlich nicht zum Haus, wo man eigentlich Kate Mara vermuten würde, sondern laufen sogleich nachts in den Wald, wo gerade richtig schön unheimliche Lichter funkeln und bedrohliche Geräusche es knacken lassen...
Achso, der Körper der guten Kate fällt im Laufe des Films so langsam auseinander bzw. mutiert freudig vor sich hin. Den täglich sie behandelnden Ärzten sagt sie natürlich nix. Ist aber auch konsequent, die Ärzte sagen halt auch nix dazu. Und natürlich fragt sich Kate nicht, warum die Ärzte nix zu ihrem Zustand sagen.
Ich könnte Ewigkeiten so weitermachen, tatsächlich macht es fast Spaß, jede einzelne Dialogzeile, jedes Plothole, jede Regieanweisung auseinander zu nehmen...aber eigentlich wollte ich nur ne Warnung aussprechen: "The Astronaut" ist ein Scheißfilm. Nicht anschauen!
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