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Filme und Serien - Smalltalk
Lyonesse:
Amadeus ist eine Neuauflage des gleichnamigen Spielfilms, bzw. des Theaterstücks, in Serienform (8 Teile) mit Paul Bettany als Salieri. Die Serie ist sowohl opulent als auch intelligent und witzig, und fängt Mozarts Zeit sehr gelungen ein. Natürlich hat die Serie sehr viel mehr Zeit auf den Stoff einzugehen und gewinnt ihm auch die eine oder andere neue Nuance ab. Auch Will Sharpe als ''neuer'' Mozart, weiß in jedem Fall zu überzeugen.
Alles in allem durchaus empfehlenswert, und die üblich gewordene Wokeness ist zwar vorhanden aber stört jetzt nicht weiter.
Herr & Frau Salieri sind auch zu Mozarts Fete eingeladen.
Aedin Madasohn:
the Last Kingdom
nicht mehr ganz taufrische Serie nach einer Romanvorlage, welche auf der Ragnar-Lodbrock Vikings Welle mitschwamm.
nachdem ich Vikings gesehen hatte, war ich damit erstmal übersätigt. Nach einer "Pause" ;D gebe ich jetzt Last-Kingdom seine Chance
die ersten drei Folgen der 1.Staffel gesehen und kenne die Bücher.
Dadurch bleibt einiges, was in der Serie in ganzganz schnellen Stiefelschritten vorangeht, für mich transparent.
der Fortschritt im Plot ist ordentlich und ich fühle mich gut unterhalten.
Wer die Bücher hingegen nicht kennt, wird ständig das Gefühl haben, dass da "Zusammenhänge" fehlen.
die Anzahl an Handlungssträngen ist erfreulich übersichtlich, die Anzahl an no-Brainern bleibt im Rahmen
(man ist ja bescheiden geworden im Angesicht einer grottigen Benchmark - seufz - )
und überkandidelte Nervchars fehlen.
Arrogante adlige Königssöhnchen mit schwindenden Thronaussichten landen mit der Nase auf der Tischplatte, ganz so, wie es sich unter raubeinigen Kriegsleuten gehört.
Outsider:
--- Zitat von: Lyonesse am 28.12.2025 | 17:24 ---This City Is Ours ist mal wieder eine britische Gangster-Serie, die in Liverpool und zum Teil auch in der Gegend um Marbella spielt. Es geht auch mal wieder um die allseits bekannten Themen (Drogenhandel, Rivalitäten, Abzocke, ein kompetenter ''Emporkömmling'', ein im Grunde schwacher ''Prinz'', der sich für wesentlich schlauer hält als er ist, und ein Macht-Vakuum), die man auch schon aus vielen anderen Filmen über Dynastien des organisierten Verbrechens kennt. Sehenswert ist hier aber der Realismus, sowohl was die Story anbelangt als auch die handelnden Charaktere. Hier gibt es wenig Style und noch weniger starke Sprüche oder tiefschürfendes Herumphilosophieren, sondern hauptsächlich das Business und was man tut, wenn es gravierende Probleme gibt. Ein bisschen Königs-Drama, ein bisschen MobLand, ein bisschen englische Sozialdrama Atmosphäre, und irgendwie auch ein wenig Sexy Beast.
Michael ist (leider) mal wieder als Ausputzer gefragt.
--- Ende Zitat ---
Hat mir ebenfalls sehr gut gefallen. Ich finde bei solchen Serien spielt es nicht die ganz große Rolle ob man den Plot schon gefühlt dutzende Male gesehen hat. Das Gangsterleben ist halt inhaltlich doch recht endlich was die Thematiken angeht. Wie du so schön geschrieben hast, wie die Rollen gespielt und das Drama in Szene gesetzt wird, ist für mich viel wichtiger und das stimmt bei dieser Produktion einfach.
Sehr lustig fand ich (bei all den ernsten Themen), ich glaube bei den Szenen in Spanien wo sie die Großhändler treffen machen die sich derbst über die "Produktplatzierungen" lustig.
"Also eigentlich würde ich ja echten Champagner ausschenken, aber Cava ist viel besser."
"Dieser Cava ist wirklich eine Extraklasse für sich!"
"Ich nehme noch was von dem Blubberwasser"
usw. die reiten da so drauf rum, das ist schon herrlich. Klingt irgendwie nach einem Running Gag.
Andropinis:
--- Zitat von: Lyonesse am 10.09.2025 | 18:50 ---Conjuring 4 - Last Rites bietet erwartungsgemäß einen mehr oder weniger würdigen Abschluss der Kino-Reihe. Wer die anderen drei Filme mochte, kann auch hier eigentlich bedenkenlos zugreifen, wobei es sicherlich nicht der stärkste Film der Reihe ist - der erste Teil war einfach am besten. Es gibt die üblichen Effekte, die hin und wieder auch mal recht clever zum Einsatz kommen, und in diesem Teil dreht sich die Story um Judy, die inzwischen erwachsene Tochter der Warrens. Die Ausstattung und Kostüme sind wie immer sehr gut, und wie die ganze Reihe, so wird auch dieser Teil von den beiden herausragenden Hauptdarstellern getragen, denen zuzusehen meistens Spaß macht. Alles in allem vielleicht zu repetitiv und dann doch zu mittelmäßig um einen Kinobesuch wert zu sein, aber ich fühlte mich insgesamt recht gut unterhalten - allerdings räume ich auch eine gewisse Schwäche für die Conjuring-Reihe ein.
6/10
--- Ende Zitat ---
Habe ihn gestern auch gesehen. Ist ok aber wie Du schreibst nicht der stärkste Teil. Fand die Geister kaum gruselig. Für mich sind Conjuring 1 & 3 besser als 2 & 4.
Outsider:
Der Tiger (Amazon Prime)
Der film erinnert an den deutschen Versuch ein WK II "Apokalypse Now" interpretation mit "Jacobs Ladder" vibes zu drehen. Scheitert aber leider kläglich. Dabei macht der Film aus einer Not (komplett hirnverbrannte Story) eine Tugend, wobei der Zuschauer sich nicht sicher sein kann ob das Zufall oder Absicht war.
Der Hauptspannungsbogen ist leider von der zweiten Szene an so offensichtlich und schlecht in die Dialoge implementiert dass es jeden kritischen Zuschauer sofort anspringen muss. Für die ganz Unaufmerksammen werden die Szenen am Ende auch noch mal wiederholt, als wenn das vorher nicht maximal offensichtlich war. Die Dialoge der Crew sind am Rande der Bedeutungslosigkeit und so vermisst man auch niemanden der stirbt. Bei einem so kleinen Cast wäre da deutlich mehr drin gewesen insbesondere bei fast zwei Stunden länge. Ansonsten präsentiert der Film eine wilde Mischung aus Szenen, inklusive einer Panzertauchszene die 1:1 in "Das Boot" gepasst hätte, inklusive "Meuterei auf dem Tiger", aber nicht in einen Film über eine Tiger Besatzung. All diesen Szenen haftet der Makel an, dass sie nicht spannend sein können, ein Scheitern der Besatzung wäre das Ende des Tigers und der Film hat dann ja noch 45-60 Minuten Restlänge, also umsonst geschwitzt, geackert und das Drama hochgefahren.
Für die Ausstattung und inszenierung gibts 2 Punkte, das war es dann aber auch schon.
2/10
Achtung jetzt folgen massive Spoiler!!! Nicht weiterlesen wer den Film noch sehen will.
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)Die Geschichte ist so dermaßen armselig, dass es im Gebälk kracht. Plot ist, von Schuldgefühlen geplagter Panzerkommandant verliert seine Familie bei einem Bombenangriff auf Hamburg und begeht erweiterten Selbstmord (aka er nimmt seine ganze Crew mit). Wie macht er dass? Tiger soll eine Brücke verteidigen die um Mitternacht gesprengt wird, wehrt die Russen ab und gibt dann ohne Not (Auftrag ist erledigt, Straße ist mit Panzerfracks gesperrt) den Befehl zum Rückzug viel zu spät. Auf dem Rückweg über die Brücke wird der Panzer dann noch von IL2´s mit Brandbomben angegriffen (totaler Schwachsinn, warum Fackeln die Russen die Brücke ab die sie eigentlich unbedingt erobern wollten) und steht in Flammen, die Crew fährt trotz Feuer im Kampfraum weiter und Ausblende. Das letzte was man sieht ist der voll in Brand stehende Panzer.
Dann der „Spezialauftrag“ ein Tiger soll einen hochrangigen Deutschen von dem man glaubt er sei in Stalingrad gestorben aus einem Bunker hinter den (jetzt feindlichen) Linien holen. Und das Erste was eines der Crewmitglieder fragt ist „Warum sind wir nicht auf der Brücke verbrannt?“ Die frage bleibt unbeantwortet. Die Reise zum Bunker ist dann ein nach und nach aufkommendes Abdriften ins Unwahrscheinliche. Inklusive der SS die oh Wunder Zivilisten in Häusern abfackelt, auch hier folgen lauter Anspielungen auf Feuer, Verbrennen usw. Irgendwann im laufe der Fahrt fragt der Kommandant dann nach der Uhrzeit und ein Crewmitglied sagt „12 Uhr, aber meine Uhr ist seit dem Kampf auf der Brücke stehen geblieben.“ Haha…
Auflösung. Der hochrangige Deutsche ist ein Freund des Kommandanten aus Friedenstagen. Beide haben in Stalingrad gekämpft, der Vorgesetzte will einen Befehl nicht ausführen weil „…in der Traktorenfabrik ja auch Zivilisten sind…“ der Panzerkommandant (zu dem Zeitpunkt dann noch Kommandant eines Flammpanzers III) ist der Meinung Befehl ist Befehl also fackeln wir die Traktorenfabrik samt Sol…äh sorry Zivilisten darin ab. Im Film übernimmt am Ende der Freund die Rolle des Gewissens des Panzerkommandanten und erinnert ihn daran, dass der Bunker das Ende seiner Reise ist. Jetzt wird aufgeklärt das seine Familie in Hamburg verbrannt ist, Szenen springen zurück auf die Brücke und man sieht das der brennende Tiger noch drauf ist als die Brücke gesprengt wird.
Ausblende Film Ende. YAY was ein Quatsch.
Im Film selbst scheitert das Drehbuch dann an einfachsten historischen Tatsachen. Als „Gegenspieler“ des Tiger wird ein SU 100 Panzerjäger der Russen inszeniert mit dem man dann noch ein paar Panzernahkampf-Choreographien zweigen kann. Nicht so schlimm und zum Fremdschämen wie in Fury, aber ebenfalls Fragwürdig. Problem nur, einmal das Fahrzeug gegoogelt hätte viel gerettet, gezeigt wird ein SU-152 von der SU 100 mehr als deutlich durch die Art des Geschützes zu unterscheiden und wenn man so extrem detailliert die CGI bemüht dann doch bitte auch richtig nennen.
Dazu die SU 100 gab's erst ab Januar 1945 also nicht zur Zeit des Films. Die gezeigte SU 152 gab's 1943 schon, wird aber falsch benannt.
Im letzten Drittel bekommt der Film noch eine, fast mystische Stimmung, „untote Panzerbesatzung“ aka „…Körper verbrennen nicht so schnell…“, ein sich wild drehender Kompass, schummriger Nebelwald voll toter Fallschirmspringer usw. Ich hätte dem Film 1000mal mehr verziehen wenn der Oberst im Bunker eigentlich ein deutscher Okkultist gewesen wäre der da schwarze Magie praktiziert als den elendig öden über lange Hand angekündigten Twist des aktuellen Endes.
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