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Filme und Serien - Smalltalk
Edgar Allan Poe:
Ich habe am Wochenende die erste Staffel Vox Machina durchgeguckt. Ich hatte vor Monaten schonmal die erste Folge gesehen und war so gar nicht angetan davon. Ging mir irgendwie zu sehr in Richtung Anime.
Aus irgendeinem Grund hab ich jetzt aber noch einmal einen Versuch gestartet und meine Herren: Ich hatte viel Spaß. Nachdem die ersten beiden Folgen durch waren und der generische Drachenplot damit vorerst auch beendet war, ging es mit den Briarwoods los und das hat mir so enorm Warhammer-Vibes gegeben, dass ich drinbleiben musste. Zeitgleich hat es mir irgendwie stark zu denken gegeben. Das persönliche Drama. Die Freundschaft und die Emotionen innerhalb der Gruppe. Die Plots, die sich um die Charaktere drehen. Diese EPIK. Für viele hier im Tanelorn wohl Alltag, wenn man den Berichten glauben kann. Ich selbst hab solche Erfahrungen selten gemacht. Meine Spieler spielen eher als eine graue gemeinsame Masse gegen die Welt. Wenig persönliches. Wenig Rollenspiel untereinander. Möchte das demnächst mal mit Daggerheart oder Draw Steel in die andere Richtung forcieren.
Ma tetz:
In meinen Gruppen ist personal Plot auch eher selten. Ich habe aber den Eindruck, dass ist den Spielenden auch recht so
Raven Nash:
Man darf ja nie vergessen, dass die CR-Crew nunmal alle berufsmäßige Schauspieler sind. Die erarbeiten sich ihren Charakter auf ganz andere Weise als der Büroangestellte nach Feierabend.
Ich hab hier auch kaum persönliches Drama - die Backstories der SCs bestehen maximal aus Stichpunkten, manche haben Hooks für mich drin, die meisten aber nichtmal das. Die Spieler haben eben mehr Interesse daran, die Welt und eine Story zu erleben, als tiefgründige intime Probleme abzuarbeiten.
Demnach ich jetzt Paramount+ gegen HBOMax ausgetauscht hab (P+ bietet eigentlich hauptsächlich Western und StarTrek - und beides juckt mich nicht), haben wir mal mit House of the Dragon angefangen. Demnach ich GoT nach Staffel 3 abgebrochen hab, wollte ich dem SpinOff eine Chance geben. Na ja, gleich in der ersten Folge ein schreiendes Plothole (klar, Adelige schlachten einander in einem Turnier ab - ist sicher gut für die Erblinie der Häuser) ist schonmal kein guter Einstieg. Mal sehen, ob ich da weiterschaue.
Gestern die erste Folge von Lovecraft Country gesehen. Das gefällt mir doch wesentlich besser. Mal sehen, wie's weitergeht.
Runenstahl:
Zum Thema "Persönliches Drama im RPG":
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)Das kann man Systemunabhängig in jedes RPG einbauen. Wenn man das denn möchte. Meine Spieler haben da durchaus Bock drauf und zumindest einige von ihnen liefern dazu auch in ihrer Backstory oder durch ihre Ziele im Spiel gute Vorlagen. Der Trick ist halt das die Backstory nicht "mein Charakter ist megacool weil XY" sein sollte sondern am Besten offene Fragen oder noch ungeklärte Konflikte beinhalten sollte. Da kann man als SL durchaus hilfreiche Fragen stellen. Klassiker:
- Gibt es Rivalen oder andere Problem-Persönlichkeiten in der Vergangenheit (die können dann entweder als Rivalen oder aber als überraschende Verbündete auftauchen)
- Gibt es gute Freunde, Liebschaften oder andere Verbündete in der Vergangenheit
- Was möchte der Charakter erreichen und was steht ihm dabei im Weg ? (von "ich suche die verschollene Klinge meiner Ahnen, habe aber keine Ahnung wo die sein könnte" über "ich will den Tyrannen XY loswerden aber der regiert ein mächtiges Reich" bis hin zu "ich will das Herz von Isabella gewinnen, aber sie ist eine Adlige und ich nur ein Bauer" kann das alles sein)
Für eventuelles Drama zwischen den Charakteren müssen die dann selbst sorgen. Aber wenn man einen lebendigen Charakter hat der Teil der Welt ist und durchaus Ziele hat fällt das sehr viel leichter als wenn alle nur gemeinsam die nächste Quest bestehen wollen.
Zed:
--- Zitat von: Edgar Allan Poe am 26.01.2026 | 12:04 ---Ich habe am Wochenende die erste Staffel Vox Machina durchgeguckt. Ich hatte vor Monaten schonmal die erste Folge gesehen und war so gar nicht angetan davon. Ging mir irgendwie zu sehr in Richtung Anime.
--- Ende Zitat ---
Ich weiß nicht, ob meine Störfaktoren mit Deinen zusammenhängen. Ich denke, das Critical Role-Team hatte sich beim Ausdenken von der Streaming-Serie Vox Machina zu sehr vorgenommen, sich auf das Publikum einzuschießen, das die gespielte Kampagne kannte.
Die Nicht-Kennenenden (wie ich) waren daraufhin allzuoft verwirrt, erlebten zwar emotionalste Szenen, für die verständliche Zusammenhänge jedoch häufig fehlten. Weil sie 120(?) Sessions in zwei Staffeln gepackt haben, ist jede Folge irgendwann nur noch ein Bosskampf nach dem anderen. Neben kleinen, bezaubernden Charaktersituationen und einigen epischen Kampfmomenten blieb bei mir am Ende doch nur Verwirrung zurück.
Das haben sie bei ihrer Folgeserie "Mighty Nein" ganz anders angepackt: Jede Figur wird in der ersten Staffel hergeleitet, und ich habe den Eindruck, dass ich alles, was da passiert, verstehe, weil's für Leute geschrieben ist, die die gespielte zweite Staffel nicht kennen. Die Figuren sind hier und da vielleicht etwas zu überzeichnet, aber es bleibt für mich unterm Strich im richtigen Rahmen.
Ich bin auch kein ausgesprochener Anime-Fan, finde den Look jedoch in Ordnung.
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