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Filme und Serien - Smalltalk

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Drantos:
Ich hab ihn (Citizen Vigilante) gesehen und er ist ... richtig schlecht  :P - unabhängig von der Message ist er einfach handwerklich und storymäßig absolut unterirdisch.

cu Drantos

Lyonesse:

--- Zitat von: Ludovico am  6.07.2026 | 09:15 ---Wo wir dabei sind:
Hat schon jemand Citizen Vigilante gesehen?
Ja, ich weiß, dass er von Uwe Boll ist, aber ich finde, dass er nicht nur schlechte Filme macht (ich denke dabei an Postal).
Ist das bei Citizen Vigilante nun nur ein Hype wegen der FSK-Freigabe oder ist der Film doch besser oder schlechter als erwartet?

--- Ende Zitat ---
Ich habe ihn gesehen. Hammer spielt hier den Punisher, allerdings praktisch komplett ohne Grenzen. Wo Castle noch Beißhemmungen hat, haut Sanders einfach drauf. Dazu kommt so eine sich ziemlich ekelhaft anfühlende Melange aus Faschismus, Rassismus, Stimmung gegen Minderheiten und dem ganzen Gequassel der Rechten, inklusive deren Verschwörungstheorien.
Sanders ist natürlich stinkreich. Er verwaltet seinen ererbten Immobilienbestand irgendwo in einer nicht genannten Großstadt in Osteuropa (gedreht wurde in Zagreb), hat einen militärischen Hintergrund und ähnlich wie dem Taxidriver stinkt ihm alles ganz gewaltig. Hinzu kommt noch die Ablehnung des Rechtsstaates und seiner Instanzen, die alle unfähig oder zu schwach sind, und darum auch bestraft werden müssen. Zusätzlich dreht er noch Bekennervideos in denen er die Bevölkerung dazu aufruft, das Gesetz in die eigene Hand zu nehmen und sich zu wehren. Im übrigen wurden sie schon immer von sämtlichen Institutionen - und von den Politikern sowieso - komplett verarscht.
Hinzu kommt Bolls Unfähigkeit irgendetwas unterhaltsames oder halbwegs originelles zustande zu bringen, die sich durch den ganzen Streifen zieht. All diese Botschaften hat man in den letzten Jahren schon irgendwo mal gehört, aber hier werden sie besonders unappetitlich verpackt. Und Armie Hammer muss schon sehr verzweifelt sein, denn mit solchen Rollen wird er sich kaum für seriöse Projekte empfehlen können, aber vielleicht weiß er auch, dass der Zug abgefahren ist.
Ich habe nichts gegen Selbstjustizfilme - außer der üblichen Problematik. Fast jeder Actionfilm hat die eine oder andere Form davon, und es gibt dazu ein ganzes Genre mit Dutzenden von Beiträgen, aber Boll, der sich offenbar für nichts zu blöd ist, hat sich hier in seinem Dilettantismus, dem Ausleben seiner Gewaltphantasien und dem Überschreiten von Grenzen nochmal so richtig übel vergriffen. Aber das Schöne für Uwe: Hey, er ist mal wieder Stadtgespräch!

Outsider:

--- Zitat von: Lyonesse am  6.07.2026 | 10:45 ---Ich habe ihn gesehen. Hammer spielt hier den Punisher, allerdings praktisch komplett ohne Grenzen. Wo Castle noch Beißhemmungen hat, haut Sanders einfach drauf. Dazu kommt so eine sich ziemlich ekelhaft anfühlende Melange aus Faschismus, Rassismus, Stimmung gegen Minderheiten und dem ganzen Gequassel der Rechten, inklusive deren Verschwörungstheorien.
Sanders ist natürlich stinkreich - er verwaltet seinen ererbten Immobilienbestand irgendwo in einer nicht genannten größeren Stadt in Osteuropa (gedreht wurde in Zagreb), hat einen militärischen Hintergrund und ähnlich wie dem Taxidriver stinkt ihm alles ganz gewaltig. Hinzu kommt noch die Ablehnung des Rechtsstaates und seiner Instanzen, die alle unfähig oder zu schwach sind, und darum auch bestraft werden müssen. Zusätzlich dreht er noch Bekennervideos in denen er die Bevölkerung dazu aufruft, das Gesetz in die eigene Hand zu nehmen und sich zu wehren. Im übrigen wurden sie schon immer von sämtlichen Institutionen - und von den Politikern sowieso - komplett verarscht.
Hinzu kommt Bolls Unfähigkeit irgendetwas unterhaltsames oder halbwegs originelles zustande zu bringen, die sich durch den ganzen Streifen zieht. All diese Botschaften hat man in den letzten Jahren schon irgendwo mal gehört, aber hier werden sie besonders unappetitlich verpackt. Und Armie Hammer muss schon sehr verzweifelt sein, denn mit solchen Rollen wird er sich kaum für seriöse Projekte empfehlen können, aber vielleicht weiß er auch, dass der Zug abgefahren ist.
Ich habe nichts gegen Selbstjustizfilme. Fast jeder Actionfilm hat die eine oder andere Form davon, und es gibt dazu ein ganzes Genre mit Dutzenden von Filmen, aber Uwe Boll, der sich offenbar für nichts zu blöd ist, hat sich hier in seinem Dilettantismus und dem Ausleben seiner Gewaltphantasien nochmal so richtig übelst vergriffen. Aber das Schöne für Uwe: Hey, er ist Stadtgespräch!

--- Ende Zitat ---

Dem kann ich nur zustimmen. Neben dem Gezeigten ist der Film darüber hinaus eine immer wiederkehrender Aufruf zur Selbstjustiz. Der Film spielt nicht nur mit der Idee, das ein Mann sich rächt. Der eine Mann tut das um Gewalt zu legitimieren, damit alle anderen seinem Beispiel folgen und sich gegen das "System" wehren.

Wie sagt er so schön: Islamisten und verblendete woke Linke sind die Feinde der Werte die ihr liebt. Durch sie geht das Land zugrunde.

Der Film präsentiert keinen Tiefgang, keine Gegenargumente nur die Botschaft "Gewalt ist okay, wenn ihr  dadurch die "feindliche" Übernahme  (durch Islamisten und woke Linke) verhindern könnt.

Ganz mieser Drecksstreifen der in meinen Augen nicht nur provozieren will sondern die Botschaft ernst meint die er verbreitet.

Ludovico:
Vielen Dank!
Ich mag Armie Hammer und hatte gehofft, dass Boll hier wie bei Postal auf schmutzigen unterirdischen Humor und Selbstironie setzt.
Wie hier https://www.youtube.com/watch?v=eULunFTbBQU und hier https://youtu.be/K8aPv2SOVSM?si=oQrppTM5JKFohaxI

Aber wenn der Streifen sich noch ernst nimmt (was ich bei der Prämisse nicht erwartete)... Dann eher nicht.

Gibt einige gute Selbstjustizstreifen, die ernster sind wie 96 Hours oder die Punisher-Serie oder Ein Mann sieht rot oder Death Sentence oder Die Fremde in Dir.

Prisma:
Ich habe mir ein paar Schnippsel auf YT angesehen. Entweder ist es so wie Sashael sagt und Boll ist hart rechts abgebogen, oder es ist ein Grift. Boll hat vor Jahren ein Interview gegeben, in dem er sagte Kunst und die Themen die er befilmt seien ihm fast egal. Er will angeblich auch keine Kunst schaffen, sondern mit dem geringsten Aufwand Geld verdienen. Das sei ihm bisher immer gelungen. Ob das nun so ist oder nicht, "Citizen Vigilante" scheint mir eine Art maximale Provokation zu sein, die ein sehr empfindliches Thema unserer Zeit als Vehikel nutzt. Ich gehe davon aus, dass Boll ganz bewusst auf einen harten Skandal abzielt, um Presse zu machen, und er hofft sicher auch auf Geld von Rechtsradikalen, die den Film bestimmt abfeiern werden. Unabhängig davon ob Boll hart rechts oder ein Grifter ist, vielleicht ist er heute sogar beides; die große Gefahr ist, dass dieser Film bestimmte Leute zum Nachmachen animiert. Aus meiner Sicht, brandgefährlich!

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