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Filme und Serien - Smalltalk
Prisma:
Das wir über Boll reden ist genau das was er zu erreichen versucht. Ich halte ihn für eine Art mal positiven, mal negativen Troll. Er hat ja auch Filme gemacht, die das Gegenteil von Citizen Vigilante sind. Einige davon sollen gut bis erstaunlich gut sein (angeblich "Dafur", der sogar einen Preis als bester Indy-Film gewann). Boll kann es also, wenn er will.
Unabhängig davon ob er nun hart rechts ist oder nicht, ich werde das Gefühl nicht los, dass Boll gerade jeden und alles trollt.
First Orko:
Wie hat er (zumindest früher) es geschafft, diverse Schauspielgrößen für seine Projekte zu gewinnen? Laut dem, was ich dazu mal gelesen habe, hat er hat einfach die Drehzeit seiner Projekte auf die Zeiten abgepasst, wo die gewünschten Leute gerade Pause hatten, zwischen zwei Filmen waren oder so und er keine große Konkurrenz befürchten musste.
Das spricht imho schon dafür, dass Uwe Boll einfach nur das Game Kapitalismus spielt und sich als reinen Regie-Arbeiter betrachtet, der halt sein Geld verdienen will/muss. Dafür kennt er wenig inhaltliche Skrupel und Grenzen, das hat er ja zu Genüge bewiesen und ist sich nicht zu schade, fragwürdige Aussagen zu Publicity-Zwecken rauszuhauen.
Dagegen ist jetzt abseits moralischer Einordnungen per se wenig vorzubringen - zumindest nicht mehr als gegen andere Menschen, die dasselbe tun aber damit weitaus mehr tatsächlichen Schaden anrichten.
Aber in Bezug auf seine Filme kann man wohl feststellen, dass Bedeutungsebenen in seinen Filmen fernab der Funktion als reine Verarbeitungsprodukte bestenfalls netter Beifang, mitunter aber auch reiner Zufall sind. Als solches ist er natürlich eine Antithese ggü. alle Filmschaffenden, der sich als Künstler·innen verstehen (wollen)... aber auch ein Zerrbild der auf maximalen Profit ausgerichteten Hollywood-Maschinerie. Man kann sich das so hinerzählen, dass er diese ganz subversiv durch sein Lebenswerk vorführen will - oder er will halt einfach nur irgendwie Geld machen aber war und ist nicht gut genug, um einen echten Blockbuster rauszubringen und es damit in die Riege der Starregisseure zu schaffen. Ich glaube an Letzteres.
Klar kann man Fastfood fressen und satt werden. Man sollte sich nur immer bewusst sein, dass es das ist. Und in einem Vergleich mit dem angesehenen und stets gut besuchten Restaurant der Stadt macht man sich höchstwahrscheinlich lächerlich.
Prisma:
--- Zitat von: First Orko am 8.07.2026 | 12:39 ---Aber in Bezug auf seine Filme kann man wohl feststellen, dass Bedeutungsebenen in seinen Filmen fernab der Funktion als reine Verarbeitungsprodukte bestenfalls netter Beifang, mitunter aber auch reiner Zufall sind. Als solches ist er natürlich eine Antithese ggü. alle Filmschaffenden, der sich als Künstler·innen verstehen (wollen)... aber auch ein Zerrbild der auf maximalen Profit ausgerichteten Hollywood-Maschinerie. Man kann sich das so hinerzählen, dass er diese ganz subversiv durch sein Lebenswerk vorführen will - oder er will halt einfach nur irgendwie Geld machen aber war und ist nicht gut genug, um einen echten Blockbuster rauszubringen und es damit in die Riege der Starregisseure zu schaffen. Ich glaube an Letzteres.
Klar kann man Fastfood fressen und satt werden. Man sollte sich nur immer bewusst sein, dass es das ist. Und in einem Vergleich mit dem angesehenen und stets gut besuchten Restaurant der Stadt macht man sich höchstwahrscheinlich lächerlich.
--- Ende Zitat ---
Was das betrifft halte ich den Zug für bereits abgefahren. Boll ist bereits ein "Starregisseur". Er hat zwar keine Milliardenblockbuster gemacht, aber er ist ein international bekannter Filmemacher, der weltbekannte Schauspieler in seinen Filmen hat auftreten lassen. Ja, dies hat er geschafft, dies muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Vermutlich gibts irgendwo einen Gag unter Schauspieler ... einmal bei den besten und einmal bei den schlimmsten mitspielen, oder so...
Um das Restaurantbeispiel aufzugreifen: Boll ist so etwas wie McDonald's. Kaum einer mag es, fast jeder kennt es oder hat davon gehört.
Ludovico:
--- Zitat von: Prisma am 8.07.2026 | 13:15 ---Was das betrifft halte ich den Zug für bereits abgefahren. Boll ist bereits ein "Starregisseur". Er hat zwar keine Milliardenblockbuster gemacht, aber er ist ein international bekannter Filmemacher, der weltbekannte Schauspieler in seinen Filmen hat auftreten lassen. Ja, dies hat er geschafft, dies muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Vermutlich gibts irgendwo einen Gag unter Schauspieler ... einmal bei den besten und einmal bei den schlimmsten mitspielen, oder so...
--- Ende Zitat ---
Ben Affleck erklärt es hier bei Min 2:13 sehr gut:
https://www.youtube.com/watch?v=H2ah4SG80VA
Zed:
„Lass uns was darüber machen, wie MAGA Familien verändert und was passiert, wenn man die MAGA-Bewegung konsequent weiterdenkt.“
Ein guter Grundgedanke und doch ein mieser Film: The Change auf amazon prime.
Der Film ist von grundauf günstig konzipiert - er spielt quasi nur auf einem Familienanwesen - und die überwiegend aus dem TV-Bereich bekannten Schauspielenden sind passabel: Kyle Chandler (Allein gegen die Zukunft) und Dylan O’Brien (Teen Wolf, Maze Runner) zum Beispiel.
Mit so einem Sparkonzept und den Darsteller:innen ließe sich sicher etwas denkwürdiges ausarbeiten. Aber es hapert am Drehbuch. Dabei sagte doch schon Billy Wilder, dass ein guter Film nur drei Dinge braucht: Ein gutes Drehbuch, ein gutes Drehbuch und ein gutes Drehbuch.
Die Figuren haben Prinzipien: Der eine will das „MAGA-Manifest“ grundsätzlich nicht lesen, um die Politik aus der Familie rauszuhalten, die andere kann ihr Bauchgefühl weder überwinden noch in handlungsrelevante Argumente verwandeln. Viele Twen-/Teen-Kinder, die die Eltern haben, täuschen eine Familie vor: Freiheitlichkeit wird eingefordert, und Grenzen werden gesetzt - das aber so willkürlich, dass sich der Eindruck einer „echten Familie“ nie einstellt.
Inkompatible Prinzipien könnten zu interessanten Konflikten führen. Zwar werden Konflikte in Stellung gebracht - aber dann nicht wirklich ausgetragen. Ein drohendes Flüstern hier, ein konsequenzloser Wutausbruch da. Überhaupt: Fast jeder der Leute vor der Kamera darf einmal in der zweiten Filmhäfte so richtig ausrasten, obwohl die Motivations- und Charakterbaulage der Figuren das nicht immer hergibt.
Hier wurde unter dem Deckmantel eines wichtigen Themas schlicht vieles zusammengerührt. Die Familie bleibt unglaubwürdig, keine der Figuren ist so nachvollziehbar, dass man an ihrem Schicksal interessiert bleibt.
Zusammengerührtes macht noch kein gutes Skript, und ein schlechtes Skript macht keinen guten Film: 0.5 von 10 MAGA-Mützen.
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