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Filme und Serien - Smalltalk

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Seth:

--- Zitat von: alexandro am  2.11.2011 | 22:56 ---Ich denke das Zitat bezieht sich auf das ZDF-Borgia (dessen Hauptdarsteller John Doman ist, nicht Jeremy Irons). Hatte definitiv seine Momente, allerdings etwas langatmig (was damit zusammenhängen mag, dass das ZDF immer zwei Folgen hintereinander, ohne Pause, gezeigt hat).

Die deutsche Fassung von "The Borgias" (mit Irons) läuft ab 9. November auf Pro7 an.

--- Ende Zitat ---

Ja, hatte ich verwechselt :D auch wenn ich mir von der Irons-Serie auch nicht unbedingt viel mehr verspreche.



--- Zitat von: Bad Horse am  2.11.2011 | 22:40 ---Was Callisto sagt, mit einem Komma zwischen dem "I" und dem "Claudius". ;)

Die Römer sehen zwar alle sehr britisch aus, und die Optik ist auch sehr... englisch, aber die Serie über Claudius, der vom verachteten Krüppel zum Kaiser wird, ist absolut großartig.

--- Ende Zitat ---

Bei "I, Claudius" ziehen sich mir immer die Zehennägel hoch, wenn ich die Darstellungen von Claudius und Caligula sehe. Die sind beinahe eins zu eins von Seneca übernommen und so unreflektiert, dass ich in den Fernseher springen könnte. Aber Jean-Luc Picard (Patrick Stewart) als Seianus hat schon was  ;D

korknadel:
Äh, ich habe die Showtime-Serie gesehen, die mit Jeremy Irons, und der ist wirklich das Highlight der Serie. Auf die bezog sich mein Kommentar. Besser fand ich den spanischen Film "Die Borgias". Die europäische TV-Serie habe ich nicht gesehen.

@Sol:
"Rome" ist natürlich allererste Sahne. Tudors macht mir hin und wieder eine Spur zu große Zugeständnisse an 0815-Fernsehkonventionen, finde ich insgesamt aber schon sehr gut.

Sowohl bei Tudors, vor allem aber bei den Showtime-Borgias nervt mich oft die Musik oder der Umgang mit Musik. In Borgias gibt es eine Triumphzugartige Szene, wo Vokalmusik erklingt, die sowohl sakral-feierlich als auch triumphal klingen soll (und das auch tut). Suggeriert wird dabei aber immer Historizität, denn es handelt sich nicht um moderne Musik. Allerdings ist das Stück meiner Schätzung nach irgendwo zwischen Spätbarock und Klassik anzusiedeln, also stilistisch und harmonisch 250 bis 300 Jahre später verortet als die Handlung. So etwas nervt mich, denn wenn man (kunst-)geschichtlich schon so ungenau vorgeht, dann soll man bitte nicht so tun, als wäre das authentisch. Zumal es auch um 1500 rum schon Triumphmusik gab, die man dafür nutzen könnte und die wegen der damaligen Instrumente der Szene auch eine viel größere Wirkung verliehen hätte.

Bei Tudors nervte mich immer die Kirchenmusik, die prinzipiell nicht als solche diente, sondern als Hintergrund für Gespräche oder Ansprachen. Wenn man bedenkt, wie viel Geld die damaligen Herrscher für diese Kompositionen ausgegeben haben, ist die Vorstellung absurd, dass da jemand nebenher geredet hat (außer vielleicht im Flüsterton). Durch die musikalische Hintergrundbeschallung verliert der Kirchenraum sein akustisches Spezifikum, was ich schade finde, weil ich mir das als Effekt spannend vorstelle. Vor allem aber ist es bedauerlich, dass bei den Klamotten, bei Banketten und Schnmuck ständig der Prunk vorgeführt wird, bei der Musik jedoch nicht. Da wird nur gesagt: Die hatten damals auch schon Radio.

Seth:

--- Zitat von: korknadel am  3.11.2011 | 07:50 ---@Sol:
"Rome" ist natürlich allererste Sahne. Tudors macht mir hin und wieder eine Spur zu große Zugeständnisse an 0815-Fernsehkonventionen, finde ich insgesamt aber schon sehr gut.

--- Ende Zitat ---

Da geb' ich dir recht!


--- Zitat ---Sowohl bei Tudors, vor allem aber bei den Showtime-Borgias nervt mich oft die Musik oder der Umgang mit Musik. [...]

--- Ende Zitat ---

Hehe, ja, es ist klar, dass dir das vor allem auffällt. Ich finde das Meiste als Hintergrundgeplätscher ganz gut, was sicher auch daran liegt, dass ich es nicht so genau zuordnen kann. Allerdings muss ich sagen, dass ich die Kirchenmusik bei den Tudors teilweise schon genial gesetzt fand. Vor allem fällt mir da der Tod von Jane Seymour ein, bzw. ihre Beisetzung, bei der im Hintergrund der kirchlich anmutende Choral langsam in die Haupttheme der Serie übergeht. Da bekomm' ich regelmäßig
Gänsehaut  ;D

Allerdings ist natürlich schon seltsam, warum auf der einen Seite die Bemühungen um (halbwegs) Authentizität erkennbar sind, vor allem aber bei der Musik gerne mal geschludert wird. Vielleicht Kostengründe oder man traut dem Zuschauer die Einordnung nicht zu und möchte lediglich eine gewisse Stimmung vermitteln (wie du schon sagst, nach dem Motto "das klingt historisch").

korknadel:

--- Zitat von: Sol Invictus am  3.11.2011 | 08:02 ---Allerdings ist natürlich schon seltsam, warum auf der einen Seite die Bemühungen um (halbwegs) Authentizität erkennbar sind, vor allem aber bei der Musik gerne mal geschludert wird. Vielleicht Kostengründe oder man traut dem Zuschauer die Einordnung nicht zu und möchte lediglich eine gewisse Stimmung vermitteln (wie du schon sagst, nach dem Motto "das klingt historisch").

--- Ende Zitat ---

Ich glaube, das liegt daran, dass Film- und Fernsehgucker über die Jahrzehnte dazu gedrillt wurden, dass die Musik nur eine Funktion für den Film hat, nicht aber für sich steht. Damit will ich nicht sagen, dass es unter Filmkomponisten nicht vielleicht große Künstler gibt, aber die Musik dient nicht zum Zuhören, sondern zum Zugucken.

Deshalb herrscht beim Zuschauer eine Erwartungshaltung, was Musik angeht. Er rechnet von vornherein damit, dass die Musik "nur" (kommentierende) Begleitung ist. Produzenten hüten sich in den allermeisten Fällen davor, ihm etwas anderes vorzusetzen, als er erwartet. So auch bei den Tudors. Selbst wenn historisch einigermaßen korrekte Musik gespielt wird, wird sie doch genau so eingesetzt wie Musik eben in jeder anderen Serie eingesetzt wird. Was, wie Du beschrieben hast, durchaus emotionale Wirkungen hervorruft, aber eben nichts mit der ansonsten angestrebten historischen Darstellung zu tun hat. Schief wird das Ganze ja vor allem dadurch, dass die korrekte historische Darstellung angedeutet wird (wenn der Chor in der Kirche gezeigt wird zum Beispiel).

Anders sieht das eigentlich nur bei Filmen aus, die die Musik direkt thematisieren. Die siebte Saite ist ein sehr schönes Beispiel, wo Musik (nicht immer, aber häufig) regelrecht ausgestellt ist. Erstaunt war ich auch bei Polanskis Pianist, dass der komplette Sonatensatz (?) ohne Ablenkung gespielt wurde -- wie bemerkenswert dies ist, sagt viel über den sonst üblichen Gebrauch von Musik im Film aus.

alexandro:
Seit gestern läuft endlich die dritte Staffel von Misfits, der coolen, britischen Alternative zu "Heroes".

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