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Filme und Serien - Smalltalk

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tartex:

--- Zitat von: Thallion am  3.11.2023 | 18:17 ---The Number 23 mit Jim Carrey gesehen. Man war das ne Grütze.
--- Ende Zitat ---

Ich habe endlich die Truman Show gesehen. Lustig, dass der Film nicht aus seinem eigenen Schatten treten kann, und uns am Ende jubelndes Publikum gezeigt wird, damit wir wissen, was wir empfinden sollen. Lauwarm. Christof muss doch wissen, dass die Quoten durch den Schritt heraus nochmals extrem gepusht werden könnten. So naiv war doch auch vor 25 Jahren niemand um das nicht zu kapieren, oder? Stattdessen muss wohl ein klarer Bösewicht am Ende das Fett wegbekommen. Und die wahre Liebe wartet natürlich schluchzend auch auf Truman...

Ganz am Ende haben sie sich dann doch 2-Sekunden-Fast-Subversion getraut, mit den beiden Typen, die sich fragen, auf welchen Kanal sie jetzt schalten sollten. Aber selbst das hat Doctor Who 1985 schon besser gemacht.

ghoul:
Die Truman Show war damals ein großer Film. Das war ja noch vor Big Brother! Heute sind wir wahrscheinlich zynischer.

Vash the stampede:
Ich habe mir als Begleitung zu meinem literarischen Monothema Fritz Langs Die Nibelungen (beide Teile) angeschaut. Es gibt vieles, das ich mag (Bilder, Effekte), oder in Ordnung finde (Musik, Änderungen an der Geschichte). Die Schauspielenden gehen meist in Ordnung, sind manchmal wunderbar (Brunhild) und manchmal gut gespielt, aber optisch fragwürdig (Hagen, Etzel). Nur bei meiner Lieblingsfigur, Dietrich von Bern, komme ich zu keinem eindeutigen Ergebnis. Irgendwie mag ich seine Darstellung und zugleich nicht. Grundsätzlich ist der Film bzw. sind die Filme lang (150 und 130 Minuten) und haben natürlich ein gänzlich anders Tempo als heute üblich. Bei den Texttafeln hat mir meine Frau erst kurz vor Schluss den Hinweis gegeben, dass jede Figur ihr eigenes Tier oder Symbol hat. Da fällt mir vieles in Filmen auf und das habe ich nicht gerafft; ein bisschen Peinlich. Alles in allem hatte meinem Spass.

Jiba:
Cool Vash, danke für die Eindrücke. Den muss ich auch noch schauen.

Ich schaue in letzter Zeit auch viele Klassiker an. Zuletzt Citizen Kane, der völlig zurecht als einer der ersten, im heutigen Sinne "modernen" Spielfilme gilt – vor allem wegen des Einsatzes der Tiefenschärfe, die satte Bilder voller Details erzeugt. Für heutige Sehgewohnheiten mag der Film etwas lang und langsam sein. Jedoch ist er wirklich eine Masterclass in Staging und Blocking. Der Regisseur Orson Wells (der auch die Hauptfigur spielt, und das sehr gekonnt) holt alles aus seinen Bildern heraus... schon die Anfangsshots mit Xanadu, dem Anwesen des Protagonisten Charles Foster Kanes, sind atmosphärisch unglaublich dicht. Das Schlussbild zeigt (in Form einer Totale auf die Kunstschätze, den Krempel, die Möbel, die Kane über die Jahre angesammelt hat) buchstäblich ein ganzes Leben – tolle schließende Klammer für dieses fiktive Biopic. Klar ist auf der Ebene der Story und der Personen auch Vieles aus der Zeit gefallen: Die Frauenfiguren sind erwartungsgemäß passiv, obwohl Ruth Warrwick aus ihrer Performance als Kanes erste Ehefrau Emily eine Menge herausholt und heute (mit ein paar wenigen Änderungen) relativ leicht als komplexe Frauenfigur durchginge. Die Skrupellosigkeit und flexible Einstellung zur Wahrheit, die Kane in seiner Boulevard-Zeitungsredaktion an den Tag legt, ist (leider) ebenfalls sehr zeitlos.

Aber wie gesagt: Das Beste an dem Film ist sicherlich, wie das Geschehen eingefangen wird. Der Look ist – zumindest für mich – das Entscheidende, warum sich Citizen Kane auch heute noch lohnt.

P.S. Und, so ich nichts übersehen habe: There really was no cane in "Citizen Kane".

Vash the stampede:
Citizen Kane ist ein Meisterwerk. Was mich dabei tief beeindruckt hat, das einige der Machenden vorher aus einem anderen Medium kamen, Hörspiel z.B., und sich mit dem Film dem Thema Film erst annähernden, sich also dafür überlegten, wie man Dinge macht, machen könnte und wo sie Vorteile des Medium Films liegen.

Und ja, ich betone das, weil mir das oftmals fehlt, insbesondere bei aktuellen Produktionen aus Kino, Fernsehen und Stream.

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