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[Kino] Das große TRON-Sequel: Tron Legacy

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Chobe:
Ich kam gestern abend aus dem Film und habe den Thread mal überflogen weil mich gewundert hat, wieso er so weit runtergerutscht ist. Normalerweise taucht am Filmstart-Tag nämlich mindestens ein neuer Beitrag auf.

Da kam ich an Gesprächen und Beiträgen vorbei, wie das Innenleben eines Computers aussehen könnte, wie schwach es doch sei, daß die virtuelle Welt unserer bis auf ein bißchen Neon so ähnlich wäre, wo die Kreativität der Designer angeblich schon erschöpft sein muß, wie unglaublich schlecht das doch alles sei, usw.
Da dieser eine Aspekt aber (wie ich finde) im Film einen plausiblen oder zumindest potentiellen Grund bekommt, war ich in dem Moment tierisch genervt über solche Schlüsse bzw. Verrisse, ohne sich überhaupt selbst ein Bild gemacht zu haben..
Sorry, dafür, ca. einmal im Jahr bin ich ein Hitzkopf. ;)

@Chaosdata: Genau eben NICHT. Im Gegensatz zu Tron 1, wo die dargestellte Welt benutzt wird, um zu sagen: "So sieht es in einem Computer aus.", wird doch bei Tron Legacy deutlich erwähnt, daß die Welt dort von Flynn geschaffen wurde, eine Plattform für Programme und User. Und was macht man als Gestalter, wenn sich zwei Sorten Besucher dort wohl fühlen sollen? Man versucht, beiden Ansprüchen und Gewohnheiten gerecht zu werden. Und wenn ein Mensch so eine Welt gestaltet, was ist dann so furchtbar unlogisch und falsch daran, daß sie der menschlichen Welt ähnlich ist?

Jed Clayton:
Ich habe den Film gestern Abend auch gesehen, konnte zum Glück noch ohne "Spoiler" reingehen und mochte den Film sehr.

Ja, auch ich hatte mir vom Feeling und von der Handlung her etwas mehr erwartet, aber der Film hat seine Momente. Ganz toll für Leute meiner Generation (und älter?) war natürlich der Moment, in dem Sam Flynn in der alten verlassenen Spielhalle den Strom einschaltet, alle alten Arcade-Automaten zu blinken und zu dudeln beginnen und aus der Anlage Journey läuft! Die 80er-Jahre in 3 Minuten. Da überkommt uns alle das Nostalgiefrösteln.

Ich fand übrigens Quorra nicht so heiß, wie von der Werbung angepriesen. Der Charakter scheint aber als "das heiße Chick, das jeder Computer-Nerd gern hätte" eingebaut zu sein. Richtig witzig ist Castor, keine Frage!

Sehr interessant ist an Tron Legacy, dass Flynn hier eben gerade nicht gegen den bösen geldgeilen Konzern oder gegen ein übermächtiges Programm kämpft, sondern gegen eine jüngere Version von sich selbst bzw. sein Abbild (CLU). Die Podcaster von Postcards from the Dungeon haben eine sehr faszinierende Parallele gezogen: CLU ist auch eine Art Sohn von Flynn, der aber künstlich geschaffen wurde und nicht "menschlich" sein kann. Dieser Sohn wird in dem Moment überflüssig, als der richtige Sohn Flynns in der Welt auftaucht und sie verändert. Wenn man sich Kevin Flynn als Gott denkt, dann wäre CLU im mythologischen Zusammenhang Luzifer (Anführer der Engel, zuerst von Gott geschaffen) und Sam Flynn wäre Jesus.

Chaosdada:

--- Zitat von: Chobe am 28.01.2011 | 13:31 ---@Chaosdata: Genau eben NICHT. Im Gegensatz zu Tron 1, wo die dargestellte Welt benutzt wird, um zu sagen: "So sieht es in einem Computer aus.", wird doch bei Tron Legacy deutlich erwähnt, daß die Welt dort von Flynn geschaffen wurde, eine Plattform für Programme und User. Und was macht man als Gestalter, wenn sich zwei Sorten Besucher dort wohl fühlen sollen? Man versucht, beiden Ansprüchen und Gewohnheiten gerecht zu werden. Und wenn ein Mensch so eine Welt gestaltet, was ist dann so furchtbar unlogisch und falsch daran, daß sie der menschlichen Welt ähnlich ist?

--- Ende Zitat ---
Im ersten Teil wurde die Welt auch von Flynn geschaffen - sie sieht auch nicht wesentlich anders aus, also wäre eine andere Natur schon mal ein dicker Minuspunkt. Das ändert nichts daran, dass es eine Computerwelt ist (und was sollte überhaupt eine Computerwelt sein, die nicht von einem Programmierer geschaffen wurde?).
Ich hatte eigentlich nichts davon geschrieben, dass es schrecklich falsch wäre, als ein anständiges Interface (oder was soll "eine Plattform für Programme und User" sein) ist es allerdings in der Tat extrem albern, denn es ist wenig nützlich und viel zu aufwendig. Bei Tron 1 schien die Welt auf Flynns Computerspielen zu basieren. Das finde ich noch plausibler, soweit man bei einem solchen Film davon sprechen kann, denn dabei kann man aufwendige Graphik/die realistische Umgebung gut verwenden und es erklärt auch die Gladiatorenkämpfe, statt einer schlichten Exekution.
Man muss die Umgebung nicht an zwei Sorten von Besuchern anpassen, denn man kann die Programme einfach so schreiben, dass sie sich dort "wohl fühlen". Sie sollte allerdings funktional sein, was eine Abbildung der menschlichen Welt für die meisten Belange nicht ist.

alexandro:
Nein, im ersten Teil wusste Flynn nichts von der Existenz der Welt, bis er dort gelandet ist. Er hat das Programm geschrieben, aber ohne einen Gedanken daran wie eine darauf basierende virtuelle Welt aussehen würde.

Chobe:
Richtig! Ich denke auch, daß dieser Laser eigentlich nie dazu gedacht war, einen Menschen zu "digitalisieren". Hm. jetzt wo ich drüber nachdenke, wird eigentlich nie wirklich der Grund für die Entwicklung von dem Ding erwähnt.

Aber jetzt mal zu Tron Legacy:
Ich hatte außer den 2 Trailern keine Informationen vorher an mich herangelassen.
Er hat mich großartig unterhalten, und das mit einer Mischung aus Design, Look und Musik, die genau meinen Geschmack trifft. Schon bei den ersten Klängen und Bildern im Intro hatte ich eine Gänsehaut, leider war für solche Momente im weiteren Verlauf des Films wesentlich weniger Zeit. Die Nostalgie kam nicht zu kurz, andauernd kamen irgendwelche Anspielungen an den Klassiker, manche waren leider etwas Holzhammer-methodisch-dämlich ("wirklich 'ne Mordstür"), der Großteil war aber in Ordnung und dezenter, sei es Flynns elektronische Einweisung in die Spielwelt, die eins zu eins denselben Wortlaut wie der alte Film hatte, daß der junge Flynn in einer Garage mit der Beschriftung "Dumont Shipping" wohnt, oder auch nur die (für viele bestimmt verschwindend unbedeutende) Tatsache, daß bei der Synchronbesetzung Jeff Bridges nicht seine seit einigen Jahres etablierte, sondern dieselbe Stimme wie in den 80ern bekommen hat. :)

Die 3D-Effekte waren vernachlässigenswert, die optische Trennung der zwei Welten gefiel mir aber sehr gut, endlich hatte ich mal wieder das Gefühl, daß 3D dazu benutzt wurde um den Film zu erzählen, und nicht der Film benutzt wurde um 3D zu demonstieren/hypen.

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