Pen & Paper - Spielsysteme > Weitere Pen & Paper Systeme
Capes, Cowls and Villains Foul -- Superhelden-Spiel von Spectrum Games
Jed Clayton:
Gut, es mag ja bestimmte Parallelen geben, aber ich gehe auf Selganors Frage hin noch einmal die Beispielbilder durch:
Das Superman-Regenbogenfingerstrahlen-Cover:
* Der Charakter kann unter bestimmten Bedingungen (so mal meine Formulierung, weil ich hier keinen kompletten Absatz aus dem Regelkapitel zitieren möchte) eine völlig neue Kraft/Fähigkeit bekommen, die nie so geplant war und die nie auf seinem Charakterblatt verzeichnet war. Diese neue Kraft kostet keine Charakterpunkte, ist nicht an "Erfahrung" gebunden und ist einfach "Story" ... das heißt, sie ist meistens für nur eine bestimmte Ausgabe der Serie gültig, oder eventuell auch nur für eine Szene.
Batman mit unterschiedlich farbigen Kostümen:
* Der Charakter kann durchaus mehrere Versionen seines Kostüms oder seiner Rüstung haben, aber diese verschiedenen Versionen kosten nicht jeweils wieder Punkte oder müssen Teil eines Power Frameworks (à la Hero System) sein. Kostüm, Cape, Trickgürtel, Werkzeuge etc. sind ggf. einfach ein Merkmal. Dennoch kann es im Laufe der Zeit unterschiedliche Dinge machen oder unterschiedliche Stärken an den Tag legen, ohne dass man jedes Mal neue Punkte dafür ausgeben muss. Man kann dieses Merkmal variieren oder auch in die Story einbinden, unter anderem auch mal ins Absurde gehen oder den ganzen Kram gehörig durch den Kakao ziehen (...was hier ja auch auf dem Cover in gewisser Weise geschieht).
Cover von Superman #349 mit neuen Nebencharakteren:
* Der Charakter bekommt quasi Besuch aus einer anderen Dimension: Es gibt mehrere Versionen seiner selbst, aus anderen Zeiten oder aus Paralleluniversen. Darunter gibt es ironische Spiegelungen (Bizarro!), böse Doppelgänger, ältere oder jüngere Versionen des gleichen Helden, den gleichen Helden in einem anderen Kostüm oder - wie hier - den Helden in der Form des jeweils anderen Geschlechts. In einer noch abgedrehteren Form kann ein Abenteuer durch den Besuch des "Störenfrieds aus einer anderen Welt" aufgepeppt werden. Der "Störenfried" wirkt ähnlich wie ein Joker in einem Kartenspiel: Er ist ein Narr, ein Spaßmacher, ein Tunichtgut, der nichts und niemanden ernst nimmt und alles auf den Kopf stellt. Das gelingt ihm umso besser, da er fast unbegrenzte kosmische Kräfte besitzt... Bei Superman heißt so ein Wesen Mr. Mxyzptlk, bei den Fantastic Four gab es schon früh den Impossible Man (abgekürzt "Imp"). ;)
Cover von Sensational She-Hulk:
* Das nennt man auch - nach einem alten Theaterbegriff - das Durchbrechen der Vierten Wand (Break Fourth Wall). In CC&VF kommt das als Option bei den Gummipunkten oder Regelvariante vor: Der Charakter weiß (plötzlich?), dass er selbst in einem Comicheft ist und das alles um ihn herum "nur eine Comicserie" ist. Deswegen steht es der Figur auch frei, sich direkt an den Leser zu wenden oder sich über ihren eigenen Zeichner und/oder Autor zu äußern (John Byrnes She-Hulk-Ausgaben trieben dies auf die Spitze). So könnte der Charakter auch quasi aus dem eigenen Comicheft heraustreten und sich beim Autor beschweren, dass der Autor ihn in eine so blöde Lage gebracht hat oder dass man ihm schlechte Dialogzeilen in den Mund (in die Sprechblasen) gelegt hat. Noch besser: Die Figur kann "in die Zukunft sehen", weil sie mal eben beim Autor oder in der Redaktion des Comics nachgefragt hat, was als nächstes passiert, oder was die Schwäche des Schurken ist.
Das meinte ich damit.
Letzten Endes kann man das wohl lieben oder hassen. Wofür ihr euch entscheidet, ist mir relativ gleich. Jedenfalls ist CC&VF ein Spiel, das den Spielern relativ direkt sagt:
"Habt keine Angst und keine Hemmungen, in einem Comic-Spiel auch Dinge zu tun, die eben in Comics passieren! Das hier ist kein Spiel über Leute mit Superkräften. Es ist ein Spiel über Comic-Hefte! Es darf genauso bunt und genauso naiv-verspielt sein wie ein Comic."
Hróđvitnir (Carcharoths Ausbilder):
--- Zitat von: Jed Clayton am 23.06.2011 | 03:07 ---So könnte der Charakter auch quasi aus dem eigenen Comicheft heraustreten und sich beim Autor beschweren, dass der Autor ihn in eine so blöde Lage gebracht hat oder dass man ihm schlechte Dialogzeilen in den Mund (in die Sprechblasen) gelegt hat. Noch besser: Die Figur kann "in die Zukunft sehen", weil sie mal eben beim Autor oder in der Redaktion des Comics nachgefragt hat, was als nächstes passiert, oder was die Schwäche des Schurken ist.
--- Ende Zitat ---
Ooookay. Der Zeichner ist ein weiterer, vom Editor dargestellter NSC, mit dem quasi eine Zwischenschicht an Fiktion eingerichtet wird? Eine Ingame-Metaebene? Öh... Ich bin zu alt für sowas. Gib mir ein +1-Schwert und ich bin glücklich.
(Auch wenns jetzt nicht so meins ist - interessant klingen einige der Konzepte allemal, und hier ist nicht der kleine Bruder von Scheiße gemeint.)
Jed Clayton:
--- Zitat von: Hróðvitnir am 23.06.2011 | 03:20 ---Ooookay. Der Zeichner ist ein weiterer, vom Editor dargestellter NSC, mit dem quasi eine Zwischenschicht an Fiktion eingerichtet wird? Eine Ingame-Metaebene? Öh... Ich bin zu alt für sowas. Gib mir ein +1-Schwert und ich bin glücklich.
--- Ende Zitat ---
Der Editor ist eine Facette des Spielleiters, der "Autor" dagegen ist der Spieler.
Manchmal ist so ein +1 Schwert für mich auch alles, was ich an einem Abend möchte. Das kommt ganz drauf an. In der Regel ist das dann aber in einem anderen Spiel. Primitiv ausgedrückt: Wenn ich D&D will, spiel' ich eben D&D. ;)
--- Zitat ---(Auch wenns jetzt nicht so meins ist - interessant klingen einige der Konzepte allemal, und hier ist nicht der kleine Bruder von Scheiße gemeint.)
--- Ende Zitat ---
Danke vielmals. Ich werde ja bald wissen, ob ich das in meinen Runden mal richtig einbauen kann. Das Wochenende naht...
Hróđvitnir (Carcharoths Ausbilder):
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)Hihi. Wenn ich D&D spielen will, spiel ich was Besseres.
Selganor [n/a]:
--- Zitat von: Jed Clayton am 23.06.2011 | 03:07 ---Das Superman-Regenbogenfingerstrahlen-Cover:
* Der Charakter kann unter bestimmten Bedingungen (so mal meine Formulierung, weil ich hier keinen kompletten Absatz aus dem Regelkapitel zitieren möchte) eine völlig neue Kraft/Fähigkeit bekommen, die nie so geplant war und die nie auf seinem Charakterblatt verzeichnet war. Diese neue Kraft kostet keine Charakterpunkte, ist nicht an "Erfahrung" gebunden und ist einfach "Story" ... das heißt, sie ist meistens für nur eine bestimmte Ausgabe der Serie gültig, oder eventuell auch nur für eine Szene.
--- Ende Zitat ---
Also wird dadurch der Charakter kurzfristig wenn der SL will zur "Plot Device" mit der ein bestimmtes Abenteuer entweder gestartet oder geloest werden kann.
Gibt's als "Power Stunts" (Einmal-Einsatz einer Variante der urspruenglichen Power) in Marvel Super Heroes (dem alten von TSR) und Mutants&Masterminds (da als Hero Point Einsatz) auch schon laenger "verregelt" (sprich: so dass der Spieler da die Kontrolle drueber hat)
Ansonsten als "Spielleiterwillkuer" ;) in jedem System machbar :P
--- Zitat ---Batman mit unterschiedlich farbigen Kostümen:
* Der Charakter kann durchaus mehrere Versionen seines Kostüms oder seiner Rüstung haben, aber diese verschiedenen Versionen kosten nicht jeweils wieder Punkte oder müssen Teil eines Power Frameworks (à la Hero System) sein. Kostüm, Cape, Trickgürtel, Werkzeuge etc. sind ggf. einfach ein Merkmal. Dennoch kann es im Laufe der Zeit unterschiedliche Dinge machen oder unterschiedliche Stärken an den Tag legen, ohne dass man jedes Mal neue Punkte dafür ausgeben muss. Man kann dieses Merkmal variieren oder auch in die Story einbinden, unter anderem auch mal ins Absurde gehen oder den ganzen Kram gehörig durch den Kakao ziehen (...was hier ja auch auf dem Cover in gewisser Weise geschieht).
--- Ende Zitat ---
In der Story zu diesem Cover machte es sogar systemtechnisch Sinn, da der Gegner "farbbasierte" Powers hatte und Batman sich durch entsprechendfarbige Kostueme resistent bis immun gegen bestimmte Effekte gemacht hat.
Sofern das Kostuem keine systemtechnischen Auswirkungen hat kenne ich KEIN System, dass fuer ein neues Kostuem weitere Charakterpunkte verlangt (ausser man hat ein System bei dem man fuer alles Geld o.ae. ausgeben muesste und jedes Kleidungsstueck irgendwas kostet)
Wer hingegen Teile seiner Ausruestung auch systemtechnisch variieren will (z.B. die Hauptwaffe fuer eine Weile von Pistole in Schwert wechseln) kann das in anderen Systemen durchaus durch "Ausruestung/Power/..."-Pools (Hero und M&M fallen mir da spontan ein)
--- Zitat ---Cover von Superman #349 mit neuen Nebencharakteren:
* Der Charakter bekommt quasi Besuch aus einer anderen Dimension: Es gibt mehrere Versionen seiner selbst, aus anderen Zeiten oder aus Paralleluniversen. Darunter gibt es ironische Spiegelungen (Bizarro!), böse Doppelgänger, ältere oder jüngere Versionen des gleichen Helden, den gleichen Helden in einem anderen Kostüm oder - wie hier - den Helden in der Form des jeweils anderen Geschlechts. In einer noch abgedrehteren Form kann ein Abenteuer durch den Besuch des "Störenfrieds aus einer anderen Welt" aufgepeppt werden. Der "Störenfried" wirkt ähnlich wie ein Joker in einem Kartenspiel: Er ist ein Narr, ein Spaßmacher, ein Tunichtgut, der nichts und niemanden ernst nimmt und alles auf den Kopf stellt. Das gelingt ihm umso besser, da er fast unbegrenzte kosmische Kräfte besitzt... Bei Superman heißt so ein Wesen Mr. Mxyzptlk, bei den Fantastic Four gab es schon früh den Impossible Man (abgekürzt "Imp"). ;)
--- Ende Zitat ---
Was hat diesess "Setting/Abenteuer"-Element mit dem System zu tun?
So Sachen kann man mit JEDEM System machen (ausser das Setting des Systems bestimmt, dass bestimmte Charaktere einzigartig sind und nicht in anderer Version vorkommen koennen)
--- Zitat ---Cover von Sensational She-Hulk:
* Das nennt man auch - nach einem alten Theaterbegriff - das Durchbrechen der Vierten Wand (Break Fourth Wall). In CC&VF kommt das als Option bei den Gummipunkten oder Regelvariante vor: Der Charakter weiß (plötzlich?), dass er selbst in einem Comicheft ist und das alles um ihn herum "nur eine Comicserie" ist. Deswegen steht es der Figur auch frei, sich direkt an den Leser zu wenden oder sich über ihren eigenen Zeichner und/oder Autor zu äußern (John Byrnes She-Hulk-Ausgaben trieben dies auf die Spitze). So könnte der Charakter auch quasi aus dem eigenen Comicheft heraustreten und sich beim Autor beschweren, dass der Autor ihn in eine so blöde Lage gebracht hat oder dass man ihm schlechte Dialogzeilen in den Mund (in die Sprechblasen) gelegt hat. Noch besser: Die Figur kann "in die Zukunft sehen", weil sie mal eben beim Autor oder in der Redaktion des Comics nachgefragt hat, was als nächstes passiert, oder was die Schwäche des Schurken ist.
--- Ende Zitat ---
Und welche systemtechnischen Auswirkungen hat so ein "Dialog durch die 4th wall"?
Oder allgemeiner: Was fuer Auswirkungen hat so ein Dialog? (Ist das im Falle des She-Hulk-Cover nicht eher ein Monolog? - Man kann ja nicht darauf antworten, oder doch?)
Sieh das jetzt nicht als Angriff auf CC&VF. Ich wollte nur verstehen warum du diese Beispiele (die ja wie oben gezeigt nix ist was nicht schonmal - und auch schon in den von dir genannten anderen Superheldensystemen - dagewesen waere) als was "einzigartiges" siehst.
Navigation
[0] Themen-Index
[#] Nächste Seite
[*] Vorherige Sete
Zur normalen Ansicht wechseln