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Fröhliche Savage Worlds Blubberrunde (mit Lästern)
Master Li:
--- Zitat von: TAFKAKB am 19.06.2010 | 11:52 ---2. Wenn ich mir die Settings von Savage Worlds anschaue, dann erkenne ich bei aller Heterogenität dennoch ein gewisses Maß an Grundgemeinsamkeiten. Das hatte jemand mal im Thread "Militär oder Pulp" auf einen Nenner zu bringen versucht, aber der Thread war sehr schnell in unüberbrückbaren Differenzen und Konflikten versunken. Am Gedanken, dass sich Savage Worlds trotz der erwähnten Settingheterogenität für eine bestimmte Grundtonalität anbietet, ist jedoch nach meiner Ansicht durchaus was dran. Ich muss mal schauen, ob ich das inhaltlich so zu fassen bekomme, dass eine sachliche Diskussion möglich wird. Momentan habe ich eher noch ein vages Gefühl.
--- Ende Zitat ---
Würde ich Dir erstmal zustimmen, aber ich denke, dass dies weniger dem System selbst zu schulden ist. Viele Autoren haben eine nette Idee. Diese soll nun schnell und einfach umgesetzt werden. Da bietet sich SW wegen der Lizenzpolitik, der Einfachheit und bestimmt nicht zuletzt der Popularität wegen an. Diese Ideen sind aber oft nicht bis ins kleinste elaborierte Welten, die perfekt ausgearbeitet sind, sondern oft nur gröbere Skizzen und Andeutungen.
Daraus entstehen dann eher einfach wirkende Settingbände, die man ein paar Mal spielen kann aber eben keine eigene Welt zum ewigen Kampagnenspiel bieten. Also ein Hauch von Pulp...
Aber es gibt eben auch hoch detaillierte Settings (Hellfrost), die in keinster Weise Probleme mit SW bereiten.
Humpty Dumpty:
--- Zitat von: Master Li am 19.06.2010 | 14:46 ---Würde ich Dir erstmal zustimmen, aber ich denke, dass dies weniger dem System selbst zu schulden ist. Viele Autoren haben eine nette Idee. Diese soll nun schnell und einfach umgesetzt werden. Da bietet sich SW wegen der Lizenzpolitik, der Einfachheit und bestimmt nicht zuletzt der Popularität wegen an. Diese Ideen sind aber oft nicht bis ins kleinste elaborierte Welten, die perfekt ausgearbeitet sind, sondern oft nur gröbere Skizzen und Andeutungen.
Daraus entstehen dann eher einfach wirkende Settingbände, die man ein paar Mal spielen kann aber eben keine eigene Welt zum ewigen Kampagnenspiel bieten. Also ein Hauch von Pulp...
Aber es gibt eben auch hoch detaillierte Settings (Hellfrost), die in keinster Weise Probleme mit SW bereiten.
--- Ende Zitat ---
Ja, das kann sein. Wäre so eine Art von Konsequenz aus dem ersten genannten Punkt
--- Zitat von: TAFKAKB am 19.06.2010 | 11:52 ---1. Savage Worlds ist ein Jungbrunnen an Ideen. Nach meinem Eindruck liegt das hauptsächlich daran, dass die OGL (oder wie die hieß) vom D20-System clever weiterentwickelt wurde und es mit Savage Worlds nun eine Plattform gibt, auf deren Basis man sich ohne die Notwendigkeit der kompletten Neuentwicklung eines Regelsystems inhaltlich austoben kann. Spitze!
--- Ende Zitat ---
Und ich stumme Dir zu: das Skizzenhafte verstärkt den Pulpcharakter. Doch vielleicht ist das auch der Grobkörnigkeit des Systems selbst geschuldet. Oder aber der Tonalität vieler Formulierungen (beispielsweise lesen sich die Arcane Backgrounds ziemlich pulpig, was entsprechende Assoziationen auslösen könnte). Hm, doch wie gesagt: so ganz klar habe ich das noch nicht. Vielleicht regen die Gedankenstücke ja zu weiteren Beiträgen an. Ist ja schließlich der Blubberthread hier :D
Master Li:
Und was noch hinzu kommt, auch wenn es manche nicht hören wollen: Die Aufmachung der Bücher ist pulpig... ~;D, das zieht halt auch (aber zum Glück nicht nur) dementsprechend Interessierte an.
Zornhau:
Meines Erachtens wäre es hilfreich, den im Normalfalle mehr MISSVERSTÄNDNISSE auslösenden Begriff "Pulp" oder "pulpig" wirkllch zu vermeiden.
Außer natürlich es geht im UNABSTREIBARE Pulp-Vorlagen wie Slipstream mit Pulp-Sci-Fi im Flash-Gordon-Stil oder DTA mit Two-Fisted-Action-Heroes als Vorlagen.
SW bietet definitiv CINEMATISCHE Elemente und diese braucht man eher in ACTIONBETONTEN Settings.
SW bietet definitiv TAKTISCHE Elemente, und diese braucht man eher in KAMPFBETONTEN Settings.
Daher findet man bei SW-Settings, die einen starken Gebrauch all dessen machen, was SW zu bieten hat, oft action-betonte, kampf-betonte Settings.
Verfolgungsjagden, Tricks, Kampfmanöver, Massenkampf - alles das sind Elemente, die SW zur Verfügung stellt, OHNE daß es dazu Zusatzbände, Ergänzungsregeln usw. bräuchte. Daher können sich Setting-Entwickler, die gerne solche Szenen in ihren Settings gespielt sähen, bei SW gleich aus dem GRW bedienen und brauchen dazu nicht einmal viele komplexe Anpassungen zu machen.
Daher sammeln sich solche Settings schon etwas bei SW. - Aber eben nicht nur!
Hellfrost ist z.B. SEHR UNTYPISCH für SW, weil es fast schon RuneQuest-Qualitäten mitbringt (auch bei der Härte des Settings selbst).
In Gaslight steht das Action-Element eher hinten, während stimmungsvolle soziale Tragik im Vordergrund steht.
Zur Überraschung mancher, die sich unter dem irreführend mit SW verbundenen Pulp-Begriff "unkaputtbare" Helden vorgestellt haben, hat sich Solomon Kane oder Sundered Skies als Total-Party-Killer erwiesen, weil in diesen Settings eben NICHT die für SW-Pulp-Settings typischen "Gefahrenminderungs-Regelschalter" gesetzt wurden.
So ist Necropolis mehr wie Engel - ethische, moralische Fragen stehen im Vordergrund, neben knallharter Taktik, und eher geringer Cinematik. - Ähnliches triff auch auf die anderen Weird Wars Settings zu, bei denen eben KAUM irgendwelche "unphysikalischen" überkandidelten Action-Einlagen vorgesehen sind.
Eine ähnliche Szene mit Nazi-Bad-Guys in DTA ist für die SCs sicher NICHT tödlich, während dieselbe Szene, mit derselben Anzahl an Gegnern in Weird Wars II für die SCs SICHER TÖDLICH wäre.
Was manche außer Acht lassen: SW ist ein GENERISCHES Regelsystem. Man kann es und man SOLL es anpassen.
Und hier wird oft übersehen, daß die WENIGEN Pulp-Settings eben die SW-Regeln BESONDERS "untödlich" machen, während die Weird Wars Settings sie eher normal tödlich halten, und solche Settings wie DL:R oder Solomon Kane sie sogar BESONDERS tödlich machen.
Ich finde, man kann eben gerade KEINEN Trend bei SW-Settings feststellen. - Diese sind so vielfältig, wie man es sich nur denken kann.
Von Modern Urban Horror ohne viel Cinematik und mit wenig Action wie in Pinebox, Texas, bis hin zu den Futurama-artig überkandidelten Action-Einlagen in Slipstream ist ein WEITER WEG.
Zornhau:
--- Zitat von: Master Li am 19.06.2010 | 15:26 ---Und was noch hinzu kommt, auch wenn es manche nicht hören wollen: Die Aufmachung der Bücher ist pulpig...
--- Ende Zitat ---
Ja, klar. - Wir hatten das Thema schon mal in all seiner EKELHAFTIGKEIT.
SW ist GENERISCH.
Um Pulp-Abenteuer mit SW spielen zu können, daß es halbwegs den Vorlagen entspricht, braucht man sogar PULP-SETTINGREGELN, weil es sonst zu tödlich wäre nur nach dem Grundregelwerk Pulp zu spielen zu versuchen. - Dafür gibt es ja gerade die DTA-Settingregeln, die TRES-Settingregeln, die Thrilling-Tales-Settingregeln und den Pulp-Toolkit mit noch mehr Vorschlägen Settingregeln für Pulp-SW zu erstellen.
Die Aufmachung zeigt eigentlich QUERBEET alle möglichen Settings von Fantasy über Western, 2. Weltkrieg, Sci-Fi, usw.
Dieses Herumreiten darauf, daß der Einband etwas "pulpig" wirke, daher müsse der Inhalt ja wohl ausschließlich ein Pulp-Rollenspiel sein, ist einfach BESCHEUERT.
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