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Preis deutscher Taschenbücher

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Achamanian:

--- Zitat von: Woodman am 25.06.2010 | 11:00 ---Der Vergleich mit Hardcovern ist doch aus Sicht des nur lesen wollenden unerheblich, wichtig ist doch nur das sie sich zu gut verkaufen um auf sie zu verzichten. Wenn die Verlage die Dinger nicht gut genug loswerden würden um damit Gewinne zu erwirtschaften, würden sie die Teile doch weglassen.


--- Ende Zitat ---

Mir ging es nur drum, zu erklären, warum es diese Überformate überhaupt in solcher Häufung gibt. Und das liegt dran, dass das in vielen anderen Literaturbereichen typische Format Hardcover und dann ein Jahr später das Taschenbuch in der Fantasy nicht funktioniert.
Die TPBs erfüllen halt im Prinzip die gleiche wirtschaftliche Funktion wie die Hardcovers (Erstausgabe mit höherem Preis), haben aber offenbar nicht den gleichen Abschreckungseffekt. Hardcover nehmen viele in der Buchhandlung erst gar nicht in die Hand. Der TPB wird dagegen als "großes Taschenbuch" wahrgenommen und zur Kasse getragen. Und wenn die Leute dann erst dort merken, dass das Ding fast so teuer ist wie ein Hardcover, drehen nur die wenigsten wieder um.

Selganor [n/a]:

--- Zitat von: Woodman am 25.06.2010 | 11:00 ---Wenn die Verlage die Dinger nicht gut genug loswerden würden um damit Gewinne zu erwirtschaften, würden sie die Teile doch weglassen.

--- Ende Zitat ---
Ich weiss nicht wie die Situation in Deutschland ausieht, aber kuerzlich habe ich gehoert, dass ueber 90% der Buecher die in Amerika auf den Markt kommen die Anzahlungen an den Autor nicht wieder einspielen, die restlichen unter 10% machen genug Gewinn fuer den Verlag, dass er sich die restlichen Buecher "leisten" kann.
Denn wenn man nur die gewinnbringenden Buecher rausbringen wuerde saehe es in der Buchlandschaft schon ARG duenn aus.
(Stellt euch eine Buchhandlung vor in der nur jedes 10. Regal gefuellt waere)

Achamanian:

--- Zitat von: Selganor am 25.06.2010 | 11:20 ---Ich weiss nicht wie die Situation in Deutschland ausieht, aber kuerzlich habe ich gehoert, dass ueber 90% der Buecher die in Amerika auf den Markt kommen die Anzahlungen an den Autor nicht wieder einspielen, die restlichen unter 10% machen genug Gewinn fuer den Verlag, dass er sich die restlichen Buecher "leisten" kann.

--- Ende Zitat ---

Bei den deutschen Taschenbuchverlagen würde es mich wundern, wenn das Verhältnis so krass ist, kann aber sein.
Worüber ich mir (Gerüchten zufolge) ziemlich sicher bin ist, dass z.B. die Fantasy-Reihe bei Klett-Cotta  einzig und allein von Tolkien und den Tad-Williams-Titeln getragen wird. Alle anderen Bücher, die dort erscheinen, sind Zuschussgeschäfte und werden wohl auch von vorneherein als solche konzipiert. Finde ich eigentlich ziemlich anständig, wenn es tatsächlich so ist, dass Klett-Cotta bereitwillig drauf zahlt, um eine Fantasy-Reihe auf hohem Niveau aufrechtzuerhalten.

Woodman:
Also eher Verlustminimierung, da sie an den TPBs ja ein plus bei den Einnahmen haben, aber dem nur ein geringer Mehraufwand gegenübersteht. Ändert aber im Prinzip nicht viel an der Begründung, denn ohne eine hochpreisige Auflage wäre der Verlust des einzelnen Buches noch höher und der Gesamtgewinn des Verlages kleiner.

Lyonesse:

--- Zitat von: Selganor am 25.06.2010 | 11:20 ---Ich weiss nicht wie die Situation in Deutschland ausieht, aber kuerzlich habe ich gehoert, dass ueber 90% der Buecher die in Amerika auf den Markt kommen die Anzahlungen an den Autor nicht wieder einspielen, die restlichen unter 10% machen genug Gewinn fuer den Verlag, dass er sich die restlichen Buecher "leisten" kann.
Denn wenn man nur die gewinnbringenden Buecher rausbringen wuerde saehe es in der Buchlandschaft schon ARG duenn aus.
(Stellt euch eine Buchhandlung vor in der nur jedes 10. Regal gefuellt waere)

--- Ende Zitat ---

Habe in etwas das gleiche kürzlich im Blog des britischen Fantasyautoren Tim Stretton gelesen; es soll sich dabei um ein offenes Geheimnis handeln, über das die Verlage nur ungern sprechen. Vermutlich wird es aber bei anderen Medien, wie etwa dem Film, nicht gar so viel anders aussehen. Die Studios verdienen ihr Geld ja auch mit einigen wenigen großen oder überraschenden Rennern, bringen aber insgesamt viel mehr Filme heraus - man weiß eben vorher nicht, wie die Sachen ankommen werden. 

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