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Französische Rollenspielproduktion

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First Orko:

--- Zitat von: Jiba am 24.02.2011 | 08:44 ---Andererseits lese ich hier im Thread doch immer wieder dieselben Nasen, also ob das Interesse dann so wahnsinnig groß wäre...  :-\

--- Ende Zitat ---

Nur kurz dazu: ich lurke hier regelmäßig vorbei und lass mich überwältigen - erinnere mich meines miesen Französisch - heule - klicke frustriert wieder weg. Kann LM da nur beipflichten ;)

Und zum Vorschlag mit Vorstellung anderssprachiger Spiele auf Cons:  :d

Woodman:
Und nicht vergessen, die englischen Produkte haben auch noch einen doppelten Preisvorteil, fehlende Buchpreisbindung und oftmals günstiger Dollarkurs. Abgesehen davon halte ich es für nahezu unmöglich eine Übersetzung zu schreiben, die wirklich alle Nuancen des Originals enthält und trotzdem flüssig zu lesen ist. In der Literatur sind die wirklich guten "Übersetzungen" ja auch eher Interpretationen des Originaltextes in der Landessprache.

killerklown:

--- Zitat von: Lachender Mann am 24.02.2011 | 09:07 ---Jupp, Frankreich ist jetzt nicht gerade dafür bekannt, Zweitsprachenkenntnis sonderlich zu fördern, und wenn ich mich recht erinnere, ist die allgemeine Englischkenntnis als Lingua Franca in Frankreich im EU-Vergleich ziemlich niedrig.
Und das Problem ist nicht, dass Englisch hier zu Lande mit der größeren Prestige ist (das würde ich gar nicht bestreiten), sondern dass einfach die Auswahl und die Qualität der Übersetzten Werke oft eher mau ist, und viele gute Systeme schlicht nicht übersetzt werden. Würde man sich allein auf deutschsprachige Systeme beschränken, würde man eine ganze Reihe von guten, einflussreichen oder zu Mindest populären Systemen verpassen.
Klar, mehr Übersetzungen wären eine schöne Sache, aber die Ressourcen sind doch eher begrenzt, und so lange man die Sprache beherrscht, ist der Leidensdruck jetzt auch nicht so groß.
In der Hinsicht ist die Anzahl der französischen Eigengewächse auch einfach aus der Not geboren, weil der Zugang zu den Amerikanischen Rollenspielen eben nicht so selbstverständlich ist.

Und als semi-professioneller Übersetzer sollte ich anmerken, dass es verdammt schwer ist, einen Text ohne Qualitätsverlust zu übersetzen. Viele Rollenspielübersetzungen sind dementsprechend auch etwas... holprig - was die Attraktivität der Übersetzungen eher reduziert. Wenn ich die Wahl habe zwischen einer Übersetzung und dem englischen Original, kaufe ich eigentlich immer das Original, weil die textliche Qualität in aller Regel etwas höher ist. Klar, ich bin in der Hinsicht jetzt auch priveligiert, weil ich mir die entsprechenden Sprachfertigkeiten anggeignet habe, aber da bin ich nicht der einzige.

--- Ende Zitat ---
Ein Paar Anmerkungen zu deinem Text :
- Die meisten Rollenspieler die ich kenne wären in der Lage auf Englisch zu lesen, die sind ja der Sprache mächtig. Wollen sich abver nicht die Mühe geben und warten auf eine frz Übersetzung. Das meiste was nicht indie ist wird eh übersetzt.
- Ich bin selber Übersetzer (1/2 Zeit neben Übersetzungsstudium) und ich denke schon dass ein professioneller Übersetzer ohne Qualitätverlust übersetzen kann. Ich denke sogar dass die meisten meiner Übersetzungen sogar das Original verbessern (aber manche Texte die ich übersetze sind eh schlecht verfasst).
- Ich habe hier einen Angebot für Übersetzung eines Rollenspieles gefunden und an Freunde weitergeleitet die sowohl Dt Muttersprachler als Übersetzer sind, und sehr interessiert waren in der Branche zu arbeiten. Es wurden denen 1/8 der auf dem Markt üblichen Preisen für die übersetzung angeboten. Einer davon hat gerechnet dass er bei dem angebotenen Lohn bei vollzeitarbeit am Ende des Monats gerade mal 400€ brutto verdient hätte. Kein Wunder das danach keine sprachliche Qualität rauskommen kann. Nur einen Leien würde solche Preise akzeptieren oder einen Übersetzer ohne Skrupel der dann extremst schnell es übersetzen würde mittels autotranslation programme. Aber Qualität ?


Anderes Thema (oder auch nicht ganz).
Jedes Mal dass ich hier einen Rollenspiel vorstelle, versuche ich den Autoren davon in Kenntnis zu bringen. Die freuen sich ja immer  ;D und manchmal kriege ich interessante Infos zurück.
Also le 7eme Cercle und Cubicle7 arbeiten schon länger eng miteinander und es sind tatsächlich übersetzungen von manch hier vorgestellten Rollenspiele geplant !
In april soll Yggdrasill [bald wird es hier vorgestellt  ;)] auf Englisch erscheinen, in Planung sind auch übersetzungen von Humanydyne, Z-Corps und Kuro [wird auch bald hier vorgestellt]

Voilà !

carthoz:

--- Zitat von: Lachender Mann am 24.02.2011 | 09:07 ---In der Hinsicht ist die Anzahl der französischen Eigengewächse auch einfach aus der Not geboren, weil der Zugang zu den Amerikanischen Rollenspielen eben nicht so selbstverständlich ist.

--- Ende Zitat ---
Das ist die eine Sichtweise. Die andere ist, dass sie es geschafft haben, sich zu emanzipieren und ihr eigenes Ding durchzuziehen. Was wäre denn wohl hierzulande los, wenn man eben nicht die Übersetzungsschiene gefahren wäre, sondern mehr deutlich Kram als nur DSA und Midgard in Eigenregie entstanden wäre? Erstaunlich ist doch immer noch, wenn ich mitbekomme, wie viel Probleme doch offenbar Lizenzen oft genug mit sich bringen, dass die Leute es trotzdem als den primären Weg sehen und nicht stattdessen selbst was bauen. Klar, dazu kommt auch, dass man was Gutes bauen sollte und nicht den x-ten Klon von Y. Aber das wird ja stellenweise nicht mal versucht. Und das finde ich so enorm schade und deswegen bemerkenswert anders bei unseren Nachbarn.

Terrorbeagle:

--- Zitat von: carthinius am 24.02.2011 | 11:57 ---Das ist die eine Sichtweise. Die andere ist, dass sie es geschafft haben, sich zu emanzipieren und ihr eigenes Ding durchzuziehen. Was wäre denn wohl hierzulande los, wenn man eben nicht die Übersetzungsschiene gefahren wäre, sondern mehr deutlich Kram als nur DSA und Midgard in Eigenregie entstanden wäre? 
--- Ende Zitat ---

Hey, ein paar mehr Eigengewächse gibts dann doch - erstaunlicherweise fast immer irgendwas endzeitliches.

Ernsthaft, ich glaube, dass in Deutschland in der relevanten Generation die Zweitsprachenkenntnis höher ist als in Frankreich. Nicht so hoch wie sagen wir mal, in den Niederlanden, aber höher als in Frankreich (was auch an einer ausgeprägten Sprachpflege hängt).
Ich will gar nicht behaupten, dass deutsche Rollenspieler unbedingt zwangsläufig bessere Englischkenntnisse haben als die französischen Kollegen, aber ich glaube, dass es lange eine andere Einschätzung der Sprache und der Verwendung von Fremdsprachen angeht. Dann wird eben mehr übersetzt. Das mag etwa am Sprachprestige liegen - also die Assoziation, dass bestimmte Sprachen bereits einen intrinsischen Wert haben und ein gewisses Lebensgefühl transportieren (das sieht man immer ganz gut bei Werbungen und Produktnamen. Es gibt einen Grund warum Douglas mit diesem seit Jahren gleichen blöden Slogan Werbung macht, oder dass Parfumwerbungen - so sagte man mir - in Korea quasi immer auf Französisch beworben werden).



--- Zitat von: killerklown am 24.02.2011 | 11:38 ---- Die meisten Rollenspieler die ich kenne wären in der Lage auf Englisch zu lesen, die sind ja der Sprache mächtig. Wollen sich abver nicht die Mühe geben und warten auf eine frz Übersetzung. Das meiste was nicht indie ist wird eh übersetzt.
--- Ende Zitat ---

Das stellt dan natürlich auch die Frage, wie das mit den Lizenzen läuft - und ob der französische Rollenspielmarkt einfach proportional größer ist als der deutschsprachige, weshalb sich die Übersetzungen eher lohnen. Was ich jetzt wirklich interessant fände, wäre die EInschätzung der Spieler als Zusatz zu den Systemen, und ein Blick auf die Auflagengrößen. Hierzulande würde ich im Vergleich schätzen, dass es einen relativ großen Anteil an Quasi-Pursiten gibt, die ein System, in aller Regel DSA, spielen, und anderen Systemen von vorneherein eher skeptisch gegenüber stehen


--- Zitat von: killerklown am 24.02.2011 | 11:38 ---- Ich bin selber Übersetzer (1/2 Zeit neben Übersetzungsstudium) und ich denke schon dass ein professioneller Übersetzer ohne Qualitätverlust übersetzen kann. Ich denke sogar dass die meisten meiner Übersetzungen sogar das Original verbessern (aber manche Texte die ich übersetze sind eh schlecht verfasst).
--- Ende Zitat ---

Damit bist du auch schon viel qualifizierter als meinereiner; aber den Eindruck, von Zeit zu Zeit einen wiklich miesen Text zu Mindest lesbar zu machen, hatte ich durchaus auch schon mal - wobei das auch einfach daran liegen mag, dass ich viel Verkehrssprachenübersetzungen habe, bei denen Nicht-Muttersprachler dann versuchen, auf Englisch oder Deutsch was zu formulieren. Das ist dann vergleichsweise einfach aufzuwerten.
Bei einem Text, der von einem halbwegs sprachbegabten Muttersprachler verfasst wurde, braucht man dafür aber tatsächlich Talent, Geduld und Übung. Ich bezweifle ja nicht, dass es eine ganze Reihe Übersetzer gibt, die das hervorragend hinbekommen, aber das ist halt mit hohen Anforderungen verknüpft, was dann auch wieder heißt, dass es entsprechend leicht fällt, diese Standards eben nicht zu erreichen.

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