Pen & Paper - Spielsysteme > Pathfinder/3.x/D20
3.x Fighter zu schwach ?
Toshi:
Da der Fighter keine "speziellen Features" hat, haben wir ihn auch nur als Dip-Klasse gesehen.
Als reiner Fighter ist er mir auch zu farblos.
Und wegen dem Vergleichen: Klassen gegeneinander antreten zu lassen ist bei Castern/Nicht-Castern schwer und unfair, weil schon viel davon abhängt ob vor dem Kampf gebufft werden kann/darf oder nicht, und ob es nur einen Kampf gibt oder 10 hintereinander - von wegen "Anzahl der Spel-Slots".
Interessanter und imho aufschlussreicher wäre die Überlegung wie sich eine Gruppe bestehend nur aus Fightern, nur aus Clerics oder nur aus Mages schlagen würde.
Und da sieht man wohl schon recht deutlich dass die Fightergruppe auf hohen Leveln eher Probleme bekommt als eine reine Cleric- oder Magegruppe.
P.S. Auch den Meat-shield (von wegen "was kann der Fighter für die Gruppe leisten") macht imho der Barbar deutlich besser als der Fighter, zumal der sogar den Schurken ersetzen kann. Als wir damals RtToEE gezockt haben hat der Barbar immer nach Fallen "gesucht", nicht der Schurke - war interessanter für alle Beteiligten und hat genau so geklappt ;)
Feuersänger:
Hm, ob der Barb ein besseres Meatshield ist als der Fighter... also, im wörtlichen Sinne auf jeden Fall, aber normalerweise haben Barbs eine niedrigere AC im Vergleich zu Ftr, und nicht getroffen werden ist immer noch besser als viel Schaden einstecken. Die Hitpoints wollen ja wieder geheilt werden. Aber gut, kann schon sein dass das funktioniert. Nur ich hab halt bisher mit Barbs nicht die besten Erfahrungen gemacht, war eher enttäuscht.
Eine Party aus lauter gleichen Klassen, den Gedanken hatte ich noch nie. Ein oft verwendeter Gradmesser für das Powerniveau einer Klasse ist die Solofähigkeit, d.h., wie gut so ein Charakter alleine zurechtkommt. In der Disziplin ist der Cleric König, behaupte ich mal (bzw. ist meine Erfahrung). Rogues dagegen stinken extrem ab, wenn sie mit niemandem flanken können. Meine Faustformel ist quasi, Clerics sind am stärksten in einer kleinen Party (weil sie ihre Buffs auf wenige Chars konzentrieren können) und Rogues sind am stärksten in einer großen Party (weil sie viele potentielle Flankingpartner haben).
Und Fighter... naja, die taugen halt zum auffüllen. ;)
Bei einem "Duo"-Szenario, also 2 SCs, habe ich gute Erfahrungen mit Cleric und Rogue gemacht. Das sind für mich die wichtigsten Nischen in einer Gruppe. Kämpferklassen kommen erst danach. Und Wizards sind halt "bequem". Solo habe ich aber auch schonmal einen Wizard/Rogue schon auf mittleren Stufen extrem rocken sehen. Da wär ich nie auf die Idee gekommen.
LöwenHerz:
Ich lese aus der Mehrzahl der hier stehenden Beiträge, dass ein Charakter nur dann interessant ist, wenn er auch auf der Regelebene etwas reißt?
Ehrlich gesagt hatte ich mit einem stinknormalen Fighter die tollsten Abenteuer erlebt. Und in seiner Gruppe (Rogue und Wizard/Illusionist) war er derjenige, der am besten Austeilen konnte, wenngleich er auf Schwert-Schild-Kampf ausgerichtet (nicht optimiert!) war.
Ein einfacher Charakter, der ja kein einfaches Gemüt haben muss, muss nicht der Abyssal-Halfdragon-Minotaur sein, der es allen und allem auf der Welt zeigen kann, dass er die größte Axt hat.
Feuersänger:
--- Zitat von: LöwenHerz am 6.09.2010 | 07:52 ---Ich lese aus der Mehrzahl der hier stehenden Beiträge, dass ein Charakter nur dann interessant ist, wenn er auch auf der Regelebene etwas reißt?
--- Ende Zitat ---
Das Thema heisst ja auch "Fighter zu schwach?" und nicht "Fighter nicht rollenspielerisch komplex genug?". Welche Persönlichkeit du deinem Charakter verpasst ist, natürlich in jedem Fall dir überlassen.
--- Zitat ---Ein einfacher Charakter, der ja kein einfaches Gemüt haben muss, muss nicht der Abyssal-Halfdragon-Minotaur sein, der es allen und allem auf der Welt zeigen kann, dass er die größte Axt hat.
--- Ende Zitat ---
Das ist schon richtig. Das sehe ich übrigens genauso, mir graust es vor manchen Rassen-und-Template-Monstrositäten, die zum Teil in Optimiererkreisen gängig sind.
Es kommt natürlich drauf an, wie die anderen ihre Charaktere spielen und, nicht zuletzt, aufbauen. Wenn auch die Mitspieler sich auf Rogues und Illusionists beschränken und nicht durchoptimieren, kann u.U. auch der Fighter seine Nische ausfüllen, ohne dass ihm jemand die Butter vom Brot nimmt. Wobei ich sogar da erwarten würde, dass ein durchschnittlicher Wizard auf höheren Stufen seine kämpfenden Kameraden weit hinter sich lässt.
Bis zu welchen Leveln habt ihr denn gespielt?
Felix R:
Hm, guten Morgen.
Ich finds interessant, dass ich Aussagen im Stile von ".. nur gut wenn er auf der Regelebene was reisst.." oder ".. ich brauch keine coolen Powerz damit mir der Charakter Spass macht.." lese.
Das hat immer so einen negativen Klang und gibt einem schon fast das Gefühl, man wäre ein optimierungssüchtiger Dump Stat Fan. Und das bin ich sicher nicht.
Allerdings glaube ich dennoch, dass zumindest für einen Teil der "Spielstile" beim Rollenspiel extrem wichtig ist, dass Charakterklassen relativ ausgewogen sind und über alle Stufen hinweg die Möglichkeiten haben, "etwas zu reissen".
Je nach Stil ist auch Charakterdarstellung / Rollenspiel von den Attributen des Charakters beeinflusst.
Insofern finde zumindest ich , dass es vollkommen berechtigt ist, einem !scheinbar! recht eindimensionalen Charakter mehr Möglichkeiten zu geben - aber eben nicht in dem Sinne, dass man ihn zwangsweise in seinem Fachgebiet pimpt. Sondern in dem man ihm mehr Möglichkeiten zugesteht.
Ich mach mir, seit ich vor 2 Tagen oder so die Diskussion hier gelesen habe, auf jeden Fall viele Gedanken darüber, was ich bei der nächsten Runde die ich leite am Fighter verändern könnte, um ihn da etwas vielseitiger zu machen.
Andererseits möchte ich natürlich nicht eine vorhandene Balance zerstören oder zu Diskussionen einladen ala "wenn der Fighter jetzt 4 Skillpoints hat, wieso der Paladin, Wizard und Sorcerer nicht auch?".
Aber mir erscheint, dass man nur zwei Möglichkeiten hat - entweder an bestehenden Fähigkeiten / Punktemengen schrauben oder sich neue Fähigkeiten / Varianten ausdenken.
Mir ist zB bei Pathfinder auch die Version aus der 3.5 regelversion bekannt, in welcher man einen Feat opfert um 4 statt 2 Talentpunkte zu erhalten - wobei andererseits bekannt ist, dass die Paizo Autoren viele der Klassenvarianten in dem Buch nichtmehr als wirklich akzeptabel ansehen (Cleric ohne Domains, dafür mit Base Attack = HD, Hitdice D10 und proficiency in der waffe ihres Gottes) und ich persönlich das Abstreichend es Feats für den falschen Schritt empfinde.
Nicht dass der eine Feat beim Fighter so arg ins Gewicht fallen würde - aber ich möchte schlicht vermeiden, ihm etwas "zu nehmen" und ihm mehr zugestehen (sprich: mehr Möglichkeiten schaffen ohne etwas seiner bisherigen Fähigkeiten zu opfern denn auch mit seinen vielen Feats ist er kein unausgewogener Übermächtiger Kämpfer)
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