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Starship Troopers Ironisch?
Feuersänger:
Je nun. Als ob wir real nicht auch über die Schule mit unseren Gesellschaftsnormen indoktriniert werden. Und zwar nicht nur in einem Fach. Worauf man konkret gedrillt wird, ist wiederum von Land zu Land verschieden. In Amiland beispielsweise auf Militarismus und Manchesterkapitalismus. In Deutschland hingegen wird man halt die halbe Schulzeit mit der Nazikeule weichgekloppt.
Jahleesu:
Also da find ich von den genannten Systemen zur 'wählerselektion' das mit dem Dienst an der Öffentlichkeit noch am besten, denn da wird keiner ausgeschlossen der wirklich will. Mein Geschlecht kann ich nicht ändern, meinen IQ auch nicht wirklich, und mein Status/bzw. Einkommen liegt nur teilweise in meiner eigenen Macht.
Man muss sich ja Dienst an der Öffentlichkeit nicht unbedingt als Militärdienst vorstellen, man könnte sich ja zum Beispiela auch einen Zivildienst stattdessen vorstellen...
@Indoktrination in der Schule: und was ist zB. bei uns mit Schulischem Religionsunterricht? und der Ethikausweichunterricht wird dann oft von den gleichen Lehrern unterrichtet die auch Religion unterrichten (oder gleich von Priestern, wie bei uns :P ). Auch keine Chance der Indoktrination zu entkommen...
Bluerps:
Man muss bei solchen Überlegungen zur Einschränkung des Wahlrechts auch immer ein wenig nachdenken, wie sowas in der Praxis umgesetzt werden könnte. Ein System über den Dienst an der Öffentlichkeit könnte man zwar recht einfach so einrichten, das niemand die Möglichkeit zum Dienst verwehrt werden könnte, aber darüber hinaus wird es schwierig. Gibt es z.B. eine Möglichkeit zu verhindern das die Kinder erwünschter Wähler ihren Dienst als Tierpfleger im öffentlichen Streichelzoo verrichten, während die Kinder unerwünschter Wähler als Minensucher an die Front auf dem Pluto geschickt werden?
Es ist jetzt sicher keine gute Idee da im Detail auszuklamüsern wie sowas aufgebaut sein könnte, aber sich zu überlegen ob der Entwurf eines solchen Systems leicht oder schwer wäre macht schon Sinn, denke ich. Der Vorteil an dem Wahlrecht ab einem bestimmten Alter ist halt, das da ziemlich wenig manipuliert werden kann - entweder jemand ist alt genug, oder eben nicht.
Bluerps - der sich allerdings fragt, ob dieser Post jetzt ein Dienst an Starship Troopers war ;)
KWÜTEG GRÄÜWÖLF:
Spätestens beim jetzigen Stand des Threads hat sich die Existenzberechtigung des Buchs gezeigt - gibt interessante Diskussionen. Und mal so nebenbei - auch eine sehr angenehm geführte Diskussion :d
Ich halte die Einschränkung des Wahlrechts generell für eine sehr heikle und gefährliche Sache, denn wer bestimmt denn die Kriterien? Übrigens ist das mit dem IQ-Wert auch so eine Sache, er misst jetzt nicht wirklich Klugheit oder staatsbürgerliche Reife. Und Wahlrecht für bestimmte Einkommensklassen ist DER große Wahlrechtsklassiker (Athen, Preußen, Großbritannien...). Hat in Athen auch nicht gerade intelligente Politik erzeugt.
Für mich ist das Wahlrecht einfach sowas wie ein Grundrecht. Daß es eingeschränkt werden würde, würde zur Folge haben, daß im Grunde die Wähler über das Schicksal der Nichtwähler bestimmen können. Und jeder von uns könnte unter irgendwelchen Kriterien zur letzteren Gruppe gehören.
OT: Die Nazikeule im Schulunterricht finde ich gerade als Historiker, der sich im Archiv viel mit NS-Dokumenten herumschlagen muss, ganz fuchtbar. Man sollte einfach nur die Fakten erzählen und mal den Schülern zumuten, ein eigenes moralisches Urteil zu fällen. Nach meiner Erfahrung ist eine selbst erlangte Antinazihaltung stabiler als eine autoritär aufgezwängte. Und ich gestehe den Leuten durchaus zu, eben nicht zu dieser Haltung zu gelangen. Würde ich zwar nicht gut finden, aber was hab ich denn von geheuchelten Lippenbekenntnissen?
Funktionalist:
Das Wahlrecht bei uns hat ja auch seine Einschränkungen.
Wer Staatsbürger ist und über 18 darf wählen. Von da aus ist die Idee, das Wahlrecht einzuschränken nicht an sich verwerflich. Es kommt hier auf den Sinn hinter der Einschränkung an und darauf, wie sie kulturell verankert ist. Die existierenden Einschränkungen sind mit "Reife" und kultureller Zugehörigkeit begründet.
Man könnte es ganz plump so formulieren: Wer die Staatsbürgerschaft hat, will hier leben und wer alt genug ist, hat genug Erfahrungen gesammelt, um nicht den zu wählen, der mehr Lollies ins Volk wirft oder einfach hübscher ist.
Ich halte eine Prüfung vor der Wahl, bei der man Aussagen und Wahlprogramme den richtigen Parteien zuordnen muss, bevor man wählen darf, für sinniger. Denn dann erzwingt man, dass die mEnschen sich wirklich informieren müssen. Das könnte den Wahlverdruss allerdings noch erhöhen.
Die Wahlbeteiligung ist eh zu gering, so dass man eigentlich Nicht-Wählen als OWi gestalten sollte...und so harte Anreize gibt, am politischen Leben teilzunehmen.
Das ist allerdings nur dann moralisch, wenn innerhalb der GEsellschaft jeder eine Verantwortung für die Gesellschaft hat.
In der BRD ist diese Sicht allerdings seit ihrem Bestehen geschichtlich gerechtfertigt.
Jetzt ist es eine frage, was man dadurch gewinnt, wenn sich die POlitiker eh nicht an ihre Versprechen halten ud das Volk, ach was, die MInister keine Ahnung von ihrem Bereich haben und auf einen nicht-gewählten Beraterstab vertrauen, deren Qualität wieder niemand beurteilen kann.
Ich frage mich allerdigns, was für das Land besser ist:
Ein Jahr als Soldat ausgebildet zu werden oder Ein Jahr lang zu arbeiten und Steuern zu zahlen?
Wehrdienst ist eine teure Investition, die das Militär an die Gesellschaft anbinden soll und eine Grundwehrfähigkeit in der Bevölkerung sichern soll.
Dienst zum Erwerb des Wahlrechts soll ja nur Opferbereitschaft abfragen... als Dienst an der GEsellschaft sind fast alle anderen Wege volkswirtschaftlich überlegen. Ein professioneller Pfleger ist einfach besser als ein Zivi und einen Studenten Müll sammeln zulassen heißt ihm eines seiner effezientesten Jahre zu klauen, das locker 20.000 Euro in die Staatskassen schwemmte (es fehöt dann ja ein HOchbezahltes Jahr und nicht eines mit EInstiegsgehalt.).
Es ist weiter die Frage, wie Aussagekräftig ein Dienst am Volk ist, wenn er zur Pflicht wird. Wer sich in der Gemeinde engagiert hat da seine Beweggründe für, und das kann mit Recht positiv gewertet werden, selbst, wenn es nur ums Prestige geht. Dann kann derjenige nämlich mit Prestige für Leistungen bezahlt werden, die allen helfen.
Wer das aus Zwang macht zeigt nur, dass er gezwungen werden kann... Ich weiß nciht genau, was daran für den Staat so interessant ist.
sers,
Alex
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