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[Kino] Black Death (u.a. m. Sean Bean)

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Boni:
Königreich der Himmel ist in der Hinsicht recht gut. Kleinere Nitpicks an der Rüstung, das übliche Helmproblem (in einer Szene reisst sich Orlando Bloom den Helm soagr vom Kopf, mitten im Kampf, wtf?), die Zivilklamotten passen auch größtenteils.

Ansonsten finde ich die Bruder Cadfael-Verfilmungen in der Hinsicht auch recht gelungen. Bei Adligen Charakteren wird es gerne mal phantasievoller, aber die einfachen Leute sind sehr gut ausgestattet.

Da hört es aber auch shcon auf. Einige Filme landen mal Glückstreffer. Heinrich V. hat einige wenige stimmige Kostüme, die französischen Rüstungen in Timeline passen durchgängig in die dargestellte Zeit. Aber sonst fällt mir nichts mehr ein.

Ich kanns auch nachvollziehen, ab einer bestimmten Zeit ist es einfach schwer, die Kleidung herzustellen. Vor allem in großen Mengen für eine Filmproduktion. Da darf man für Komparsen auch mal schummeln. Aber Protagonisten, das sollte doch klappen. Nein, die brauchen ja was cooles, eigenes, was sie von der Masse abhebt. Und da kommen dann geschnürte Lederwämser bei rum, die mejhr nach Motorradfahrer aussehen, denn nach Mittelalter.

Lyonesse:
@ Boni:
Danke für den schönen Essay über die Klamotten.

Bei Historienfilmen rege ich mich selten über Kostüme auf, es sei denn, sie sind wirklich aufdringlich unpassend. Nerviger finde ich die Genrekonvention, die sich auch in den meisten historischen Romanen findet: der Held oder die Heldin haben ein liberales und tolerantes Weltbild, und sind die große Ausnahme in ihrer Zeit. Dieser dämliche PC-Mist! In der Hinsicht hat mir Black Death sogar hervorragend gefallen.

Arbo:
@ Boni:

Ebenfalls von mir ein Danke! :d

Wie schaut's mit Alatriste aus? Geht der durch?

Arbo

Boni:

--- Zitat von: Arbo am 19.01.2011 | 19:11 ---Wie schaut's mit Alatriste aus? Geht der durch?

--- Ende Zitat ---

Kann ich dir nicht sagen, habe ich leider noch nicht gesehen. Ist aber auch nicht "meine" Zeit. Ein paar mir bekannte Living History-Betreibende schwören drauf. Allgemein scheint es so zu sein, je moderner das Setting, desto historisch akurater die Kostüme.

korknadel:

--- Zitat von: Boni am 19.01.2011 | 20:15 ---Allgemein scheint es so zu sein, je moderner das Setting, desto historisch akurater die Kostüme.

--- Ende Zitat ---

Nach meinem bescheidenen Kenntnissstand trifft diese Aussage ziemlich ins Schwarze. Ich denke, das liegt zu einem Großteil auch daran, dass ab dem 15. Jahrhundert zunehmend mehr Bilder existieren, die bis heute im Bewusstsein der Leute sind (Boticelli, Tizian, Raffaelo, Michelangelo, DaVinci, die Bellinis, Carpaccio, die alte Niederländische Schule, Dürer, Hohlbein, Kranach und wie sie alle heißen) und zunehmend mehr realistische Details abbilden. Von etlichen Protagonisten des 16. Jahrhunderts haben wir Portraits im Kopf, die äußerst naturnah wirken (überprüfen können wir' s ja nicht, aber Luther wird schon halbwegs so ausgesehen haben, wie wir ihn aufgrund der Portraits im Kopf haben), während wir von Wolfram von Eschenbach nur einen gehörnten Blecheimer aus der zweihundert Jahre jüngeren (ohne Gewähr) Manesseschen Handschrift kennen. Von daher haben wir viel genauere Vorstellungen von Kleidern, Hüten und Perücken aus dem 16. und den nachfolgenden jahrhunderten.

Dazu kommt, dass es aus diesen und späteren Zeiten auch mehr Kleidungsstücke gibt, die noch erhalten sind. (Im Prinzip ist ja das allermeiste, was wir heute als mittelalterlich empfinden, in der Rennaissance oder im Barock zu verorten, denn bis auf ein paar Kirchen, Burgen und Stadtmauern ist von der Zeit vor 1400 ja kaum was übrig).

@Lyonesse:
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