Pen & Paper - Spielsysteme > Pathfinder/3.x/D20
Konsequentes ("logisches") Setting für D&D (3.X)
Tudor the Traveller:
--- Zitat von: Sashael am 10.09.2010 | 13:52 ---Logisch ist das nicht. Dafür ist aber auch das Stufensystem zu grobkörnig.
--- Ende Zitat ---
Nicht nur zu grobkörnig. Auch einseitig auf Kampf ausgerichtet. Warum sollte ein Müller bei seinem Aufstieg vom Lehrling zum Meister automatisch mehr TP und einen höheren BAB bekommen? Aber das wird man hinnehmen müssen, denn sonst wird es echt zu bunt.
Es ist auch gar nicht so, dass ich Feuersängers Hochsetzung in Sachen Stufe für falsch halte. Aber man wird über die Höhenverteilung der Stufen und Klassen sprechen müssen. Ist ein typischer Soldat ein Krieger der Stufe 1 oder doch ein Kämpfer der 6. Stufe? Da halte ich nur Feuersängers Weg über die XP für nicht sinnvoll. XP für das Erreichen von Zielen wäre da besser, aber dafür gibt es bedauerlicherweise keine harten Richtlinien, geschweige denn Regeln.
In meinem Setting habe ich grob festgelegt, dass Lehrlinge Stufe 1, Berufseinsteiger/Gesellen nach der Lehre Stufe 2 und Berufserfahrene Stufe 3 sind. Ab Stufe 4 gehts dann los mit Leuten, die aus der Masse ragen (Veteranen, Meister etc.) Somit habe ich eine Verteilung mit einem Maximum bei ca. Stufe 3 und signifikanten Zahlen bis ca. Stufe 10 (da stimmen Feuersängers und meine Verteilungen dann überein :D )
Wulfhelm:
--- Zitat von: Feuersänger am 10.09.2010 | 00:34 ---2. Aber klar, grundsätzlich wäre es natürlich auch möglich, dass die Magierkaste sich fortpflanzt; dann hast du natürlich recht, da werden sie keine Außenseiter aufnehmen. Dies dürfte dann aber auf lange Sicht zu einer Degeneration der Herscherkaste führen, da es immer wieder auch unbegabte Sprößlinge geben wird, die nur aufgrund ihrer Herkunft einen Posten erhalten. Und irgendwann sind wir dann soweit, dass zu wenige fähige Magier übrig sind, die in der Lage wären, mit ihren Zaubern den Pöbel in Schach zu halten.
EDIT:
ad1, hab eben eine passende Stelle im Buch gefunden:
"Das müsste alles nicht sein, wenn es Zauberern gestattet wäre, eigene Kinder zu haben."
"Das würde bloß zu Konkurrenzkämpfen, Vernunftehen und schließlich zu blutigen Familienfehden führen. Das kannst du in jedem Geschichtsbuch nachlesen [...]"
--- Ende Zitat ---
Wie ich schon erwähnte: Bis auf die Tatsache, dass die notwendigen Fähigkeiten nicht magischer, sondern weltlicher Natur waren, war das in der Realität nicht wirklich anders. Dass es irgendeine "Degeneration" geben sollte, ist nicht im Mindesten nachvollziehbar, da man ja eben bei D&D keine "magische Begabung" braucht, sondern nur eine leidliche Intelligenz, und die dürfte sich in der Kindheitsumgebung "Magierhaushalt" besser entwickeln als in der Umgebung "Bauerndorf".
Aber nochmal was ganz anderes: Dass Magier im Sinne von Arcane Spellcaster die Oberbosse wären, halte ich nicht im Mindesten für ausgemacht. Denn es gibt ja immer noch den Divine Spellcaster - und bei dem kommen dann eben die entsprechenden Gottheiten ins Spiel. Göttliche Magie ist potentiell genau so beeindruckend wie arkane - eigentlich sogar noch beeindruckender, wenn man bedenkt, dass selbst Priester mittlerer Erfahrung die Macht über den Tod in der Hand halten!
In D&D-Runden ist das nie ein Thema, weil die Spieler nicht dran glauben, aber eine realistische D&D-Welt wäre vermutlich mit stark theokratischen Elementen aufgeladen.
Ich lasse jetzt mal den ganzen Stufenaufstiegskrempel beiseite. Eine Gesellschaft, in welcher der erfahrene Mensch extrem viel mächtiger ist als der unerfahrene, wäre nochmal was anderes.
Skele-Surtur:
--- Zitat von: Feuersänger am 10.09.2010 | 13:33 ---(Ich fand das eh schon so witzig, dass mal unsere zierliche Magierin die beste Waffen- und Rüstungsschmiedin weit und breit war. Auch Schmieden geht halt auf Int und nicht auf Str.)
--- Ende Zitat ---
Ist ja auch alles eine Frage der Technik ;). Die Muckis bekommst du vom aktiven Schmieden, nicht umgekehrt.
Was anderes: Es ist einfach so, dass das D&D-Universum tatsächlich mit zweierlei Maß (bzw. dreierlei Maß) mißt und dies anzuerkennen ist der erste Schritt das Stufenparadoxon aufzulösen.
Spielercharaktere, normalsterbliche NSCs und Monster steigern sich einfach unterschiedlich. Denn es ist tatsächlich so, dass nach dem HD-System ein gelehrter, der nichts anderes macht, als Bücher zu lesen, lernt besser zu kämpfen, zäher und ausdauernder wird. Logik? Egal!
Das Steigerungssystem ist für Helden gemacht, die sich ständig in allem, was sie so zum Abenteurersein brauchen üben, eben weil sie ständig auf Abenteuern sind und sie steigern sich nicht, weil das logisch ist, sondern weil D&D-Spieler gelegentlich ihre Charaktere steigern wollen.
Darum spricht aus meiner Sicht auch nichts dagegen, dass ein hervorragender Schneider 15 Ränge in Schneidern hat - mit nur einem HD. Das bricht ganz klar die Regeln, aber es ist plausibler, als ein 12 HD Commoner, der so gut kämpfen kann, wie ein adequat ausgebildeter Soldat, obwohl er Zeit seines Lebens nur geschneidert hat.
Ein:
Eigentlich ist das gar nicht so ungewöhnlich. Wenn man einfach mal den feuersänger'schen Naturalismus beiseite lässt und sich überlegt, dass in alten Mythen, Epen und Legenden es immer zwei Arten von Leuten (Helden und Normalos) gibt *und* dass sich D&D massiv auf diesen stützt, macht das plötzlich alles Sinn.
SeelenJägerTee:
--- Zitat von: Wulfhelm am 10.09.2010 | 17:50 ---[...]
Aber nochmal was ganz anderes: Dass Magier im Sinne von Arcane Spellcaster die Oberbosse wären, halte ich nicht im Mindesten für ausgemacht. Denn es gibt ja immer noch den Divine Spellcaster - und bei dem kommen dann eben die entsprechenden Gottheiten ins Spiel. Göttliche Magie ist potentiell genau so beeindruckend wie arkane - eigentlich sogar noch beeindruckender, wenn man bedenkt, dass selbst Priester mittlerer Erfahrung die Macht über den Tod in der Hand halten!
In D&D-Runden ist das nie ein Thema, weil die Spieler nicht dran glauben, aber eine realistische D&D-Welt wäre vermutlich mit stark theokratischen Elementen aufgeladen.
[...]
--- Ende Zitat ---
Es könnte auch sehr gut sein, dass weder Magier noch Kleriker den Ton angeben. Es könnte genau so gut eine "Weltliche" Macht geben, die hat dann eben nicht nur Ritter und Kriegsknechte sondern auch noch Magierkiller auf die sich ihre Macht stützt.
Mal ganz abgesehen davon, dass welche der "drei Kategorien" Herrscht (Weltlich, Arkan, Göttlich) viel mehr durch die Historie bedingt sein dürfte, als durch reine Überlegungen wer am Mächtigsten ist. Denn wenn sich erst einmal aufgrund von historischen Gegebenheiten eine säkulare Macht etabliert hat, wird der Großteil der Magier brav rechtstreuer Bürger sein und den König natürlich als rechtmäßigen Herrscher ansehen und ihm deswegen gegen den "Bösen Magier (TM)" helfen.
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