Medien & Phantastik > Hören
Was hört Ihr gerade so?
6:
Alan Stivell - Tri Martolod
(Alan Stivell kann ich mir fast immer anhören. :D)
Chiarina:
Joseph Haydn: Fantasie in C, opus 58
Hier ein letztes Klavierstück von Haydn. Die Fantasie in C-Dur ist ein virtuoses, schnelles Stückchen, das auf den ersten Blick nur so überschäumt vor spontanen Ideen, wie beispielsweise überraschenden Harmoniewechseln, plötzlichem Stillstand, chromatischen Bewegungen, Hornquinten und mehr.
Hinter der Spontanität steht aber auch hier klassische Dialektik. Auf das erste Thema (0:00) folgt ein zweites, kontrastierendes (0:51, die Hornquinten), die Themen geraten in einen dynamischen Austausch miteinander (ab 1:30), kehren in übereinstimmender Tonart wieder (ab 3:02, dies allerdings in recht veränderter Gestalt), worauf das Stück mit einem fulminanten Schluss beendet wird (ab 4:16).
Wer Haydn für bieder und langweilig hält, muss nur hier ein wenig genauer hinhören und bekommt seine Meinung spritzig und gut gelaunt widerlegt. Das kurze, schwindelerregende Stückchen ist toll komponiert und gleichermaßen hörerfreundlich.
Skeptomai:
Butter bei die Fische:
Slayer - Repentless!!!!!!!!!!!!!
Infernal Teddy:
Clannad - Theme from Harry's Game
Chiarina:
Nach einer Menge Instrumentalmusik von Haydn, jetzt hier, als letzter Haydn-Link, vielleicht noch eine Nummer mit Gesang. Naheliegender Weise aus einem seiner beliebtesten Vokalwerke, der „Schöpfung“.
Ich will nicht viele Worte machen. Die Musikwissenschaftler sprechen im Zusammenhang mit der Schöpfung ganz gern über die Aufklärung, deren Botschaft Haydn hier angeblich musikalisch transportieren wollte. Deshalb soll Haydn auch die Erschaffung der Welt bibelgetreu dargestellt, den Sündenfall Adams und Evas aber übersprungen haben. Der in seinem Wesen gute Mensch bekommt die Gelegenheit sich in unschuldiger Naivität an Gottes Werk zu freuen.
Manchmal muss ich darüber nachdenken, was die Genesis für ein außergewöhnlicher Text ist. Restlos alles ist von Gott gemacht... und restlos alles wird von ihm selbst als „gut“ empfunden.
Haydn hat das Stück von 1796 – 1798 geschrieben. Österreich war gerade im 1. Koalitionskrieg mit Napoleon verstrickt, der Ausgang war ungewiss. Aufklärung hin oder her – offensichtlich hat Haydn die Bedrohung nicht davon abgehalten fast 2 Jahre lang den lebensbejahendsten Text zu vertonen, den man sich überhaupt vorstellen kann. Erstaunlicher Optimismus, denke ich bei mir.
Woran denke ich heute, wenn ich die Schöpfung höre? Empfinde ich Bedauern, weil diese Welt hier doch nicht so ganz das Gelbe vom Ei zu sein scheint? Ja. Trotzdem ist es wichtig, die Schöpfung zu hören. Wenn ich heute diese gewaltige Hoffnung und den Glauben darin erkenne, dann kann ich für mich vielleicht wenigstens noch so einen kleinen, miesen Rest davon erahnen. Ich möchte nicht wissen, wie´s ohne diese Resthoffnung um mich stände.
Was für eine Nummer verlinke ich? Den ersten Sonnenaufgang? Die hübsche Stelle mit den Tierstimmen? Nein, ich nehme Adam und Evas Duett, in dem sie zum ersten Mal staunend die Werke Gottes, vor allem aber sich selbst in Augenschein nehmen und dabei die Liebe kennenlernen.
Joseph Haydn: Duett "Holde Gattin! Dir zur Seite" aus dem Oratorium "Die Schöpfung"
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