Medien & Phantastik > Hören
Was hört Ihr gerade so?
Coltrane:
Hab gerade mal die Doppel Vinyl vom Köln Konzert geordert. Ewig nicht gehört.
Chiarina:
Ich habe Keith Jarretts Album "Somewhere" gehört. Es enthält einen Liveauftritt von 2009 in Luzern.
Jarrett spielt hier in seiner berühmten Trioformation (Gary Peacock am Bass und Jack DeJohnette am Schlagzeug) Standards. Die sind sehr schön geraten. Besonders angetan hat es mir die Eröffnungsnummer "Deep Space - Solar", die auch ein paar experimentellere Passagen hat.
Natürlich gibt´s auch das nicht auf Youtube. Es gibt aber immerhin in derselben Besetzung einen Auftritt von 2010 in Schweden, der "unoffiziell" veröffentlicht wurde. Jarrett spielt hier "Lover Man", eine Nummer, die beispielsweise Billie Holiday oft gesungen hat. Die Form des Liedes ist AABA, also einen Anfangsteil, der wiederholt wird, dann eine Bridge, dann wieder (leicht abgewandelt) der Anfangsteil.
Die Aufnahme beginnt wie eines von Jarretts Solokonzerten mit ein paar elegischen Harmonien und Melodiefragmenten. Ich höre zu und denke: "Wo ist denn jetzt Lover Man?", und dann erklingt das Thema (bei 1´40´´), aber der Übergang ist so fließend, dass ich es beinahe überhört hätte. Bass und Schlagzeug kommen an der Stelle dazu, aber dies auch so soft, wie man es sich nur vorstellen kann. Diese zischelnden Becken von Jack DeJohnette finde ich große Klasse.
Der nächste spannende Moment erklingt bei 3´00´´. Hier ist die Bridge zuende und noch während ich versuche, der Melodie des A-Teils zu folgen beginnt Jarrett bereits zu improvisieren. Offenbar besteht die Absicht, Enden, Übergänge und Neuanfänge zu verschleiern... Das ist etwas, was Jarrett ja auch gern in seinen Solokonzerten macht. Hier finde ich das Ganze aber spannender... vielleicht weil ich die zugrundeliegende Melodie ganz gut kenne.
Bei 7´29´´ ist Jarretts Chorus beendet und Peacock übernimmt die Führung. Das zumindest ist unüberhörbar. Seine Basslinien klingen etwas fragmentartig und das Solo gerät bei etwa 9´00´´ an die Grenzen des Songs, wozu auch Jarretts ständig neu harmonisierten Begleitakkorde einiges beitragen. Kurz bevor der Song aber zugunsten einer freien Improvisation völlig verlassen wird, schwenkt Peacock auf die Zielgerade ein.
Ab 9´30´´ läutet Jarrett mit dem Thema das Ende des Songs ein, das ganz am Ende noch ein wenig verzögert wird. Streckenweise spielt er jede einzelne Phrase in einem anderen Tempo. Dann hält er inne und wenn seine Gefährten an derselben Stelle angelangt sind, geht´s weiter. Der Prozess des immer wieder neuen Zusammenfindens klingt völlig mühelos und fließend.
Insgesamt eine schöne Nummer, sehr gekonnt gespielt und geschmackvoll modernisiert. Ich finde, Jarrett wird interessanter, wenn er Mitstreiter hat.
Keith Jarrett, Gary Peacock, Jack DeJohnette: Lover Man
Crimson King:
Die Trio-Sachen finde ich schon mal spannender. Vermutlich sind mir die Solo-Sachen einfach zu puristisch.
Seraph:
Weil es gestern im Radio lief - Haudegen - Icke dette kieke mal (eigentlich gar nicht meine Musik)
felixs:
Diverses Zeug von Macka B.
Conscious Reggae ohne allzuviel religiösen Irrsinn. Ganz ohne scheint ja leider nicht zu gehen.
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