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Sidekick-Kai:

--- Zitat von: Crimson King am 12.01.2022 | 10:53 ---Langweilig und schräg ist aus meiner Sicht kein Widerspruch. Ich definiere schräg aber auch anders.

--- Ende Zitat ---

Bloß weil es schräg ist, macht es das noch lange nicht erwähnenswert. Daher: langweilig. ;)

Crimson King:
Ich stehe ja tendenziel nicht so sehr auf die Reproduktion stilistischer Elemente Jahre, nachdem sie innovativ und neu und dementsprechend unverbraucht waren. Ich mag z.B. den Progressive Rock der 70er, aber Retroprog (welch eine oxymoronische Wortkonstruktion) geht größtenteils an mir vorbei. Ähnlich geht es mir z.B. bei European Power Metal. Die erste Generation von Bands um Helloween, Blind Guardian und Stratovarius finde ich gut, aber die weiteren Wellen um Hammerfall, Rhapsody, Powerwolf, DragonForce oder Sabaton herum öden mich vornehmlich an.

Warum ergeht es mit mit Eternal Champion nicht genauso? Die Band reproduziert den amerikanischen Epic Metal aus den 80ern und klingt wie eine Mischung aus Warlord und Manilla Road. Hier werden jede Menge Klischees geritten. Ausnahmen von der Regel gibt es für mich auch beim Retroprog, aber das liegt dann vor allem daran, dass es dort einige Bands gibt, die sich eine stilistische Eigenständigkeit erarbeitet haben, die dazu führt, dass ich sie nicht als reine Epigonen wahrnehme. Eternal Champion ist da anders. Die habe dem Genre im Grunde genommen nichts hinzuzufügen. Trotzdem machen sie mich an. Ggf. liegt das daran, dass die Sachen, die sie da reproduzieren, schon in den 80ern niemals aus dem Untergrund rausgewachsen sind. Es gibt da keinen Mainstream, und dementsprechend sind die Stilmittel nicht ganz so verbraucht wie bei anderen Musikrichtigungen. Oder ich bin da einfach nicht objektiv. Aber das kann eigentlich nicht sein.

Eternal Champion - The Armor of Ire

Sosthenes:
Interessant, ich fand ja Hammerfall damals geradezu 80er Retro, die coverten dann ja auch Warlord (Child of the Damned) und Stormwitch (Ravenlord) gleich. Eine Dauerwelle von Europe entfernt.

Ich bin da vor kurzem auch in ein kleines YT Loch gefallen,
erst Heir Apparent - Graceful Inheritance, dann Medieval Steel - Medieval Steel, Angel Witch - Angel Witch usw.

Grade auch ein bisschen so der "Retro-Prog":
King Gizzard & The Lizard Wizard - Melting und
Church of the Cosmic Skull - Evil in your Eye.
Und wo wir grade bei dem Thema sind, das Album dass der Münchener Freiheit Sänger als Erstlings- und Alleinwerk aufgenommen hat ist überraschend gut: Stevan Zauner - Prism & Views.

Crimson King:
Von Europe hat keiner gesprochen. Helloween (die von Hammerfall ebenfalls gecovert wurden) ist noch ein wesentlicher Bezugspunkt für Hammerfall. Helloween sind quasi die Gründerväter des European Power Metal. Insgesamt ist mir die gesamte Stilrichtung eigentlich zu brav, zu glatt und zu sauber durchproduziert. Blind Guardian bilden da zumindest teilweise eine Ausnahme, ebenso 90er Virgin Steele.

Angelwitch und Heir Apparent sind zwei sehr interessante Kandidaten, die den Durchbruch in den 80ern verpasst haben. Da gibt es noch einige mehr von aus der Ära. Warlord gehören ja auch dazu.

KhornedBeef:
@"Retro-Prog": Ich mag ja die Sachen da oben, vor allem Church of the Cosmic Skull, total, aber interessanterweise habe ich das nie unter Progressive Rock einsortiert. Da ist ja oft nur das Interludium sehr verbastelt, während ich (in meiner sehr begrenzten Musikbildung) von Prog der Marke Genesis und ansonsten nur neueren Bands geprägt bin, wo Themen über die ganze Länge eines Songs fortentwickelt werden, oft auch mit abwegigen Takte und wechselnden Tonarten.

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