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[Fluch der Nibelungen] Erste Ideen... sinnvoll?
Pyromancer:
--- Zitat von: The Man Who Laughs am 29.12.2010 | 11:03 ---Sehr großen. Es gibt schliesslich relativ leicht zugängliches Informationsmaterial über die Epoche, und wenn man bei einem an sich historischen Setting die unglaublich seltene Möglichkeit, ein derartig rundes und in sich verknüpftes, komplexes Setting nicht zu nutzen, ist nichts anderes als eine reine Verschwendung von Potential, und das ist immer eine frustrierende Erfahrung.
--- Ende Zitat ---
Von welcher Epoche redest du? Das Nibelungenlied nimmt einen wahren Kern aus der Spätantike und verlegt die Handlung in ein mittelalterliches Umfeld. Da stellt sich schon die Frage, in welcher Epoche man das Rollenspiel überhaupt ansiedeln will. Die Handlung selbst strotzt vor Anachronismen, Verwechslungen und unhistorischen Persönlichkeiten und Ereignissen, die eigentlich zu ganz anderen Zeiten oder gar nicht stattgefunden haben.
Man kann also entweder historische korrekt sein - dann bleibt von der bekannten Nibelungensage kaum etwas übrig. Oder man hält sich an die Sage, dann ist man eben unhistorisch.
Terrorbeagle:
Ich würde das ganze in der Spätantike ansiedeln, und gerade die Hunnen um Etzel/Atilla als den entscheidenen Punkt herausgreifen, um dann die spätrömische Dekadenz den Zerfall Westroms und die Machtverschiebung hin zu lokalen "Barbaren"fürsten wie Gunther und seine Burgunder oder die Merowinger. Dann kann man die verschiedenen Personen der Saga in dem entsprechenden Kontext ansiedeln, und entsprechend beugen. Fraglich bliebt dann nur, in wie fern man auf übernatürliche Elemente eingehen will.
Klar, das wird nur eine Annährung und wirkliche geschichtliche Genauigkeit ist eh mehr oder weniger unmöglich, insbesondere im Rahmen eines Rollenspiels. Das heißt aber nicht, dass man nicht trotzdem versuchen sollte, dass beispielslose Potential, dass einem der historische Hintergrund bietet, auch zu nutzen.Das Mindestmaß sollte es sein, grobe Ungenauigkeiten zu vermeiden.
carthoz:
--- Zitat von: Lachender Mann am 29.12.2010 | 11:03 ---Wenn mich meine Wagner Kenntnisse nicht im Stich lassen, wäre dies Wotan, oder? Das ist eigentlich eine sehr feine Idee.
--- Ende Zitat ---
Was mich zu der Frage bringt: Geht es dir um die Nibelungen nach Wagner oder nach tatsächlicher Quellenlage? Da sind die Unterschiede ja schon mehr als marginal.
AceOfDice:
Also das mit der historischen Korrektheit hätte ich - nach meinen bisherigen Recherchen - auch eher so wie Pyromancer gesehen. Grobe Schnitzer müssten da schon sehr grob sein, nachdem ja angeblich sogar Unklarheit darüber besteht, ob mit Etzel überhaupt der Hunnenkönig gemeint war...
Was die Vorlage betrifft: Ich würde mich dem Thema eher spielerisch nähern. Ich würde versuchen, die rollenspiel-tauglichsten Elemente zu einer konsistenten Fassung zu verbinden, ohne mich jetzt nur auf den Ring oder nur auf die "Quellen" zu stützen. Prinzipiell würde ich aber wohl von der Sage ausgehen und mich auch eher eng an die Handlung anlehnen. Eine Kampagne, in der die SCs nach Belieben quer durch Europa reisen, wär das wohl nicht, eher ein "Points-of-Light"-Ansatz, wobei Light halt Xanten, Isenstein, Worms & Co ist.
Den Hinweis mit den Nebenpersonen und der Spielerpsychologie fand ich besonders wertvoll - danke!
Terrorbeagle:
Ich würde den historischen Kontext soweit er nachvollziehbar ist, als Kern nehmen und die Legenden darum herum bauen und gegebenenfalls anpassen.
Wenn ich ein Rollenspiel mit (pseudo-)historischem Hintergrund in die Hand nehme, dann will ich auch das Gefühl haben, dass sich der Autor bei der Recherche und dem Aufbau Mühe gegeben hat, und versierte Kenntnisse über das Thema und die Epoche hat und diese auch ins Spiel einbindet. Wenn das fehlt, muß man sich die Frage stellen, dass wenn schon der Verfasser sich nicht wirklich für seinen Hintergrund interessiert, warum sollte ich mich groß dafür interessieren?
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