Medien & Phantastik > Sehen
Warum gibt es keine klassische SciFi-Serie mehr im Fernsehen?
MadMalik:
TNG schau ich immernoch ab un an gerne,... aber nicht weil es gut ist.. sondern weil es lustig ist weil es eben nicht gut ist. Leider hat sich die Serie dann irgendwann zu ernst genommen und diese Ernsthaftigkeit auf die neuen Serienprojekte übertragen. Das wurde dann irgendwann noch mit Meta-Storys gekoppelt, so das man nicht mehr jede Folge für sich als abgeschlossenes Weltraum-Theaterstück sehen konnte und dann war's zu Ende. So gesehen haben die Trekki fans mit ihrem ernsthaften StarTrek Bild und dem lauten Feedback die Serie kaputt gemacht. :gasmaskerly:
Eine Zeitlang gab es mir sogar zu viele SciFi Serien, da wurde man mit StarTrek, Stargate und sonstwas zugeschüttet... vieleicht brauchen die Leute einfach mal ne kleine Pause von Leuten mit komischen Nasen und in ein paar Jahren kommt es wieder auf. Richtig sorgen und oder Gedanken ist es mir nicht wert, dafür gibts noch viel zu viel Material was man sich immernoch antun kann.
Ranor:
--- Zitat von: Face of Freedom am 10.02.2011 | 12:55 ---TNG schau ich immernoch ab un an gerne,... aber nicht weil es gut ist.. sondern weil es lustig ist weil es eben nicht gut ist.
--- Ende Zitat ---
TNG ist schon noch gut, aber halt nicht durchgängig. Zur richtigen Form hat die Serie imo erst ab Staffel drei gefunden und selbst dann gab es immer wieder einige Totalausfälle. TNG hat aber bis heute einige wirklich zeitlos gute Folgen.
--- Zitat ---Leider hat sich die Serie dann irgendwann zu ernst genommen und diese Ernsthaftigkeit auf die neuen Serienprojekte übertragen. Das wurde dann irgendwann noch mit Meta-Storys gekoppelt, so das man nicht mehr jede Folge für sich als abgeschlossenes Weltraum-Theaterstück sehen konnte und dann war's zu Ende. So gesehen haben die Trekki fans mit ihrem ernsthaften StarTrek Bild und dem lauten Feedback die Serie kaputt gemacht. :gasmaskerly:
--- Ende Zitat ---
Ernstgenommen hat sich Star Trek immer - uns kommt nur vieles mittlerweile lustig vor weil es nicht mehr zeitgemäß ist und veralter wirkt. Bei DS9 gilt ja gerade der spätere Metaplot als große Stärke, allerdings macht es ein solcher Neueinsteigern natürlich sehr schwer (wie auch bei B5). Mir persönlich hat DS9 zwar sehr gut gefallen, aber für eine "richtige" Star Trek-Serie war es mir immer einen Tick zu düster und zu kriegslastig. Aber das nur am Rande...
--- Zitat ---Eine Zeitlang gab es mir sogar zu viele SciFi Serien, da wurde man mit StarTrek, Stargate und sonstwas zugeschüttet... vieleicht brauchen die Leute einfach mal ne kleine Pause von Leuten mit komischen Nasen und in ein paar Jahren kommt es wieder auf.
--- Ende Zitat ---
Stimmt schon, in den 90´ern liefen ja eine Zeitlang sogar jeweils zwei Star Trek-Serien parallel (TNG-DS9 und DS9-Voyager).
McCoy:
TNG sehe ich im Moment mal wieder abends auf Tele 5. Zur Zeit laufen noch die ersten Staffeln und wenn ich das sehe wundert es mich das die überhaupt bis zur 3. gekommen sind. Zum Glück sind die später viel besser geworden.
Grade als sie anfingen das ganze etwas ernster zu nehmen und sich auch mal an Themen getraut haben die nicht larifari sind oder sich auch mal über mehrere Folgen erstreckten gefiel die Serie mir immer besser.
Bei DS9 waren die ersten Folgen auch eher mau. Später eine unglaublich gute Serie (imho)
Das "Endecken mit einem Schiff" Prinzip haut auch nicht immer hin. Wohl der Grund warum SG: Universe so schlecht war. Erinnerte mich immer ein wenig an Voyager, was auch schon nicht mehr so doll war.
Themen gibt es wohl immer noch genug, es muss sich nur jemand trauen da dran zu gehen. Und die Autoren müssen Figuren schaffen die gut ankommen, aber nicht der 84. Abklatsch von bekannten Charakteren sind.
Funktionalist:
@ Ranor
Eine Erlebnispalme ist ein Marketingprinzip, wie der Erlebniseinkauf bei Ikea, der gerne auch als Nachmittagsspaß angesehen wird. Du stellst eine Erlebnispalme in deinen Laden und die Kundschaft nimmt den Besuch nicht mehr als Einkauf, sondern als Erlebnis wahr.
B5 hatte damals eine unglaubliche Graphik und das war ein "Jawdropper", einer der Pluspunkte der Serie. Das funzt heute kaum noch, da SFX mittlerweile so gut und billig sind, dass sie überall in hoher Quali auftauchen.
--- Zitat von: Ranor am 10.02.2011 | 12:41 ---Thematik entfernt hat und eher zum metaphysischen Glaubens-blabla wurde.?Hhmm, wurde SciFi wirklich primär wegen der Effekte geschaut?
--- Ende Zitat ---
BSG ist dann also "nicht SF" geworden, weil es zu Glaubensblabla wurde? Gibt es einen zentraleren BEreich der SF als die Auseinandersetzung mit dem Glauben, mit der Gesellschaftsordnung, Ethik, Grenzen der Menschlichkeit?
(vorauseilender Gehorsam: Bladerunner, Solaris, Wir/brave new world, enemy mine, Logan's Run, Star Trek (1. Direktive, Konzept einer Überflussgesellschaft ohne Prodkosten), B5(ganz extrem!), Silent running, Dark star one,... )
Die Japaner fliegen ja völlig auf diese Schiene ab und einige großartige Perlen dieser mystischen SF kommen von drüben.
(GitS in allen inkarantionen!, Neon Genesis Evangelion)
@Unzugänglichkeit
Man muss bei einer SF-Serie ersteinmal die Welt aufbauen. Leider hat man wenig Startpunkte, an die man anknüpfen kann. Deshalb gibt es oft einen Startmonolog (Starwars, Dune, ...) oder Zeitzeugen der alten Welt, die als Anker dienen (Futurama ;o) ) oder es wird mit einer bekannten Situation gestartet (Bladerunner, BSG...),....
man braucht einen Einstieg und einen aufmerksamen Zuschauer. Leider ist es einfacher durch Mysterien zu faszinieren, als durch faszinierende Erklärungen (Lost ist so ein ekelhaftes Beispiel für "Boa-ey!"-Erfolg.).
Ich nenne diese Faszination durch nicht erklärtes wildes Auftischen mal "Boa-ey".
B5 hätte man z.B. auch problemlos in das alte Indien verlagern können, oder in die Zeit der Kreuzzüge oder nach Ostafrika oder in die KOlonialzeiten. B5 hatte den großen politischen Reiz und das schöne moralisierende und glaubensblabla-Ende. Der SF-Part diente als Eyecandy und gab den Freiraum für einen Riesenwupptich in den Erzählungen und diverse "Boa-ey" Effekte (PLanetenbombardements, mysteriöse höhere Ebenen, Zeitreise(würg)...).
BSG geht da eine ganz ähnliche Schiene.
tnG wählt ja einen anderen Ansatz, indem sie jede Woche eine Frage stellen, die mit Hilfe der GEschehnesse an Board und einer Subraumanomalie beantwortet wird. Meistens sind das kurze Fragen zum Thema Identität, Verpflichtungen, Gehorsam, Gefühle und Grenzen derselben.
Unabhängig davon, ob die Antworten befriedigend sind, sind die Fragen schon sehr philosophisch.
(Wesley Crusher verliebt sich in das Mädchen und spricht von grenzenloser LIebe, kann diese aber nicht einlösen, als er erfährt, dass das Mädchen nicht menschlich ist. Riker hat diese Probleme nicht und Picard auch nicht. Q stellt immer wieder die Frage nach der Rolle des Menschen in der Welt und antwortet nachher mit dem oh so überfälligen Ausscheiden Wesley Crushers aus der Serie auf die meisten seiner Fragen. Habe ich gejubelt, als diese Figur endlich verschwunden ist.)
Diese Schiene flog auch Space 2063. Nur war die Fragestellung etwas fokussierter und lag näher bei Starship Troopers, obwohl die Antwort anders ausfiel. Ins gleiche Genre fällt übrigens auch die Enterpriseserie, die im Kern "kriegsethische" Aspekte behandelt und eigentlich eine Ubootserie ist.
SF hat auch das Problem, dass die Zuschauer eine sehr kurze Aufmerksamkeitsspanne bis zum ersten Bang haben. Bis dahin muss das Setting verstanden sein. Deshalb ist es typisch, dass SF in kleinen Dosen daherkommt (Dollhouse, Warehouse 13, das sich streckenweise fast wie ditV angefühlt hat oder auch klassisch twilight Zone)
Ranor:
--- Zitat von: McCoy am 10.02.2011 | 13:07 ---TNG sehe ich im Moment mal wieder abends auf Tele 5. Zur Zeit laufen noch die ersten Staffeln und wenn ich das sehe wundert es mich das die überhaupt bis zur 3. gekommen sind. Zum Glück sind die später viel besser geworden.
--- Ende Zitat ---
Ja, damals war anscheinend die Geduld der Sudios (und der Zuschauer!) noch etwas ausgeprägter als heute.
--- Zitat ---Themen gibt es wohl immer noch genug, es muss sich nur jemand trauen da dran zu gehen. Und die Autoren müssen Figuren schaffen die gut ankommen, aber nicht der 84. Abklatsch von bekannten Charakteren sind.
--- Ende Zitat ---
Sicherlich einer der Gründe warum bspw. SG Universe untergegangen ist. Bei BSG hatte man es bspw. geschafft wirklich interessante und vielschichtige Charaktere zu schreiben - leider hat man es dann beim Metaplot übertrieben.
Navigation
[0] Themen-Index
[#] Nächste Seite
[*] Vorherige Sete
Zur normalen Ansicht wechseln