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[Kino] True Grit
Chaosdada:
--- Zitat von: knörzbot am 25.02.2011 | 14:35 ---Nicht bitter? Ich finde Mattie hat doch einen recht heftigen Preis für Ihre Rache gezahlt. In anderen Western, die ich so kenne kommen die Hauptprotagonisten deutlich besser weg.
--- Ende Zitat ---
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)Ein Reicher der einen hohen Preis zahlt, hat immer noch ein größeres Vermögen als ein Obdachloser.
Sie bezahlt im wesentlichen einen Arm (wobei sie sich allerdings entgegen der gesellschaftlichen Erwartung beweist) und kehrt dann zu ihrer Mutter, ihren Geschwistern und ihren Angestellten auf ihre Farm zurück.
Finde ich nicht so heftig und sie scheint damit auch ganz gut klar zu kommen.
In den "Rache-Western", an die ich mich erinnere, ist diese Rache üblicherweise der einzige Lebensinhalt des Rächenden und nach vollbrachtem Werk, falls es denn gelingt und sie am Leben bleiben, haben sie nichts mehr. Und den Akt der Rache selbst, kann ich hier auch nicht als bitter bezeichnen.
Sha'Wush:
--- Zitat von: Arbo am 24.02.2011 | 23:56 --- (Klicke zum Anzeigen/Verstecken)P.S.: Und nein, an das Original erinnere ich mich nicht.
--- Ende Zitat ---
Genau das war mein Problem. Ich hatte die erste Verfilmung nicht mehr so präsent gehabt und habe mich während des Films öfters dabei ertappt, wie ich mich unwillkürlich fragte: "Was hatte John Wayne in dieser Situation denn noch gleich getan?"
Eigentlich wies der Film alle typischen Qualitätsmerkmale eines modernen Westerns unserer Zeit auf: Ambivalente Figuren, ein beschauliches Erzähltempo und eine recht nüchterne Darstellungsweise von Schießereien.
Einen Kritikpunkt muss ich hier aber mal loswerden:
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)Bei der Szene, wo Mattie mit dem Mörder ihres Vaters alleine am Lagerfeuer sitzt, habe ich zunächst DEN dramaturgischen Höhepunkt des Films kommen sehen, nämlich einen richtig tiefschürfenden Dialog zwischen den beiden, quasi so'ne Art High-Noon-Psycho-Duell, bei dem die Philosophie des Western-Genres resümiert wird. Kam aber nix dergleichen. Stattessen drückt der Film da auf einmal aufs Gas und platzt hastig mit dem Finale herein. Da wurde meines Erachtens eine schöne Gelegenheit verpasst. (Vielleicht hat er sich hierbei ja auch nur exakt an die Romanvorlage gehalten. Wer weiß?)
--- Zitat von: Chaosdada am 25.02.2011 | 03:33 ---Jeff Bridges war zwar stellenweise kaum zu verstehen, aber ich fand sein starkes Nuscheln/Lallen eigentlich nicht schlimm, im Gegenteil. Überhaupt fand ich die verschiedenen Dialekte und Sprechweisen sehr charmant und die Dialoge klasse.
--- Ende Zitat ---
In diesem Zusammenhang möchte ich die deutsche Synchronisation lobend erwähnen:
Der Sprecher von Matt Damon hat sich echt ins Zeug gelegt, um die texanische Aussprache ins Deutsche zu übertragen.
Robert:
Vorneweg:
Ich hab den Film letzten Freitag gesehen und fand ihn ziemlich gelungen!
Ich kenne den Roman (noch) nicht, beziehe mich bei der Kritik also immer auf "Der Marshall" mit John Wayne!
- Einige Zitate konnte ich 1:1 auf John Wayne zurückführen(z.B. "Wenn er nicht geladen und gespannt ist, schießt er ja nicht!")
- Da wo "neue" Szenen eingebaut wurden passen sie ziemlich gut in den Film(siehe Kritik zum Showdown)
- Die Schauspieler sind, mit wenigen Aussetzern, echt in ihren Rollen aufgegangen und haben das Vorbild gut getroffen.
Jetzt zur Kritik:
- Sie haben die furiose Showdown-Szene mit der Winchester in der einen und dem Revolver in der anderen Hand verbockt! Mir wäre die historisch unkorrekte Winchester '92 mit Large Loop Lever lieber gewesen, als die historisch korrekten Vorderlader am Sattel. Vielleicht hatte Bridges einfach den Signatue-Stunt des Duke nicht drauf?
- Sie haben den General vergessen, die Katze, mit der sich der Marshal das Zimmer teilt!
- Manche Szenen sind dilettantisch gemacht, man erkennt das der Schauspieler vor einem Bluescreen agiert und nicht wirklich in der darauf gezeigten Landschaft reitet. Kann man als Homage an das Original sehen, ich hätte das mit zeitgemäßer Technik nachbearbeitet, oder gleich real gefilmt!
- Ich meine mich zu erinnern, das im Original die fehlenden 50$ vom Rechtsanwalt an einen sehr lebendigen und leicht amüsierten John Wayne übergeben wurden, der daraufhin Mattie besucht?
Chaosdada:
Na bei solchen Kritikpunkten, ist der Film ja offensichtlich klasse.
Bei Katze und Ende ist mir nicht mal klar, was jetzt genau die Kritik ist.
Robert:
Es wurden 2 wichtige Charaktere ausgelassen? ~;D
Der Rechtsanwalt wird von Mattie dauernd als Druckmittel eingesetzt(in Der Marshall ist der Schauspieler ein ziemlicher Hänfling, kleiner als Mattie) und nach dem Kater ist der Laden benannt(das Schild ist in True Grit kurz zu sehen und zeigt das Gleiche, wie in Der Marshall)
Und ich hab ja schon gesagt, das der Film ziemlich gut ist.
Ich kritisiere auf hohem Niveau, ganz eventuell könnte ich nach Vergleich mit dem Original noch 1-2 nicht übersetzte Wortspiele finden.
Außerdem mag ich Western generell, für "Ein Rabbi im wilden Westen" müsste ich ähnlich tief graben um Kritik zu finden und das ist ein Film von zumindest umstrittener Qualität.
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