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Merlin Emrys:

--- Zitat von: Waldviech am  7.04.2011 | 00:58 ---Ich sprech da oben ja auch von der Spekulation, dass sich aus diesen beiden Kulten möglicherweise eine monotheistische Glaubensrichtung hätte entwickeln können ...
--- Ende Zitat ---
Das geht aber ja nicht - weil "monotheistisch" nun einmal auch "abrahamitisch" heißt, und weder Mithras noch Sol Invictus hätten je eine Chance gehabt, mit "Adonai" zu verschmelzen. Aber ohne das - kein "Monotheismus".

Waldviech:

--- Zitat ---Das geht aber ja nicht - weil "monotheistisch" nun einmal auch "abrahamitisch" heißt
--- Ende Zitat ---
In der Praxis - mehr oder weniger, wenn man von ein paar Parsen und im Iran ausharrenden Zoroastriern mal absieht. Zumindest theoretisch sollte eine monotheistische Religion auch ohne jüdische Wurzeln denkbar sein. Nämlich dann, wenn wirklich nur noch von einem Gott ausgegangen wird und man, da es keine Untergötter mehr gibt, nicht mehr von Henotheismus sprechen kann. Oder nicht ? Ich gebe zu, mich nicht eingehend mit Theologie beschäftigt zu haben, aber die Definition, das per se nur Religionen jüdischen Ursprungs monotheistisch sein können, wäre mir neu.

Merlin Emrys:

--- Zitat von: Waldviech am  7.04.2011 | 01:13 ---... die Definition, das per se nur Religionen jüdischen Ursprungs monotheistisch sein können, wäre mir neu.
--- Ende Zitat ---
Trotzdem ist sie in Fachkreisen (evangelische und katholische Universitätstheologie z.B.) eben doch so. Etwas anders formuliert natürlich, aber es läuft auf genau das hinaus. Und damit ist die Aussage von Schwerttänzer schlicht unsinnig. Es gibt keinen Weg von einem Mysterienkult oder einer polytheistischen Wurzel zum Monotheismus. Zum Henotheismus (der übrigens keine "Untergötter" braucht, er kann ebenso gut ausschließlich ein Eingottglaube sein) ja, keine Frage, aber eben auch allenfalls dorthin...

Waldviech:

--- Zitat ---Und damit ist die Aussage von Schwerttänzer schlicht unsinnig.
--- Ende Zitat ---
Gemäß dieser Definition von Monotheismus sicherlich, richtig. Die Wege der wissenschaftlichen Fachterterminologie sind zuweilen unbegreiflich ;)
Dann sagen wir´s mal so: Ich fände ich die Entwicklung eines "Eingottglaubens" auf Sol-Invictus oder Mithras-Basis nicht völlig unglaubwürdig.  ;D


--- Zitat --- Es gibt keinen Weg von einem Mysterienkult oder einer polytheistischen Wurzel zum Monotheismus.
--- Ende Zitat ---
Außer den Weg, denn die Vorläufer der jüdischen Religion vor Jahrtausenden mal genommen haben.  ;D

Belchion:
Die Kulte sollten, im Gegensatz zu den Ritterorden, keine straffe Hierarchie mit Befehlsgewalt haben und auch kein festes Zentrum. Versammlungen finden normalerweise in den Häusern der Eingeweihten statt, lediglich in den wenigen verbliebenen großen Städten im Mittelmeerraum gibt es extra Kult-Heiligtümer.

Mithras und Sol Invictus sollten unter den Kriegern besonders beliebt sein, aber Isis dürfte zumindest unter den Frauen eine Rolle spielen. Inspiriert von diesen "neumodischen Ideen" könnten sich in Nordeuropa Mysterienkulte um Odin und Thor gebildet haben, die nun ihrerseits nach Süden ausstrahlen und Runen anstelle der lateinischen Buchstaben verwenden. (Anstelle des Schriftunterschieds zwischen Ost und West hätte man also einen zwischen Nord und Süd).

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