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[Burning Wheel] Erfahrungsbericht

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oliof:
So, da sind wir nun, einen Tag nach der ersten Sitzung.

In knapp 2,5h haben wir

[*] Das Setting ausgelotet (10-15min)
[*] Interessante Charaktere des Setting identifiziert (10-15min)
[*] Spielercharaktere und ihre Beziehungen zueinander ausgewählt (20-25min)

Den Rest der Zeit haben wir Charaktere gebaut, was wieder neue Informationen zum Setting geliefert hat. Hier haben sich auch noch einige Konstellationen der SC und NSC geändert und der eine oder andere NSC ist dazugekommen, weil hier und da noch Ressourcenpunkte übrig waren (zumindest schien es so).

Ich habe jetzt die 3 von 4 Charakteren angeschaut, die die Spieler schon ins Wiki gestellt haben, und kein einziger ist regelkonform )-: Die Voraussetzungen und Abhängigkeiten der einzelnen Lebenspfad-Abschnitte sind unübersichtlich, undurchsichtig und offensichtlich leicht zu übersehen, was sehr schade ist. In einem Fall ist ein Punkt zuviel und ein anderer Punkt zuwenig, das tut ja kaum weh. In zwei anderen Fällen sehen die Konzepte zu den Lebenspfaden sehr schön aus, aber leider passts nicht zu dem was im Buch steht.

Sowas ist natürlich ärgerlich, aber ich glaube wir kriegen das schon hin.

Der Wray:
Auha, das ist ja in der Tat ärgerlich.

Man sollte vielleicht nochmal darauf hinweisen, dass die Wahl der Lifepaths den Charakter und dessen Historie erschaffen, und man nicht im Vorfeld ein komplettes Konzept haben sollte, das man dann verzweifelt versucht, in Lifepaths zu übersetzen. Maximal sollte man einen Endpunkt oder eine Liste von Fertigkeiten haben, und diese dann durch die Wahl der Lifepaths auf interessante Weise ergänzen bzw. verändern lassen.

Probleme mit den LPs, Punkten, Requirements usw. hatten wir nie, auch wenn das Blättern schonmal genervt hat. Obwohl, jetzt wo Du es sagst, sollte ich vielleicht nochmal die Charaktere meiner Spieler nachprüfen ;) Die Skills können ein bisschen hakelig sein, besonders wenn man eventuell nochmal zurückgeht, und die Stats umlegt, und sich dadurch die roots verändern.

Der online LP viewer (nicht der Burner) hilft, nicht den Überblick zu verlieren.

Fazit: Den Ballast/die Implikationen der LPs benutzen, um ein Konzept zu entwickeln und nicht umgekehrt. Und ansonsten: Übung macht den Meister. Ich wünsche euch viel Spaß und tolle Konflikte mit Burning Wheel!

Cheers,
Wray

oliof:
Hallo,
genauso haben wir es gemacht. Die Konzepte waren so Dinge wie "Der korrupte Richter", "Der Zunftmeister", "Die Äbtissin", "Der Leibwächter des Königs". Trotzdem war es mit viel Blätterei verbunden.

Mit dem Online-Burner, den ich schon kannte, habe ich die ganzen Fehler ja gefunden; die Korrektur ging dann relativ schnell (das Konzept der Äbtissin hat sich dann nochmal komplett gedreht um eben den LPs zu entsprechen, und das der Condottiere auch). Für mich ist das aber ein Hinweis, dass der Aufbau des Character Burners … nicht ideal ist.

oliof:
Gestern hatten wir unsere erste Sitzung.

Der Prinz war tot, aufgehängt, es sollte wie Selbstmord aussehen, aber Niniel, die elfische Leibwächterin, konnte den mörderischen Doppelgänger noch fliehen sehen. Der Brief an den Palast wird von der Äbtissin abgefangen und durch einen eigenen Schrieb ersetzt; der Palastverweser ist entsetzt. Als der ortsansässige Apokalyptiker von der Missetat erfährt, versucht er den Leuten in der Stadt mittels einer Himmelsprojektion begreiflich zu machen, dass die grosse Umwälzung naht. Das bringt die Äbtissin und ihre Condottiere ein bißchen auf die Palme, aber der Apokalytiker kann sich mittels magischer Tricksereien einer längeren Gefangennahme entziehen.

Während Äbtissin und Palastverweser versuchen, das Ableben des Prinzen eine Zeitlang zu vertuschen, machen sich die Elfe und die Condottiere auf in die Stadt und versuchen den Doppelgänger des Königs aufzutreiben, was ihnen aber mißlingt und einige Leute mißtrauisch stimmt.

Am nächsten Tag predigt der Apokalyptiker umringt von ein paar Anhängern auf dem Marktplatz, wird aber von Signore d'Orense — einem Zunftmeister der Stadt — lächerlich geacht, was ihn ein paar seiner Getreuen kostet und das einfach Volk schwer amüsiert.

Signore d'Orense fragt bei der Äbtissin nach dem Rechtsanspruch des Prinzen und bietet ihr einen Handel für ein wohlfälliges Gutachten. Sie fängt an das Gutachten zu schreiben und findet raus, dass die Ehefrau des Zunftmeisters eine Kusine 3. Grades ist und der Sohn d'Orense ein Thronfolger sei. d'Orense ist ob dieser Neuigkeiten erbost und fordert, diese Informationen zu vernichten.

Derweil hilft die Condottiere dem Palastverweser den toten Prinzen in seine Gemächer zu bringen und der Verweser verbreitet die Kunde des Todes in der ganzen Stadt.

Die Condottiere und die Elfe versuchen nun, in der Unterwelt der Stadt ein paar Infos zu sammeln. Die Elfe versucht es zunächst auf die sanfte Tour, was aber in einem Überfall auf sie endet, den sie aber abwehren kann. Mittels der tatkräftigen Unterstützung der Condottiere (Lethal Weapon Style) treten sie im Armenviertel ein paar Türen ein und bekommen so den Hinweis auf die verfallenen Lagerhäuser, in denen sie nach etwas Suchen tatsächlich eine auf alt getrimmte Seekiste des Hauses d'Orense finden, indem Kleider und Zeichnungen des Prinzen sowie Schminke und Perücken zu finden sind. Die beiden legen sich auf die Lauer und im Morgengrauen taucht ein Schlägertrupp d'Orenses auf, der die beiden Fremden aber entdeckt … </cliffhanger>


Das wars inhaltlich. Am Tisch lief es in der ersten Hälfte etwas zäh, mit überraschend viel PvP und ziemlich viel hin und her, was nun passieren soll. Als die Spieler mehr NSCs zum Interagieren bekommen, wärmt das Spiel auf und am Ende haben wir einen ordentlichen Schlusspunkt. Es gibt noch ein paar Fate Points und eine Feedback-Runde, in der klar wird was wir als Gruppe besser machen können (Spielleiter: Die Welt schneller spielen, mehr äussere Einflüsse und Bedrohungen aufstellen; Spieler: Neue/bessere Beliefs und klarer sagen, was die Aktionen ihrer Charaktere bezwecken sollen).

Die Runde lief schlechter als ich mir gewünscht habe, aber wir sind glaub ich auf dem richtigen Weg.

El God:
Magst du auch ein bisschen was zu den Regeln und ihrem Einsatz im Spiel schreiben oder denkst du das mit der Werkschau schon erfüllend abgehandelt zu haben?

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