Pen & Paper - Spielsysteme > Savage Worlds
Was ist der Grund für die enttäuschten Kunden von Savage Worlds?
Greifenklaue:
--- Zitat von: Glgnfz am 4.05.2011 | 06:15 ---Ich sage es immer wieder gerne - LL ist viiiiiiiiiel schneller - und zwar in allen 3 von Blizzard vorgeschlagenen Kategorien.
--- Ende Zitat ---
Und nicht vergessen, auch das Sterben geht viel schneller ... ^^
Dragon:
Also ich kann nur sagen, das ich SW schon relativ leicht zu erlernen fand. Das Grundprinzip war mir schnell klar und die Details lernt man bei jedem System doch erst im Spiel.
Für mich die ich aus der Shadowrun Ecke kam, und unsere Gruppe, war SW der Rettungsanker, WEIL es so minimalistisch ist. Ich habe Spieler die nach Ewigkeiten SR spielen immer noch nachfragen mussten wie sie was machen müssen, Dinge auf ihren Charblättern (Mehrzahl!!!) nicht gefunden oder vergessen haben und alles hat immer so lange gedauert und am Ende wurde dann doch die Grobkörnige Lösung (wir sprengen das Dach!) gewählt, weil keiner mehr Bock hatte, sondern die sich viel lieber im Fluff ausspielen ausgetobt haben als zu überlegen wie die Regeln für dies oder jenes noch mal waren.
SW mag für den SL nicht einfach sein, aber damit hab ich kein Problem, ich brauchte ein System das für meine SPIELER einfach und übersichtlich ist und selbst die, die auch bei Brettspielen Stunden braucht um die Regeln zu verstehen hat SW in 30min.!!!! soweit verstanden, das ihr Char den ganzen Abend gerockt hat.
Warum? Der Charbogen ist übersichtlich klein und was da steht ist auch so gemeint (Kein "Womit würfel ich nochmal wahrnehmung?" - "Mit Intelligenz!" mehr). Schießen - versteht jeder und gut ist.
MW 4 mit leichten Modis auf den Wurf kann sich auch jeder merken und hey für den mega vielen Fluff der sonst das Spiel nur aufgehalten hat, gibt es jetzt sogar noch Bennies geschenkt!
Endlich hat sich mal niemand Gedanken über Komplexe Regeln gemacht, sondern einfach gespielt und der ganze Fluff ließ sich ggf. dann auch super von mir in Regeln packen (ich werf ihm Sand ins Auge! - Trick, super verstanden ohne das ich es erklärt habe :d ).
und die Fragen die ich hatte sind mir hier im Forum auch schnell und gut erklärt worden :d
Mein größter Kritikpunkt ist eigentlich die Unhandlichkeit der Schablonen, obwohl ich sie an sich gut finde (weil die Visualisierung für alle deutlich ist) ist es schwierig wenn man sich gezwungen sieht den Maßstab zu ändern, dann muss man entweder neue Schablonen in der entsprechenden Größer herzaubern oder doch wieder mit einem Lineal o.ä. arbeiten.
Und der Materialaufwand ist sehr hoch, das ist ok wenn wir bei uns spielen, spielen wir irgendwo anders ist es schon nervig alles mitzuschleppen.
Eulenspiegel:
Bei großen Massenkämpfen ist SW ähnlich schnell wie TableTop Systeme (z.B. Warhammer 40k).
Yehodan ben Dracon:
--- Zitat von: OldSam am 4.05.2011 | 09:24 ---Effektiv ist es dann ja auch immer noch so, dass es selbst mit SW Stunden dauert, insofern ist "aufdrehen" relativ zu sehen, weil die meisten Systeme in der Tat nochmal ne ganze Ecke länger brauchen bei solchen Kämpfen - viel Zeit vergeht aber in jedem Fall.
--- Ende Zitat ---
Das meinte ich auch.
Ein DSA Kampf mit 5 Gegnern dauert bei uns ja schon über ne Stunde. In der gleichen Zeit schicke ich bei SW meine Gruppe mit 20 Freiheitskämpfern gegen die Burgwache des Grafen.
Natürlich ist ein Kampf, der z.B. 200 Beteiligte umfasst bei SW auch lang. Er nimmt gar die ganze Sitzung ein, ABER es wird nichts gehandwedelt. Es kann taktiert werden. Jede einzelne Figur wird im gleichen Detailgrad wie in kleineren Gefechten behandelt und da SW es propagiert, dass die Spieler die NSCs führen, ist auch jeder immer wieder dran (keine langen Wartezeiten).
Das meinte ich mit "richtig aufdrehen". Im Kleinen sind die Unterschiede nicht so groß. Je weiter man rauszoomt, umso schneller kommt SW im Vergleich daher.
Und natürlich ist ein wesentlicher Grund dafür, dass dem eSeL es leicht gemacht wird, die Statisten im Kampf zu führen. Man braucht nur eine Figur, einen Shakenmarker und zur Not kippt man die Figur um.
Was SW verlangsamt (wie in jedem anderen Spiel mit Visualisierung) ist hingegen das Aufbauen der Szenerei, Aufmalen der Battlemap oider gar Pappkulissenaufbau. Aber auch bei SW wird das nur zu besonderen Kämpfen gemacht, wo es sich lohnt, weil man weiß, dass dies ein Höhepunkt des Abends wird.
SW ist daher tatsächlich besonders gut für Action geeignet. Es unterstützt Kampf und Taktik einfach hervorragend. Alles andere kann es dabei aber mE genauso gut oder schlecht wie durchschnittliche Systeme.
Zoidberg:
--- Zitat von: Pyromancer am 3.05.2011 | 22:38 ---Zustimmung, nur das "viel Zeit" bei Savage Worlds immer noch bedeutend weniger Zeit ist, als man beispielsweise bei Midgard oder D&D3.x investieren muss, bis es als SL halbwegs flutscht.
--- Ende Zitat ---
Oder man zäumt das Pferd von der anderen Seite her auf und sagt, daß "viel Zeit" noch immer bedeutend MEHR Zeit ist, als z.B. in Systemen wie BRP oder BECM. Außerdem könnte "viel Zeit" auch das Erlernen nicht nur der Regeln sondern auch deren korrektes und kreatives Umsetzen in Spielsituationen sein. Wie bereits in meinem Vorpost angedeutet trügt die geringe Seitenanzahl des SWEX. Beinahe jeder im SWEX abgedruckte Satz und jedes Wort zählt. Es hat daher durchaus eine Menge Crunch hält sich aber nicht seitenfressenden aufgeplustertem Geschwafel auf wie die meisten seiner Genrekollegen. Zusätzlich hat der Crunch im Regelfall mehr Auswirklung pro Regel als in anderen Systemen. Dh. es geht um mehr. Daher ist das Weglassen von Regeln und Modifikationen in SW problematischer als in anderen Systemen in denen es relativ wurscht ist, ob man mal ein +1 mehr oder weniger ignoriert.
Nur weil SW, wie Du richtig gesagt hast, weniger Zeit als D&D3x/4, DSA oder Midgard erfordert heißt es deshalb nicht, daß es ein einfaches System ist. Eher bedeutet es daß die oben genannten Systeme um mehrere Potenzen zu komplex sind. (SW agiert hier frei nach dem Motto: unter den Blinden ist der Einäugige König)
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