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Pirates Of The Carribean: On Stranger Tides
Ranor:
Nur eine Kurzfassung, da der Film mehr Worte eigentlich nicht verdient (obwohl ich auf Nachfrage sicherlich mehr dazu sagen kann): Unglaublich belanglos, langweilig und eindeutig der bisherige Tiefpunkt des Kinojahres. Da stimmt von vorne bis hinten einfach gar nichts. Mein Tipp: Bloß nicht reingehen und lieber Geld- und Lebenszeit sparen. 0/5
alexandro:
Da sind wir ausnahmweise mal einer Meinung (ärgere mich besonders dass ich ihn mir in 3D reingezogen habe, obwohl es die Möglichkeit gegeben hätte ihn normal zu sehen).
Teylen:
Huch, hatte / habe eigentlich vor am Freitag reinzugehen.
Hum, wie konnte das passieren?
Ranor:
--- Zitat von: Teylen am 25.05.2011 | 00:56 ---Hum, wie konnte das passieren?
--- Ende Zitat ---
So etwas passiert, wenn anscheinend keiner der Mitwirkenden Lust auf den Film gehabt hat.
Nachdem ich jetzt eine Nacht drüber geschlafen habe will doch mal noch etwas mehr schreiben:
Als Vorbemerkung: Ich mochte die Vorgänger alle ganz gern, auch wenn der zweite Teil für mich bisher der schwächste war. Der wird aber von Pirates 4 mit Leichtigkeit unterboten. Bei dem Film stimmt einfach nichts. Die Handlung ist dünn, lückenhaft und schlecht erzählt - es wird munter und ohne Sinn und Verstand von einem nächtlichen Schauplatz zum nächsten gesprungen. Normalerweise wäre das ja auch kein großes Problem (die Vorgänger haben es ja vorgemacht), aber hier sind die Schauplätze allesamt langweilig (Stadt bei Nacht, Schiffe bei Nacht, billiger Dschungel auf TV-Niveau bei Nacht) - eigentlich sticht nur der Anfang in London positiv heraus, zumindest dann, wenn es mal hell ist. Ach ja, lustig ist er auch nicht: Ich habe genau einmal wirklich gelacht (die Cameoszene von Judi Dench) und ansonsten nur, schon fast mitleidig, gelächelt. Die Witze zünden nicht, was auch daran liegen könnte das sie alle furchtbar einfallslos sind (wie auch alles andere an dem Film).
Das größte Problem des Films sind aber die Figuren. Depp´s Sparrow nervt nach nur fünf Minuten ungemein, da seine typischen Manierismen hier auf 11 gedreht wurden und der Mann zu viel Screentime hat. Und da der Charakter nicht den Hauch einer Entwicklung macht zeigt sich an Pirates 4 eindeutig, dass Sparrow als großer Held keinen Film tragen kann. Der Charakter von Penelope Cruz ist praktisch nicht vorhanden - sie hat zwar Screentime, aber die Figur bleibt komplett blass. Auch der neue Bösewicht Blackbeard ist ein Schuss in den Ofen, da er in etwa so furchteinflößend wie Opa Hoppenstedt ist (natürlich nicht der User hier ;)). Blackbeards Fähigkeiten werden alle einmal gezeigt und dann nie wieder genutzt (das macht der Film eh´ sehr gern - er reißt potentiell coole Sachen mal kurz an um sie dann einfach zu vergessen). Den Vogel schießen aber der Priester und die Meerjungfrau ab (die beiden sollen wohl so ein bisschen Bloom und Knightley ersetzen): Ich habe schon lange keine mehr so peinlichen Dialoge gehört wie zwischen den beiden.
Was noch? Die Actionszenen waren alle völlig langweilig und schlecht inszeniert (mit Ausnahme der ersten in London, die war nur dezent langweilig), die Musik ein einziges, nerviges Sammelsurium der vorherigen Teile, wo man einfach schon bestehende Themen in völlig anderem Kontext wiederverwendet hat und die Effekte waren nicht mehr als gute Mittelklasse.
Einige der Beteiligten (Depp, Zimmer) haben ja immer mal wieder geäußert, dass sie eigentlich keine Lust auf einen vierten Teil haben. Und leider merkt man dem Film das an. Pirates 4 ist der Prototyp einer reinen geldbezogenen Fortsetzung, bei der eigentlich alle kreativen Ideen schon längst aufgebraucht sind. Den Film braucht kein Mensch.
Madner Kami:
--- Zitat von: Ranor am 25.05.2011 | 10:01 ---Einige der Beteiligten (Depp, Zimmer) haben ja immer mal wieder geäußert, dass sie eigentlich keine Lust auf einen vierten Teil haben. Und leider merkt man dem Film das an. Pirates 4 ist der Prototyp einer reinen geldbezogenen Fortsetzung, bei der eigentlich alle kreativen Ideen schon längst aufgebraucht sind. Den Film braucht kein Mensch.
--- Ende Zitat ---
Gut zusammen gefasst. Gerade die Aussage bezüglich der Ideen, die nicht wirklich verwandt wurden, charakterisiert diesen Film hervorragend. Nichts wird wirklich konsequent weiter entwickelt oder im Film wirklich vordergründig genutzt, außer dem initialen "Look what we got here"-Moment. Nicht nur Blackbeards Gimmicks sind one-shots, sondern auch viele der anderen Umstände im Film und, ganz besonders tragisch, auch sämtliche Charaktere. Gerade die Spanier sind exemplarisch dafür: Ihr Vorhandensein ist vollkommen irrelevant für die Story, ihre Motivation absolut nicht nachvollziehbar, ihr Verhalten gleicht einem Springteufel. (Klicke zum Anzeigen/Verstecken)Ihre Begründung für die Zerstörung der Quelle der ewigen Jugend ist vollkommen Banane, denn es kommt aus dem Nichts und geht ins Nichts, wie eigentlich ihr ganzer Auftritt im Film und die letzte Szene mit ihnen, besagte Zerstörung, wirkt wie eine kurze Zusammenfassung von allem, was sie im ganzen Film gemacht und zur Story beigetragen haben: Sie tauchen aus dem Nebel auf, machen irgendwas das für die Story des Films null Konsequenzen oder Belang hat und Verschwinden dann wieder wort- und folgenlos.
Mehrmals kommt einem fast schon zwangsläufig der Gedanke, dass hier mehrere Scripts zu einem zusammen gewurschtelt wurden, denn der Film hat mehrere gute Ansätze, aber alles verläuft sehr sehr schnell im Sand. Letztendlich ist der ganze Film eine Aneinanderstückelung von Szenen geworden, die wohl irgendwas miteinander zu tun haben sollen, aber letztendlich kein Gefühl für eine zusammenhängende Story hinterlassen, auch weil es extrem viele Plotholes gibt. Seien dies Große wie, dass anscheinend jeder weis, wo Ponce De Leones Schiff ist (obwohl am Anfang des Filmes klar etabliert wurde, dass es eben nicht bekannt ist) oder auch so Kleinigkeiten, wie das Austrocknen der Meerjungfrau in der Sonne, an einem Ort wo bei hellerlichtem Tag kaum die Sonne hinscheint (mittlerweile gehe ich eher davon aus, dass die anderen Meerjungfrauen an dieser Stelle nicht wegen Austrocknung starben, sondern schlichtweg verhungerten - sowieso: Was zur Hölle sollte dieser Ort darstellen?! Die Träne kann man der Meerjungfrau immer und überall entlocken, dazu braucht es keinen abgelegenen Opferort, gerade auch weil gesagt wurde, dass die Träne frisch sein muß. Stattdessen holt man sich die Träne an einem scheinbar einen halben Tagesmarsch entfernten Ort...). Sowieso ist die Abwesenheit von sinnvoller Beleuchtung in diesem Film prägnant. Wirkt das diesige London noch glaub- und sinnhaft, besteht der Rest des Films zu gut drei Vierteln aus Nachtsequenzen oder Sequenzen in extrem dunkler Umgebung, wodurch viele Szenen kaum erkennbar werden, was bei einigen Actionszenen durch wirren Schnitt und fehlende Detailschärfe (und nichtvorhandene stringente Handlungen der Charaktere), zu einem matschigem und langweiligem Bildbrei führt (Duel zwischen Angelica und Sparrow in der Schänke ist hier sehr exemplarisch), den man sonst nur von Post-Production 3D-Filmen kennt. Die 3D-Version des Filmes mit den verdunkelnden Brillen möchte ich mir garnicht nicht vorstellen... Das restliche Viertel des Filmes scheint zwar bei Tag gedreht worden zu sein, aber entweder befindet man sich an Orten, an die nur indirekt Licht fällt (Dschungel oder der zum Tempel erklärte Ort der Quelle, der jegliche Ruinentempelhaftigkeit missen lässt) oder es scheint als regnete es gleich, fast so als hätte man das diesige Wetter aus dem CGI-London mit nach Hawaii genommen (die Schlußszene und die nach dem Abspann waren, glaube ich, die einzigen echten und erkennbaren Tagszenen).
Und so vieles mehr... Warum musste man erst über die komplette Insel latschen, wo doch De Leones Schiff auf einer Klippe am Meer ist? Ist Ponce De Leone nun noch geisterhaft am "Leben"? Wie konnte Barbossa vor Jack auf Leones Schiff sein, obwohl er erst nach Jack und Blackbeard bei Whitecap Bay war, kein Schiff mehr hatte und somit weder den Spaniern folgen konnte noch einen anderen Anhaltspunkt hatte als Jack zu folgen? Wer hat Barbossas Charisma geklaut? Warum musste man den Injoke mit Jacks unglaublichem Glück und überirdischem Improvisierungstalent so dekonstruieren? Wie hat Blackbeard nun seinen historisch verbrieften und im Film angespielten Tod überlebt und warum lässt er sich auf einen Kampf mit Barbossa ein, obwohl er der Prophezeiung um den Einbeinigen doch so sehr glaubt? Was hat es mit den Voodoozombieoffizieren und dem Quartiermeister auf sich? Warum hatte Barbossa kein interesse an ewiger Jugend? Warum in drei Teufels Namen hasst Angelica Jack dafür, dass er sie gerettet hat, nachdem ihr Vater ihren Tod für sein Leben mehrmals in ihrem Beisein in Kauf genommen hat? Wer war der Spanier nun eigentlich? Und und und und...
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