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[VtM] Euer Spielverständnis?

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Oberkampf:

--- Zitat von: Teylen am  2.08.2011 | 13:57 ---Also ich finde die Faehigkeit sich bis heute darueber fuchsteufelswild zu aergern irgendwie fast genauso bemerkenswert wie die Kunst es ueber 15+ Jahre zu moegen. Wenn nicht gar bemerkenswerter.

--- Ende Zitat ---

Finde ich selbst ja auch. Andere Spiele, die mir nicht gefallen haben, habe ich einfach aufgehört, zu spielen, mit einem Spiel (Earthdawn) fange ich sogar evtl. grad wieder an (Projekt: "eine Chance für die neue Edition"). Nur V:tM löst diese Aggressionen aus.

Wobei natürlich eine Rolle spielt, dass mein Freundeskreis und mein Rollenspielumfeld sich deutlich überschneiden, und ich deswegen die Kollateralschäden am Rollenspiel*, die dieses Spiel hinterlassen hat, immer mal wieder beobachten kann.

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)*Subjektive Meinung und hoffentlich deutlich genug übertrieben, um nicht toternst genommen zu werden

Seth:

--- Zitat von: Windjammer am  2.08.2011 | 15:51 ---Noch dazu ist das Rollenspielhobby voll mit ungebildeten Vollidioten, die zahlreiche Minderwertigkeitskomplexe und Machtlostigkeitssyndrome per Wuerfel bekaempfen muessen, und diese Leute koennen sich an (Underworld-artigen) Metzelorgien einen herunterholen. So kommen Rollenspiele, die das erlauben (Vampire, Shadowrun, D&D etc. etc.) zu einem Teil ihrer Stammspieler.

--- Ende Zitat ---

Fette Veränderungen durch mich (höhö Wortspiel) ;)


--- Zitat von: Teylen am  2.08.2011 | 16:25 ---Was wohl in den auf IwaV gefolgten Romanen nicht weniger geworden ist.
(Wenn man sich die Verfilmung von Koenigin der Verdammten anschaut...)

--- Ende Zitat ---

Die hatte meines Wissens so gut wie gar nichts mit der Roman-Vorlage gemein oder wurde heftig verändert.

Überhaupt: Einmal zieht Vampire hauptsächlich die Blade/Underworld-Mosher an, dann wieder die Louis-Heulsusen. Ja was denn nun?

Mal ne andere Frage am Rande: wenn hier von V:tM gesprochen wird, schließt das automatisch Dark Ages (System + Setting) ein? Hab' in anderen Diskussionen dieser Art feststellen dürfen, dass die Meisten, die auf V:tM rumgeritten sind, mit Dark Ages weniger Probleme hatten (was mich als Spieler des Letzteren natürlich interessieren würde, vor Allem die Begründungen).



--- Zitat von: youth nabbed as sniper am  2.08.2011 | 19:56 ---Wobei natürlich eine Rolle spielt, dass mein Freundeskreis und mein Rollenspielumfeld sich deutlich überschneiden, und ich deswegen die Kollateralschäden am Rollenspiel*, die dieses Spiel hinterlassen hat, immer mal wieder beobachten kann.

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)*Subjektive Meinung und hoffentlich deutlich genug übertrieben, um nicht toternst genommen zu werden

--- Ende Zitat ---

Was zum Teufel?! Kollateralschäden am Rollenspiel? Begründe das!

Nein, Scherz bei Seite, geht mir genauso ;D

Teylen:

--- Zitat von: Sol Invictus am  3.08.2011 | 11:47 ---Die hatte meines Wissens so gut wie gar nichts mit der Roman-Vorlage gemein oder wurde heftig verändert.
--- Ende Zitat ---
Ich muss zugeben das ich nachdem lesen des Romans zu Interview mit einem Vampir von weiteren Romanen abstand nahm. Nun und die Schilderungen aus dem (Slash) Fandom klangen gar nicht so als waere dort das Machtniveau runter gegangen oder die Charaktere so unglaublich sensibel.


--- Zitat ---Überhaupt: Einmal zieht Vampire hauptsächlich die Blade/Underworld-Mosher an, dann wieder die Louis-Heulsusen. Ja was denn nun?
--- Ende Zitat ---

Beides.
Wenn man sich Interview mit einem Vampire anschaut hat man einerseits Louis.
Der zu Beginn nur Ratten frisst, sehr melodramatisch tut, leidet, sucht und leidet, dann einen Vampire-Hort im Alleingang schnetzelt und sich dann weiter melodramatisch gibt, sucht, leidet und melodramtische Monolog-Interviews gfibt.
Dann hat man andererseits Lestat.
Der gerne mal zur Kolonialzeit in ueppige Brueste biss, der mit Toten tantzt und die Menschlichkeit gerade mal so etwas von weit von sich weiss, der umherzieht und ein gutes Vampîreleben lebt, und abgesehen von einer kurzen Szene im Schaukelstuhl gar nicht gross einsieht sich mit der Dramatik des eigenen Daseins zu plagen.
Dann hat man da zu letzt noch Claudia.
Die noch einen Ecken weniger menschlicher ist als Lestat, die meiste Zeit ueber andere Leute killt und deren Drama daraus besteht in dem Koeper verhaaren zu muessen.

Jetzt setzt man drei Leuten, die jeweils eine der Figuren moegen, V:tM vor.
Danach hat man einen Heuler, einen Mosher und einen Schnetzler.
Wenn sich dann noch wer dazu findet der den amoralischen Packen im Pariser Theater gut fand, oder wer der David (iirc?) & Watcher gut findet, also er im Machtgefaelle ne Menschen Lusche spielt.
Also ich kann da verstehen das es ab und an knallt.

[Und man kann ja nu auch nicht den Lestat-Fans oder den Claudia-Fans vorwerfen sie haetten Anne Rice nicht verstanden]


--- Zitat ---Mal ne andere Frage am Rande: wenn hier von V:tM gesprochen wird, schließt das automatisch Dark Ages (System + Setting) ein?
--- Ende Zitat ---
Fuer mich nicht wirklich.
Wobei das System im Grunde nicht wirklich verschieden ist. [Nur weil man sich da Pfade auswaehlen kann]
Beziehungsweise glaube ich das die Setting Aenderungen nicht gerade die Moscher fern halten. [Weil man mit den Pfaden hauptsaechlich besser umher moschen kann]

Seth:

--- Zitat von: Teylen am  3.08.2011 | 12:04 ---Beides.
Wenn man sich Interview mit einem Vampire anschaut hat man einerseits Louis.
Der zu Beginn nur Ratten frisst, sehr melodramatisch tut, leidet, sucht und leidet, dann einen Vampire-Hort im Alleingang schnetzelt und sich dann weiter melodramatisch gibt, sucht, leidet und melodramtische Monolog-Interviews gfibt.
Dann hat man andererseits Lestat.
Der gerne mal zur Kolonialzeit in ueppige Brueste biss, der mit Toten tantzt und die Menschlichkeit gerade mal so etwas von weit von sich weiss, der umherzieht und ein gutes Vampîreleben lebt, und abgesehen von einer kurzen Szene im Schaukelstuhl gar nicht gross einsieht sich mit der Dramatik des eigenen Daseins zu plagen.
Dann hat man da zu letzt noch Claudia.
Die noch einen Ecken weniger menschlicher ist als Lestat, die meiste Zeit ueber andere Leute killt und deren Drama daraus besteht in dem Koeper verhaaren zu muessen.

--- Ende Zitat ---

Das ist eine.. sagen wir, recht einseitig negative Sicht auf den Film, ja ;)


--- Zitat ---Jetzt setzt man drei Leuten, die jeweils eine der Figuren moegen, V:tM vor.
Danach hat man einen Heuler, einen Mosher und einen Schnetzler.
Wenn sich dann noch wer dazu findet der den amoralischen Packen im Pariser Theater gut fand, oder wer der David (iirc?) & Watcher gut findet, also er im Machtgefaelle ne Menschen Lusche spielt.
Also ich kann da verstehen das es ab und an knallt.

--- Ende Zitat ---

Nur wenn man die Konzepte aus dem Film so versteht, wie du es hier tust. Man kann die Figuren auch aus relativ ernsthaften Perspektiven betrachten, die dann durchaus spielbare und ernstzunehmende Konzepte geben. Aber ich denke das hat einfach mit der Herangehensweise / Betrachtungsweise zu tun. Die größte persönliche Tragödie des Charakters für den einen Spieler, kann eine Schnulze³ für den Anderen sein, je nachdem wie sehr man sich darauf einlässt.


--- Zitat ---Fuer mich nicht wirklich.
Wobei das System im Grunde nicht wirklich verschieden ist. [Nur weil man sich da Pfade auswaehlen kann]
Beziehungsweise glaube ich das die Setting Aenderungen nicht gerade die Moscher fern halten. [Weil man mit den Pfaden hauptsaechlich besser umher moschen kann]

--- Ende Zitat ---

Man kann alles. Ich sehe in den Wegen eine viel deutlichere Fixierung auf die individuelle Ausprägung des Vampirfluchs. Die Menschlichkeit kann auch nur in einem humanistisch geprägten Umfeld wie der Moderne funktionieren, wo alle mit mehr oder weniger gleichen Moralvorstellungen aneinandergeraten (wobei auch da die Verwandlung zu einem untoten, bluttrinkenden Wesen einen radikalen Wechsel in der Weltanschauung mit sich zieht, weswegen ich diesen ganzen "Vampir vs. Menschlichkeits"-Kampf auch nur in der Rolle eines Neugeborenen glaubhaft finde). Sieht man sich die Sündenhierarchien der Wege an, gibt es genug Regelungen und relativ intuitive Systeme, die das "Moschen" nicht erzwingen. Wie gesagt, man kann alles - wenn man die Sünden / wahlweise die Menschlichkeit oder das Gesamtpacket des Weges ignoriert. Einen reinen Mosch-Charakter auf Dauer zu spielen, sagen wir auf dem Weg der Sünde, wird spätestens dann schwer, wenn Spieler und Spielleiter gleichermaßen auf die "Komplikationen" einer glaubhaften Umwelt eingehen. Wenn man das Spiel allerdings darauf auslegt, dass sowieso alle machen können, was sie wollen, dann spielt es keine Rolle ob ich Menschlichkeit oder Wege habe.

Teylen:

--- Zitat von: Sol Invictus am  3.08.2011 | 15:07 ---Das ist eine.. sagen wir, recht einseitig negative Sicht auf den Film, ja ;)
--- Ende Zitat ---
Das war aber nicht negativ gemeint.
Ich meine, es ist ja durchaus positiv das der Film drei nun derart unterschiedliche Charaktere und Konzepte unter einen Hut bringt. Es ist ja imho nun gerade nicht so das man sich als Zuschauer unbedingt mit Louis identifizieren muss oder den Fokus auf seine Sichtweise legen, sondern man kann ebenso mit der Darstellung von Lestat sympathisieren. Immerhin sind wohl auch beide noch Hauptfiguren der weiteren Buecher, und ein Stueck weit "Haupt Mary Sues".

Imho ist daran nichts negatives.
Imho ist Lestat eine Figur die als Konzept durchaus ernstgenommen werden mag und als Blaupause fuer viele V:tM Charaktere hergehalten haben duerfte. Es ist aber ebenso eine Figur und ein Konzept welche den Vampir als eher entmenschlichte Figur praesentiert, eine Figur die sich nicht nur nicht im eigenen Drama suhlt sondern sich diesem sogar bewusst entzieht.
Die sich, abgesehen von der eher kurz beschriebenen Szene im Film wie im Buch zwischen Sumpf und Stuhl, konsequent der Tragoedie die Louis darstellt - und die gerade von den "Vampire sind dramatische / tragische Persona im Konflikt mit der Menschlichkeit stehen"-Verfechtern als einzig wahre und anspruchsvolle Art V:tM zu zu spielen verteidigt wird - verweigert.

Auch das Claudia dergestalt ist, wie sie von Anne Rice beschrieben wurde, heisst nicht das ihr da ein Fehler unterlaufen ist oder das sie nur negative ist, sondern es bereichert den Vampirmythos, wie er in IwaV geschaffen wird um einen weiteren Archetypen.


Man kann da doch nicht sagen "V:tM ist so gemeint wie Louis bei IwaV, wer andere - im Fall von Lestat Haupt - Charaktere wahrnimmt und der Figur gleichstellt sieht etwas negatives / falsches".


Imho spricht Interview mit einem Vampir die Fans aller drei Charaktertypen an und als Konsequenz heraus finden sich alle drei Spieltypen im Grundregelwerk thematisiert. Man kann ueber das Spielbeispiel mit dem mordenden Nossi die Haende ueber den Kopf zusammen schlagen, aber im Grunde wird dort die harmonisierende Vielfalt vorgefuehrt die sich bereits bei IwaV findet.
Der Spieler des Nossis mag halt eher einen Claudia / Lestat Style Charakter haben, bringt dementsprechend ruecksichtslos sein Opfer unnoetig um, und darf dann spaeter irgendwann das Drama ausspielen das der gelungene MK Wurf suggeriert. Sogar ohne Konsequenz Keule, da ein entsorgen ueber den Muellcontainer reicht.
Die Spielerin der Toreador darf davon eben auch Louis maessig entsetzt, schockiert sein, ohne das Wuerfel im Weg stehen oder der Nossi spieler gar als "Mosher" angefeindet / abgegrenzt wird.


--- Zitat ---Ich sehe in den Wegen eine viel deutlichere Fixierung auf die individuelle Ausprägung des Vampirfluchs.
--- Ende Zitat ---

Ich halte die Wege, hinsichtlich der Beschreibung, zum Grossteil, fuer stumpfe Entschuldigungen zum moschen ohne Moral.
Und ernsthaft, der Mensch ist durch die Moderne doch nicht menschlicher oder humanistischer geworden.
[Stichwort Konsum gesellschaft, Hedonismus, Freizeit Denken, Lohn Sklaven oder auch Loyalitaet, Kapitalisten, Industralisten und Ausbeuter aller Art]
Respektive sind die Wege auch afair nicht dergestalt erklaert als das sie als Konsequenz der Entwicklung philosophischer Schulen stehen.


--- Zitat ---Sieht man sich die Sündenhierarchien der Wege an, gibt es genug Regelungen und relativ intuitive Systeme, die das "Moschen" nicht erzwingen.
--- Ende Zitat ---

Erzwingen nicht, aber zum Grossteil doch konsequenzen los gestalten und zum geringeren Teil sogar tatsaechlich erzwingen.
[Wege bei denen es zur Suende wird nicht zu morden oder nicht zu diableriern]

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