Pen & Paper - Spielsysteme > World of Darkness
[VtM] Euer Spielverständnis?
Oberkampf:
Wie gesagt, mit den "richtigen" Leuten, also vor allem mit den Leuten, die gleiche Spielvorlieben teilen, kann man jedes Rollenspiel spielen.
Mein Problem mit der Sache ist eben, dass man nach meinem subjetiven & überalterten Eindruck, bei V:tM noch mehr auf die "richtigen" Leute achten muss, als bei anderen Rollenspielen. Das kommt einerseits daher, das V:tM mehrere Vorlieben bedient, ohne eindeutig zu sein, aber - meiner Meinung nach! - keine dieser Vorlieben gut bedienen kann, und leider auch Kompromisse nicht leicht vereinbar macht.
Dann passiert es eben, dass bei einem Con/einer neuen Gruppe Leute zusammenkommen, die Diablerie: Mexico (Schnetzeldungeon), Berlin by night (Spielleiterstory), Giovanni-Chronicles (SL-Story mit Metaplot), etwas eigenständig Politisches auf der Basis von z.B. Chicago by night oder persönliches Drama ohne Clanspolitik spielen wollen.
Nach meinem Eindruck können andere Spiele unterschiedliche Vorlieben verträglicher spielbar machen oder sind eindeutiger ausgerichtet. Mir persönlich ist es mittlerweile lieber geworden, nach Regeln (und ggf. in Spielwelten) zu spielen, die meine jeweiligen Spielziele optimal besser bedienen können. Politisches Intrigenspiel ist z.B. für mich etwas ganz anderes als Ermittlungsspiel um Intrigen.
Ganz kurs zu DSA + Vampires:
Für mich stellt sich die Frage, ob das deutsche Vampires DSAisiert wurde, oder DSA vampirisiert. Aber ich hab null Plan von DSA, darum beschäftigt mich die Frage nicht wirklich. Ich bin nur immer wieder skeptisch, wenn ich SLs mit Selbstverständnis als Storyteller beobachte, die andere Spiele "vampirisieren".
Seth:
Wenn ich dir jetzt aber erzähle, dass ich mit Shadowrun, D&D und Call of Cthulhu noch weit mehr abnippelnde Runden erlebt habe und das meiner Meinung nach noch weit mehr unterschiedliche Spielstile begünstigt, weit mehr "Mosher" anzieht (vor allem Ersteres) und es damit, nach System, weit schwieriger ist einen gemeinsamen Konsens zu finden, hebt das deine Theorie ziemlich auf.
Die Frage, die mich mehr interessiert ist, warum ist es einigen Leuten überhaupt so wichtig, zu belegen, dass es am System von V:tM liegt?
Lemming:
--- Zitat von: Sol Invictus am 4.08.2011 | 14:57 ---Wenn ich dir jetzt aber erzähle, dass ich mit Shadowrun, D&D und Call of Cthulhu noch weit mehr abnippelnde Runden erlebt habe und das meiner Meinung nach noch weit mehr unterschiedliche Spielstile begünstigt, weit mehr "Mosher" anzieht (vor allem Ersteres) und es damit, nach System, weit schwieriger ist einen gemeinsamen Konsens zu finden, hebt das deine Theorie ziemlich auf.
Die Frage, die mich mehr interessiert ist, warum ist es einigen Leuten überhaupt so wichtig, zu belegen, dass es am System von V:tM liegt?
--- Ende Zitat ---
+1
ich würde das aber bei allen Flexiblen Systemen so sehen und nicht auf SR, D20 und Cthulhu beschränken.
Seth:
--- Zitat von: TheLemming am 4.08.2011 | 15:00 ---+1
ich würde das aber bei allen Flexiblen Systemen so sehen und nicht auf SR, D20 und Cthulhu beschränken.
--- Ende Zitat ---
Jop, waren auch nur Beispiele.
Koenn:
--- Zitat von: Chrischie am 4.08.2011 | 14:25 ---Zum Vergleich DSA und VtM:
Beides wollen Spiele sein, indem das Erzählen der Story wichtig ist. - check
Beide Spiele liefern aber dafür keine Regeln, sondern ergehen sich im Kampfsystem etc, so dass eher Spieler mit einem taktischen Geschmack angesprochen werden. - check
...
In beiden Spielen wird mit superwichtigen NSCs so um sich geworfen, dass die Spieler zuschauer im Metaplot sind. - check
...
--- Ende Zitat ---
Ich spiele zwar kein DSA, aber da du das Ganze auch für Vampire festlegst:
- Vampire liefert für das Erzählen der Story keine Regeln, sondern ergeht sich im Kampfsystem ect, so dass eher Spieler mit einem taktischen Geschmack angesprochen werden. -> Absolut falsch.
Ich habe Taktik nur in Shadowrun, Savage Worlds und D&D gesehen, aber nie in Vampire. In ganzen 14 Jahren Vampire nicht. Auf Cons nicht. Nie. Und die Tatsache, dass es eine Initiative im Kampf gibt heißt noch lange nicht, dass es Taktik gibt. Es gibt nicht einmal ordentlich ausgearbeitete Kampfregeln: dafür gibt es aber zahlreiche Regeln, die sich um Interaktion mit anderen Vampiren, Menschen, der eigenen Psyche und Motivation drehen. Vampire liefert im Vergleich zu D&D und Savage Worlds außerordentlich viele Regeln für das Erzählen einer Story um einzelne Charaktere, Klüngeln von Charakteren, Fraktionen usw.
- In Vampire wird mit superwichtigen NSCs so um sich geworfen, dass die Spieler Zuschauer im Metaplot sind. -> Kommt auf den SL an.
Ich kenne Spielleiter, die das so handhaben. Ich kenne aber auch Spielleiter, die die Charaktere sehr stark in den Metaplot einbinden und ihnen tragende Rollen geben, manchmal ohne dass sie es wissen.
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