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[VtM] Euer Spielverständnis?

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Oberkampf:

--- Zitat von: TanjaT am  1.08.2011 | 15:36 ---Warum ungeeignet, hast du ja später noch detaillierter ausgeführt. Was mich am Rande interessieren würde: Was sind denn Horror- und/oder Vampir-Rollenspiele mit besserer Spielmechanik aus deiner Sicht?

--- Ende Zitat ---

Also, das ist schwer zu beantworten, weil ich eine reihe unterschiedlicher Spielvorlieben habe, die ich dann auch versuche, mit unterschiedlichen Regelwerken zu erfüllen.

Konstant bei mir ist, glaub ich, dass ich den Zufall gerne als "objektive Entscheidungsinstanz" im Spiel habe, mir also Würfel usw, lieber sind als Würfelloses Spiel. Außerdem mag ich den tendenziell eher "schwachen" Spielleiter, der reaktiv auf Spielerinput hin leitet, und ich veruche mir gerade das Storyschreiben für Abenteuer abzugewöhnen. Grundsätzlich mag ich Systeme, die einen Spieler mechanisch belohnen, z.B. mit Glückspunkten, wenn er eine charaktertypische Entscheidung trifft, wenn er seinen Charakter von sich aus in Trouble bringt und wenn er andere SCs in seine Charakterangelegenheiten hineinzieht.

An Urban Fantasy/Horror probiere ich mich nach langer Pause auf diesem Genre mit "Dresden Files" (basierend auf dem frei zugänglichen Fate-System) aus. Da wird das Ausspielen von Charaktereigenheiten mit Bonuspunkten belohnt. Für die institutionellen politischen Konflikte würde ich dann noch aus Legends of Anglerre (ebenfalls Fate) die Regeln für Organisationen nehmen. Für eher ermittlungsorientierte Runden schaue ich mir gerade Gumeshoe (the Esoterrorists, Trail of Cthulhu) an. Ich kann zwar mit Horror, speziell cthulhuidem Horror, rollenspielerisch wenig anfangen, aber die Regeln für Informationsweitergabe an die Spieler gefallen mir.

Speziell für storyorientiertes Vampires mit interessanten Charakteren wäre vielleicht Prime Time Adventures oder Inspectres geeignet. Man einigt sich als Gruppe darauf, eine Vampirgeschichte zu spielen, und das Setting entwickelt sich praktisch mitten im Spiel. Habe jedes der beiden Systeme bisher erst einmal spielen können, aber das waren zwei meiner tollsten Rollenspielerfahrungen.
 
Die andere Variante, die mich für Vampire interessieren würde, wäre die neue World of Darkness, da nach meinem Eindruck die Spielmechanik leichtgängiger ist. Und für zwischendurch könnte ich mich bestimmt für Buffy begeistern (aber damit dürfte ich in meinem Umfeld auf das geringste Interesse stoßen.)

Teylen:

--- Zitat von: Dolge am  1.08.2011 | 16:49 ---Naja, schon die Behauptung, dass VtM wirklich taktische Action und so *kann* ist ja auch hanebüchener Unfug. Gerade im Vergleich mit SW... Wenn man sich anschaut, wie unmöglich Balancing mit VtM RAW ist...
--- Ende Zitat ---
Habe ich auch nicht behauptet.
Ich habe allenfalls behauptet das SW meinen Anspruechen an ein taktisches Spiel nicht genuegt.
Was tatsaechlich zutrifft bzw. meine Meinung zu SW widerspiegelt.
Wobei der Beitrag hypothetisch Natur war. Das heisst ich denke das die SW Spielerschaft nicht aus dicken Nerds besteht.

Teylen:
@Tuempelritter:
Zu den Systemen, es klingt zwar recht faszinierend aber die Kunst von V:tM war es doch die Punkte allesamt in ein System zu pressen, drauf zu schreiben das man Stories entwickeln will, Intrigen, Kaempfe, Abenteuer (Suche das Buch Nod), Crunch (Hey da ist es!) und innere Konflikte. Und es dann als packen raus zu geben.
Indem man alles zumindest irgendwie auch unterstuetzte.

Vielleicht teilweise nur sacht und noch nicht mit den Ideen wie man sie heute hat, aber so theorethisch ist das meiste angedacht. Man hat Willenskraft, Konzepte, Verhalten und Wesen, Geistesstoerungen, Vor- & Nachteile, sowie Hintergruende fuer die Story und den Char, ein doppeltes dutzend Sozial & Info Faehigkeiten sowie Status fuer die Intriegen, ein Kampfsystem und genug Crunch fuer Abenteuer gibt es wahrlich. Dazu ein ein passendes Setting.


Ich dachte das die Staedtebuecher Sandbox/Chronik-Vorschlaege sind und keine Abenteuer.
Das Abenteuer mit der R-Map muesste Lairs of the Hidden oder Laws of the Night gewesen sein.
(Gibt es iirc in erster und zweiter Edition)



--- Zitat ---
--- Zitat ---Ansonsten halte ich Spielleiterwillkuer, abseits der goldenen Regel, sowie die Fixierung fuer eher subjektive Erfahrungen die dadurch verstaerkt werden das das System extrem populaer war und immernoch beliebt ist.
--- Ende Zitat ---
Und ich glaube, dass das so eine Antwort eine typische Fanreaktion ist, und halte das Spiel(leiter)verhalten, das ich auf dem FeenCon am Nachbartisch beobachten durfte (Parade übermächtiger NSCs), für V:tM-mustergültig. Aber was auf den Nachbartischen gemurkst gespielt wird, kann mir ja egal sein.
--- Ende Zitat ---
Ich habe die Antwort eher darauf basiert das ich eine gewisse Anzahl von V:tM Gruppen kennenlernte, dabei ein recht breites Spektrum an Ansichten erfuhr, jedoch Erfahrungen hingegen Spielleiterwillkuer sowie Geschichtsfixierungen, dabei nicht in einen Ausmass vorkammen die vermuten lassen wuerde das V:tM eine inherente Problematik dahingehend inne wohnt.
Weshalb ich die Aussage der Haeufung nicht nachvollziehen kann.


Ich halte die Retro-Welle fuer eine Reaktion auf die Indie-Bewerbung.
V:tM als Ausloeser halte ich fuer zu lange "weg vom Fenster".



--- Zitat ---[VtM hat neues gebracht]

Das halte ich für eine falsche These. V:tM hat nichts wirklich Neues gebracht (außer vielleicht die R-Map). V:tM "lebte" vom Vampir-Fandom und der marktschreierischen Prosa, die ein ganz neues RPG-Erlebnis versprach.
--- Ende Zitat ---
Natuerlich hat V:tM ein gutes Marketing gehabt.
Haette es aber nur das ganz neue RPG-Erlebnis beschrieben, und in der Verpackung dann nicht geliefert, wuerden die Leute sich nicht bis heute mit irrsinniger beharrlichkeit, trotz der Existenz von Alternativen (V:tR, DFRPG, UA, Kult etc.), daran klammern als wuerde es keine Vampire-RPGs mehr ohne V:tM geben.

Zumal ich bewusst schrieb fuer die Spieler neu.
Ja, es gab schon vorher Storyorientierte RPGs, Theatrix, Amber sind da viel kreativer, offener und PE'iger als es V:tM vermutlich jemals sein wollte.
Ja, es gab schon vorher Status-Konzepte in D&D und keine Ahnung wo und es gab vorher Charakter-Zentrierungsmoeglichkeiten bei Warhammer und anderen. Aber die haben nicht drauf geschrieben D&D: Intrigen in Dungeons oder Warhammer: Apokalypse Now [ueber die psyschischen Leiden der Krieger].

Imho hat sich V:tM hingestellt, und egal wie sehr das regeltechnisch noch fetzen waren, gerade wenn man es mit Fate vergleicht, denn Spielern das als "Boah ist das cool, das wollt ihr!" in's Gesicht gerubbelt. Und das auch noch voll am Puls des Zeitgeist.
Naja, und dann wollten die Spieler das auch, und haben natuerlich das System gekauft das es ihnen ins Gesicht schmierte.
Funktioniert ja auch damit, wenn man will.



--- Zitat ---Klar, der hat sich damit arrangiert. Soll er doch auch, ist doch kein Problem. Mir geht es nur darum, dass so getan wird, als wäre V:tM so eine Leuchtgestalt unter den Rollenspielen oder hätte sogar die Rollenspielwelt transzendiert, und dass die auffälligen Begleiterscheinungen von V:tM gerne unter den Tisch gekehrt werden, bloß weil sie eben heutzutage nicht mehr unwidersprochen "in" sind.
--- Ende Zitat ---
   
Es leuchtet aber doch noch.
Es mag komisch sein, es ist merkwuerdig und ich vermute mal selbst WW weiss nicht wieso, aber V:tM strahlt wie ein Stadionfluter.
Es hat nicht aufgehoert zu strahlen nur weil es tot war, es hat seinen eigenen Nachfolger ueberstrahlt, es strahlt sogar in ein MMO hinein.
Es hat eine Spielerschafft, so in der Menge, nach der sich man ein neues (Indie)RPG die Finger lecken wuerde.

Jetzt kann man zwar behaupten das es Nebenwirkungen & Begleiterscheinungen hat, aber das ist doch den Spielern relativ egal, die dem System dazu verhelfen das es so strahlt. Ich mein, wer knapp 6 Jahre ein totes System derart lebendig haelt, waehrend andere, theorethisch bessere Systeme aus dem Boden spriessen und es langsam echt Out of Print ist,... da muss doch was mehr dran sein als das man sich nur damit "arrangierte" und irgendwelche Nebenwirkungen & Begleiterscheinungen leicht painvoll ertraegt.

First Orko:

--- Zitat von: TheLemming am  1.08.2011 | 16:28 ---Nur so eine Randnotiz: Ich würde echt gerne mal mit einem bunten Haufen von Euch 'ne Runde VtM spielen, der Thread alleine zeigt soviele Facetten auf und ich hab wirklich wieder Lust auf 'ne Runde eintauchen in die WoD.

--- Ende Zitat ---

+1

Wäre mal was fürs Große. Ich bin allerdings diesmal nicht dabei, überlege aber zum Wintertreffen - So eine Runde wär ein Grund mehr! Bräuchte es nur noch eine(n) willige(n) SL ;)

EDIT: Summon (Koenn)...? Hat mir gefallen, was du so geschrieben hast. Das geht von den Ansichten her so ziemlich in die Richtung, die ich mir für einen WoD-SL wünschen würde.

Lemming:
Als SL würde ich mich ja melden, aber ich werd's zu den nächsten 2 Forentreffen aus Studiumgründen nicht schaffen.

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