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[Science-Fiction] Weltraum-Kolonisation

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Thot:
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--- Zitat von: Tudor the Traveller am 13.08.2011 | 12:30 ---Menschen brauchen einen Anreiz, um Leistung zu bringen. Und sie neigen dazu, für große Leistung auch einen großen Anreiz zu wollen.

--- Ende Zitat ---

Nö. Ein kleiner Anreiz funktioniert genau so gut.


--- Zitat --- Das ist mE in einer Planwirtschaft das grundsätzliche Problem. [...]

--- Ende Zitat ---

Dann bist Du also auch gegen jedwede Konzerne?  :D

Thot:

--- Zitat von: Feuersänger am 13.08.2011 | 11:59 ---Das erinnert mich: was ist eigentlich das Regierungssystem der Menschheit in Star Trek? Von Wahlen ist da nie Rede. Gut, die Wirtschaft ist post-scarcity wegen magischer Replikatoren, und Geld gibt es angeblich (seit TNG) keins mehr. Wichtige Entscheidungen scheinen aber vor allem von Admirälen getätigt zu werden, und in diversen Folgen sieht man auch uniformierte Offiziere auf Richterstühlen sitzen. Eine kommunistische Militärdiktatur?

--- Ende Zitat ---

In TOS und den Filmen ist hin und wieder von Wahlen die Rede, doch.

http://memory-alpha.org/wiki/United_Federation_of_Planets

Chaos:
@Tudor & Thot:

Eure beiden Posts zusammen, das ist es im Wesentlichen.

Die grundlegende Frage, bevor jemand sich irgendwo für irgendwas anstrengt, ist immer: "Was springt für mich dabei raus?"

Da gibt es dann verschiedene Lösungen. Eine - die kapitalistische - ist "du kriegst Geld dafür". "Du kommst dafür in den Himmel" (oder "du kommst in die Hölle, wenn du es nicht tust) funktioniert auch, bei denen, die dran glauben. Dann gibt es noch die, denen eine Tätigkeit einfach Spaß macht, solche, die das was sie tun, für eine gute Sache halten (d.h. vor allem ehrenamtlich Tätige), und die, die auf "du tust es für dein Vaterland" reinfallen.

Habe ich etwas übersehen?

Yerho:
Der Kommunismus in der Sowjetunion - auf den beziehe ich mich als größtes und längstlebiges Experiment dieser Art - brach deshalb zusammen, weil der sehr spezielle Vertrag zwischen der Führung, also der Partei, und der Bevölkerung nicht mehr funktionierte. Diese Übereinkunft besagte nämlich, dass die Grundversorgung für jedermann sichergestellt war und es eine grundsätzliche, wenn auch langsame Steigerung der Lebensqualität geben sollte. Das wird durch einen oder sogar etliche Schmarotzer keineswegs torpediert, so lange alles im Rahmen bleibt. Volkseigentum für den Bau einer privaten Datsche abzuzweigen bringt ein ausreichen große kommunistische Gesellschaft ebenso wenig um wie etliche Steuerhinterzieher/-flüchtlinge eine kapitalistische Gesellschaft. Was - wenn ich das mal auf einen beispielhaften Faktor reduzieren darf - ein solches System kippen lässt, ist z.B. die Notwendigkeit nach miesen Ernten, Lebensmittel zu Weltmarktpreisen einzukaufen, für die man Devisen benötigt, die man systembedingt nur in geringen Mengen hat. Nun kann man zwar gegensteuern, indem man ein wenig private Landwirtschaft erlaubt (also einen laxeren Kommunismus praktiziert), aber das braucht Zeit, die man nicht hat, wenn es geographisch nahe Konkurrenzsysteme gibt, die einerseits ständig politisch Druck machen und sich andererseits als leichte Ausweichoption für das einzig existente Kapital, nämlich das Humankapital, anbieten.

In einer kommunistischen, planetaren Kolonie gibt es keine konkurrierenden Systeme in unmittelbare Reichweite, die Bürger können nicht ohne Weiteres abwandern und man verfügt über ein derartiges Überangebot an Basisressourcen, dass man sich die Ineffizienz, die sich aus (schlecht) staatlich geführter Wirtschaft ergibt leicht kompensiert.
Wichtige Randnotiz: Schlecht geführte Privatwirtschaft, aber auch gut geführte, also Privatwirtschaft überhaupt funktioniert übrigens nur durch eine Umverteilung von Ressourcen, bei der nicht daran Teilnehmende systematisch benachteiligt werden. Um mal wieder die kurze, aber treffende Zusammenfassung zu bringen: Kommunismus kann nur funktionieren, wenn die meisten mitmachen wollen; Kapitalismus kann nur funktionieren, wenn die Meisten nicht mitmachen dürfen.

Für dieses SF-Szenario hieße das:
Einen kapitalistischer Weltenraum funktioniert nur, wenn es genug unterentwickelte Kolonien gibt, auf deren Ressourcen man zu Lasten der dort lebenden Bevölkerung zurückgreifen kann; das Grundkonzept lautet Konkurrenz. Ein kommunistischer Weltenraum funktioniert nur, wenn es tatsächlich gelingt, auch mit schlechter zentraler oder komplett ohne zentrale Steuerung (leicht anarchisch mit zahlreichen kleinen "Kommunen") immer weitere, leicht zugängliche Ressourcen zu erschließen, um die nicht konkurriert werden muss; Fortschritt benötigt hier jedoch entweder eine wie auch immer geartete äußere Bedrohung oder eine inhärente Fortschrittsideologie (in etwa: "Gott/die Partei/der Führer will, dass ihr euer Wissen mehrt!").
Daher wäre es sinnvoll, hier entweder mit großen Blöcken zu arbeiten, also im Hintergrund eine Art interstellaren Kalten Krieg zu etablieren. Denn wenn es etwas in der Art nicht gibt, passiert das, was wir gerade erleben: Der Zusammenbruch einer Supermacht hinterlässt entweder einen Sieger oder einen Übriggebliebenen, der es dann auch nicht mehr lange macht, weil ihm entweder der Feind oder die Rechtfertigung fehlt.
Oder man verzichtet komplett auf große Blöcke und hat stattdessen eine bunte Vielzahl kleiner Machtblöcke mit sehr unterschiedlichen Ideologien und sehr unterschiedlichen Wirtschaftssystemen, die je nach Zeit, Notwendigkeit und Laune miteinander oder gegeneinander agieren und in dem man als Weltraumreisender in unzählige Fettnäpfchen treten kann, sobald man irgendwo landet, wo man nicht geboren wurde oder wenigstens bereits einige Zeit verbracht hat.

Thot:

--- Zitat von: Fantomas am 13.08.2011 | 22:46 ---[...]man Devisen benötigt, die man systembedingt nur in geringen Mengen hat.
--- Ende Zitat ---

Nein, das ist nicht systembedigt. Das ist einfach ein Managementfehler.

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