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[WoD] Grenzenloser Smalltalk

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Teylen:

--- Zitat von: La Cipolla am 13.06.2016 | 15:02 ---Kann mir nicht vorstellen, dass ein LARP-Produkt das vergleichbare P&P-Produkt auch nur ansatzweise in den Verkaufszahlen hinter sich lässt, nicht zuletzt weil die meines Wissens noch viel krasser unter dem "einer kauft's, fünf/fünfzig spielen's" Problem leiden, und weil es (berichtigt mich hier) nicht mal ansatzweise so viele Produkte im Backlog gibt.
--- Ende Zitat ---
Das Markus im Cast davon spricht das es in den USA wohl abnorm viele MET LARPer gibt hat mich auch überrascht. Ansonsten, das der Produkt Katalog verhältnismäßig klein ist und By Night Studios sich nicht mal annährend so stark in das Hamsterrad des "Produkte raus wöllen" wirft stimmt. Wobei ich das eher als Methode sehe nachhaltig eine Kundschaft aufzubauen bzw. nicht das eigene Designziel zu torpedieren..
 
Hinsichtlich "einer kauft es / fünfzig spielen", deswegen hat Mind's Eye Theatre einen durchaus beabsichtigen, starken "competitive" geprägten Spielstil. Den auch Martin im Video erwähnt. Das heißt es kaufen sich tatsächlich in MET recht viele - bis teilweise, nachdem was ich so hörte, teilweise gar alle - Spieler das Buch um gleichauf zu sein. Zumindest auch nach Aussage von BNS auf der Tenebrae Noctis.

Infernal Teddy:
I call Marketing bullshit.

Teylen:
Hm, was Markus da Michael im Vlog-Cast erzählt oder Diskussionen im kleinen Kreis zu Unterschieden zwischen Amerika, Europa [Mit Irritation wie man hier ggf. das Produkt umsetzen kann wenn die Leute nur Zeugs spielen mögen das kaum Regeln hat und nicht gerade kompetitiv ist]?

Silent:
Wobei ich mich frage was ein "stark competitive geprägter Spielstil" damit zu tun hat, dass sich deshalb jeder das Regelwerk als Druckwerk ins Regal stellt.

Vielleicht ist die deutsche Live Mentalität auch anders, aber wenn ich irgendwo mitspielen wollte, bin ich einfach hingegangen und hab der Sl gesagt "Hey, ich bin neu und will mitspielen!" und dann hat sich immer eine freundliche Person zu mir gesetzt und mit mir zusammen einen Charakter nach den hiesigen Hausregeln gebaut. Manchmal wusste ich aber auch, dass ich mich vorher via Mail anmelden sollte, damit man einen eigenen Termin dafür verabreden kann. Was ich aber noch nie hatte, war die Frage "Soso, du möchtest also was anderes als Caitiff spielen... Soso... Welches Wort steht den auf der 34. Seite, 2 Spalte, 3 Absatz unseres Regelwerkes, welches du für 49,95€ hier erwerben kannst!"

Und zum Thema "unterlegen sein, weil man nicht alle Regeln kennt" kann ich nur sagen, dass ich auch da die Erfahrung gemacht habe, dass Anwender von bestimmten Regeln im Zugzwang waren es den Betroffenen zu erklären, was sie wollen.

Teylen:
Der Spielstil ist durchaus unterschiedlich, allerdings jetzt nicht so wie du denkst, glaub ich.
Das heißt man kann auch in amerikanischen Gruppen auf Leute die sich damit auskennen zugehen und gemeinsam einen Charakter bauen. Ich habe das in Las Vegas einmal für die Grand Masquerade gemacht, wo die Charakter bauenden Spieler um mehrere Tische versammelt wurden und mit Büchern bzw. Helfern eingedeckt. Ein weiteres mal dann für einen Charakter für ein Spiel bei Underground Theatre, das ich dann zugegebenerweise verschlief.
 
Ein unterschied zum europäischen Stil.. In Antwerpen hatte mein Charakter mehr eine grobe Beschreibung und gefühlt kamen die Spielmechanismen danach nicht zum tragen. Bei der Tenebrae Noctis war es ein "du bekommst x disziplinskarten" und das war es an Charakter-Erschaffung. Die Regeln in Karlsruhe sind ein Homebrew basierend auf der dritten Edition, allerdings nach meinem Eindruck nicht sinnvoll belastbar.
Ich würde es vielleicht vergleichen mit "Du machst dir einen Charakter für ein freies Forenrollenspiel" (europäischer Stil) und "Du machst dir ein Charakter für ein eher traditionelleres Pen & Paper Rollenspiel (D&D, VtM, SR5)" (amerikanischer Stil).
Sieht sehr ähnlich aus, in der Praxis liegen dazwischen aber Welten.

Ich denke für die Charakterschaffung ist es auch nicht so das die Leute sich das Regelwerk holen weil sie sonst keinen Caitiff spielen können, sondern weil sie damit die ganzen Optionen sehen und dann munter anfangen können Charaktere zu bauen. Ich mein, wenn ich mir bei D&D 5E vom SL eine Paladin machen lasse werde ich dann auch Neugierig wie die Alternativen aussehen oder auch nur wie ich meine Paladin entwickeln kann. Was es da alles für Zauber und Feats gibt. Das ganze kann man nur so und so weit an die SL auslagern.
Wo europäische LARPs anders sind. Wenn ich in einer Runde einen Caitiff spielen mag kann ich eher schlecht bis nicht hingehen, mich mit der 3rd in ein Zimmer sperren und dann problemlos dem SL das schneeflockige Resultat zeigen das Thaumaturgie, Nekromantie und Serpentis hat. Ich kann noch nichtmal einen eher Standardmäßigen Tremere machen und mich darauf verlassen das das was ich während der Char-Erschaffung gemacht hab, die Auslegung von Thaumaturgie auch in der LARP Gruppe so durchgeht. Selbst wenn man nur die Hausregeln holt und es die umfangreich gibt, gibt es da ne große Chance auseinander zu laufen.

Im Spiel ist es dann so das die MET Regeln mit dem Designziel gestaltet sind balanciert zu funktionieren.
Das heißt das Problem ist nicht das dir dein Gegenüber ggf. noch erklären muss was er da mit dir macht - abgesehen von der möglichen Störung des Spiels. Sondern das der Gegenüber eventuell deinen Charakter unangenehm verplättet und du keine Ahnung von deinen eigenen Möglichkeiten bzw. Optionen hast. Ein wenig als würde man Schach spielen aber nicht wissen was eine Rochade ist, was passiert wenn der Bauer auf der anderen Seite ankommt oder die Sache mit "zwei felder sprung für Bauern am Anfang". Es geht, ist aber für den Spielgenuß eher Nachteilig ^_^;

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