Pen & Paper - Spielsysteme > Pathfinder/3.x/D20
Schätze finden - Spielleiterwillkür?
Guennarr:
Hhhmm... zum Thema "Spielleiterwillkür":
Gerade bei Pathfinder scheinen besonders viele Spieler der Meinung zu sein, dass es für alles eine Regel geben müsse und der SL gefälligst der Umsetzer dieser Regeln zu sein hat.
Dabei ist von den Paizoanern selbst immer mal wieder zu hören, dass der SL das Spiel macht und das im Interesse eines guten Spielflusses sogar mal das eine oder andere aus dem Handgelenk entschieden wird.
Ich verstehe inzwischen, dass sich manche nach den "guten alten Zeiten" zurücksehnen, in denen die Regelbände deutlich dünner waren und dem SL ganz offiziell das zugestanden wurde, was er ja auch laut PF Spielleiterhandbuch (GameMastery Guide) immer noch tun soll: Augen und Ohren der Spieler sein, ihnen die Umwelt schildern und gleichzeitig auch "Regisseur" des Abenteuers bleiben, sprich die Handlung vorantreiben.
Wenn er das eines Tages nur noch nach Regeln tun darf, dann gute Nacht. ;)
LG
G.
Der Nârr:
Ich sehe es nicht als meine Aufgabe, die Handlung voranzutreiben. In meiner Vorstellung sind die Spielercharaktere die Protagonisten, d.h. es ist Aufgabe der Spieler, die Handlung voranzutreiben. Ich stelle nur das Setting und die Situation zur Verfügung, in dem die Spieler agieren können. Natürlich agiere ich auch, wie ja auch in einer Geschichte nicht nur die Protagonisten agieren. Viele Aktionen der Protagonisten sind ja auch nur Reaktionen auf ihre Umwelt. Aber ich würde jetzt z.B. im Dungeon kein Monster aus dem Flur hüpfen lassen, nur weil gerade wenig los ist. Wenn die Spieler gerade detailliert ihre nächsten Schritte planen, sich einen Überblick über die Ressourcen verschaffen oder eine Pause einlegen, damit der Gruppenalchemist noch schnell für alle ein paar Sunrods herstellen kann und deshalb "die Handlung" nicht voranschreitet, dann ist das erstmal so.
Also meiner Vorstellung nach gibt es keine Handlung, die ich vorantreiben müsste sondern die Handlung ist das, was sich eben aus dem Spiel heraus ergibt. Man kann die Handlung immer nur im Nachhinein feststellen.
Aber das hat eigentlich nichts mehr damit zu tun, ob es nun Willkür ist oder nicht und wenn ja, was man dagegen tun könnte, wenn ein Spieler einen versteckten Schatz findet oder nicht. Das Thema ist aber denke ich auch ausgereizt, mein Mitspieler möchte das anscheinend auch nicht weiter verfolgen und hat sich mit der Situation abgefunden, vielleicht, weil er es auch nicht auf den Punkt bringen kann, was das Problem nun ist und welche Lösung er sich vorstellt.
Für mich habe ich daraus aber die Erkenntnis gewonnen, zukünftig auch in der Abenteuervorbereitung stärker auf Zufall zu bauen (improvisierte Tabellen), dann muss ich mir wenigstens nicht vorwerfen lassen, ich hätte den magischen Erbsenzähler ja extra in der Kuckucksuhr versteckt, weil ich gewusst hätte, dass die Spieler da nachgucken.
LöwenHerz:
--- Zitat von: afbeer am 15.11.2011 | 17:36 ---Du beisst auf die Nebensache an und ignorierst die Hauptaussage.
--- Ende Zitat ---
Oh, danke für die Erleuchtung!
Guennarr:
--- Zitat von: Der Narr am 15.11.2011 | 19:06 ---Für mich habe ich daraus aber die Erkenntnis gewonnen, zukünftig auch in der Abenteuervorbereitung stärker auf Zufall zu bauen (improvisierte Tabellen), dann muss ich mir wenigstens nicht vorwerfen lassen, ich hätte den magischen Erbsenzähler ja extra in der Kuckucksuhr versteckt, weil ich gewusst hätte, dass die Spieler da nachgucken.
--- Ende Zitat ---
Das ist in Maßen auch ok. Zu viel eingesetzt kann der Schuss nach hinten losgehen.
Ich erinnere mich an die allgemeinen Reaktionen von Spielern noch vor wenigen Jahren beim Anblick von Zufallstabellen. Enthielt ein Produkt viele Zufallstabellen, galt es schon als schlecht, weil es keinen klaren Handlungsbogen gab... ;)
Zum Glück gibt es unterschiedliche Geschmäcker und viele unterschiedliche Stile, das Spiel zu spielen.
Wenn's um Pathfinder geht, kann ich das Pathfinder Spielleiterhandbuch sehr empfehlen, das neben einigen praktischen Regelergänzungen für SL v.a. sehr, sehr viele Tipps für SL bereithält - u.a. zu unterschiedlichen Abenteuertypen und auch unterschiedlichen Spielertypen. Spielsystemneutral und quasi die Blaupause für die meisten später erschienenen Bücher zum Thema besseres Spielleiten ist =desc]Robin D. Laws Band, den es in einer annehmbaren Übersetzung auch auf deutsch von Pegasus gibt.
LG
G.
Oberkampf:
--- Zitat von: afbeer am 14.11.2011 | 21:02 ---Nehmen wir an, der SL entscheidet sich für einen einfachen DC von 15 und der Schurke schafft genau eine 14. bei der Schublade Dann hat er das nicht gefunden. Soweit klar. Wenn der Spieler jetzt anfängt, dezidierte Beschreibungen seiner Suche anzufügen, kommt das Problem auf, welches man ohne es zu hausregeln oder handwedeln NICHT aus der Welt schaffen kann.
--- Ende Zitat ---
Meiner Meinung nach hat man da genau ein Kommunikationsproblem, nämlich genau das, dass nicht abgesprochen wurde, ob eine stimmungsvolle Beschreibung mechanische Auswirkungen hat oder nicht.
Wenn ich einen Gegenstand mit SG 15 verstecke, dann findet der Suchende den, wenn er SG 15 schlägt, und zwar nur dann (zumindest der Theorie nach, manchmal hab ich ein viel zu weiches Herz). Alle Beschreibung nach dem Wurf ist nur nachgereichte Beschreibung, was er bei der Suche alles unternommen hat und was nichts gebracht hat, wenn er den Wurf verbockt.
Wenn auf meinen SL-Notizen steht: "SCs finden Ring im Mülleimer, festgeklebt am Boden oder bei Suchen SG 15", dann finden sie den Ring bei SG 18, wo immer sie ihn finden wollen (d.h. wo sie ihrer Beschreibung nach gesucht haben, oder sich sage ihnen eben, wo sie erfolgreich waren, wenn sie nichts beschreiben) oder dann, wenn sie beschreiben, wie sie den Mülleimer nach nach Gegenständen absuchen, die am Boden festgeklebt sind.
Was meiner Meinung nach komplett den Sinn eines Fertigkeitssystems untergräbt, dass ist das Wiederholen von verbockten Würfen aufgrund nachgereichter Beschreibung. Dann kann man sich die Würfe auch schenken, und genau für den Fall wurde mMn Take 20 eingeführt. Ewig lange Nachbeschreibungen übersetzt man einfach in eine 20, fragt dann nach dem fertigkeitswert und sagt "gefunden/nicht gefunden", ansonsten hat man Pixelbitching.
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