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[Heldenreise] Ein Erzählspiel
Beral:
Eine Diskussion im Theorieforum ist Inspiration für das Vorhaben.
Worum geht es?
Die Spieler erfinden gemeinsam eine klassische Heldengeschichte, wie wir sie aus Märchen und Legenden kennen.
Wie geht das?
Ein spielleiterloses System (ähnlich wie Western City) unterstützt die Spieler, indem es die Rahmenbedingungen der Heldenreise vorgibt. Die Spieler denken sich dazu den Inhalt aus.
Die Story wird in mehrere Akte unterteilt, die jeweils einen wichtigen Abschnitt der Heldenreise darstellen.
Erster Akt: Aufbruch
1) Ein Problem muss her. Es tritt ein Schaden ein oder es herrscht ein Mangel, das jeweils behoben werden muss.
a) Ein Widersacher richtet Schaden an (raubt eine Person oder Gegenstand, jemand wird verletzt oder etwas wichtiges wird beschädigt, jemand wird getötet oder etwas wird zerstört, jemand wird verzaubert, jemand wird verstoßen).
b) Einem Familienmitglied fehlt etwas (eine Braut, ein Freund, ein Zaubermittel, ein außergewöhnliches Objekt/Schatz, etwas Existenzielles wie Geld oder Nahrung).
Bedingung: Die Lösung des Problems muss irgendwo in weiter Ferne zu suchen sein. Sei es ein Zaubertrank, der die Krankheit des Vaters beendet, sei es das Wissen der drei Gelehrten hinter den Sieben Bergen, die ein Prinz finden muss, um sich auf das Thronerbe vorzubereiten. Was auch immer, es muss weit weg sein.
2) Der Auserwählte tritt auf den Plan. Er bekommt den Auftrag, das Problem zu lösen.
a) Der suchende Held wird um Hilfe gebeten, oder er bietet sich selbst an und bekommt die Erlaubnis auszuziehen. Das kann so weit gehen, dass der Held sich gegen Widerstände für seine Mission entscheidet.
b) Der leidende Held bekommt seine Reise aufgezwungen, ob er will oder nicht. Er wird gewaltsam aus dem trauten Heim ausgestoßen, um sich dem Problem zuzuwenden.
3) Abreise. Der Held zieht aus. Eventuell packt er dafür seine sieben Sachen. Der Held hat ein klares Ziel vor Augen (siehe Problem). Den Weg kann er wissen, muss aber nicht. Der Abschied steht im Mittelpunkt.
Ende des ersten Akts.
Beispiel
1) Problem: Der Rote Drache entführt die Tochter des Königs. Der König ist krank vor Sorge. Niemand weiss, wo der Drache haust.
2) Der König ruft seine Ritter zusammen. Er wählt den besten aus und schickt ihn aus, die Tochter zurückzuholen.
3) Der Ritter sattelt sein Schlachtross, packt seine Rüstung ein, nimmt seine Lanze mit und reitet aus der Stadt. Die Bevölkerung winkt ihm mit Taschentüchern nach.
Wie genau die Erzählrechte verteilt werden, weiss ich noch nicht. Es kann reihum gehen. Oder die Spieler geben einen Bennie aus, sobald sie eine Idee haben, die sie einbringen wollen. Oder sie einigen sich einfach im freien Gespräch.
Die anderen Akte folgen noch. Kommentare soweit zur Idee?
Fire:
Klingt grob wie das Kartenspiel "Es war einmal..."
Nørdmännchen:
OT: Hi, habe leider so selten Zeit ins :T: zu schauen... dabei inspiriert's mich immer wieder. Naja, die nächsten zwei Monate sind entspannter.
Ich finde den Ansatz die Heldenreise direkt ins Erzählspiel zu übersetzen auf jeden Fall reizvoll. (Ich gehe davon aus Du beziehst Dich auf J. Campbell?)
Da Du bis jetzt nur die ersten Akte anskizziert hast, fehlt ja noch der Bezug zu Regeln - also bin ich gespannt was da kommt.
So direkt würde ich vorschlagen vor (oder als) den ersten Akt die gewohnte Welt zu stellen. Also zunächstmal die "heimische" Wirklichkeit des Helden zu beschreiben.
Das könnte a) reihum verteilt ganz reizvolle Ergebnisse liefern und b) stellt es einen recht wichtigen Punkt im Monomythos dar.
Hier noch zwei spontane Gedanken:
- Die Heldenreise bietet sich mMn geradezu an für ein Spielbrett - im Sinne von Monopoly oder "Fang den Hut". Sozusagen ein Erzähl-Brettspiel.
- Es gibt eine Interpretation des großen Arkanas des Tarots als Heldenreise, vielleicht inspiriert das oder ist irgendwie nutzbar...
So oder so, auf jeden Fall weitermachen! Ich bin neugierig...
Holothuroid:
Was ich als Gedanke sehr interessant fände, wäre ein wenig bei modernen Fantasy-Epen zu klauen und zwar in dem Sinne, dass der eigentliche Reisende Gefährten ansammelt, die möglicher Weise auch viel erfahrener sind als er.
Das könnte man dann gleichsam als Spielmechanismus einfügen: Je abgefahrener der Charakter ist, desto weniger hat er vom Heldenreisenden und desto weniger zentral ist er für die Handlung. Das würde das Ganze etwas weniger vorgegeben machen. Die Leute könnten dann entscheiden, wie ihr eigener Hauptcharakter funktionieren soll. Auf einer Skala von Frodo über Aragon bis Gandalf, wobei es immer einen Frodo geben sollte.
ErikErikson:
Möglich wäre es auch, die drei Brüder einzuführen. Die ersten beiden Brüder stehen ja für unvollkommene Entwicklungsschritte. beide scheitern recht früh, und müssen dann später gerettet werden.
Also man fängt bsp mit dem ersten Bruder an, und wenn die SC Scheisse bauen, können sie den zweiten Bruder ins feld führen. Der dritte ist dann aber der letzte.
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