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Slayn:

--- Zitat von: Murder-of-Crows am 30.05.2014 | 21:24 ---Slayn: Ich weiß nicht, ob Deine ganzen Ankedoten etc tatsächlich die Wahrheit treffen. Denn danach dürfte es Pathfinder nicht geben. Die machen wenig bis nix anders als WotC.
--- Ende Zitat ---

Was kalgani sagt: Was???

Aber ja, Paizo sollte es nach Konventionellen Business Wissen so nicht geben und erst recht dürften sie nicht erfolgreich sein. Auf der anderen Seite existiert ihre "Edition" jetzt schon am Stück länger als es jedwede WotC-Edition geschafft hat und kein Ende in Sicht.
Gerade das lässt sich eben nicht mit "hartnäckige 3.5 Fans die nicht wechseln wollten" erklären.

Wormys_Queue:

--- Zitat von: Murder-of-Crows am 28.05.2014 | 01:01 ---Nicht von dem was Du schreibst, widerlegt meine These. Ohne OGL hätte die Entscheidung, sie nicht weiter zu verwenden, keine Änderung gebracht.
Die OGL war am Ende aus rein unternehmerischer Sicht eine Fehlentscheidung

--- Ende Zitat ---

Eben nicht. 3.x wäre ohne die OGL und ohne die 3PPs gar nicht erst so erfolgreich gewesen. Dadurch wurden nämlich nicht nur die meisten Altspieler bei der Stange gehalten, sondern auch die Hemmschwelle für diejenigen gesenkt, die mit D&D eigentlich nicht so viel anfangen konnten. Oder um es anders zu sagen: Zumindest einen Teil der Spieler, die ihnen durch die 4E abhanden kamen, hätten sie ohne die OGL gar nicht erst gehabt.

Natürlich hat Paizo die entstandene Lücke clever genutzt. Aber diese Lücke hätte es gar nicht erst gegeben, wenn WOTC nicht unbedingt ein noch größeres Stück vom Kuchen hätte abhaben wollen. Aber was sie zu spät verstanden haben: Die Konkurrenz waren gar nicht die Verlage, die mir der OGL eigene Systeme strickten, sondern die, die einen von den wizards unterschätzten Bedarf bedienten, nämlich den nach interessanten Fluff und ordentlichen Abenteuern. Die in Regen stehen zu lassen, hat sich halt gerächt.

Wisdom-of-Wombats:

--- Zitat von: Wormys_Queue am 30.05.2014 | 22:10 ---Eben nicht. 3.x wäre ohne die OGL und ohne die 3PPs gar nicht erst so erfolgreich gewesen. Oder um es anders zu sagen: Zumindest einen Teil der Spieler, die ihnen durch die 4E abhanden kamen, hätten sie ohne die OGL gar nicht erst gehabt.

--- Ende Zitat ---

Okay... Ja, die OGL hat vermutlich auch mehr Spieler zum Hobby geholt.

Und ja, die Paizo Adventure Paths schließen eine empfindliche Lücke von D&D 3. Nämlich Abenteuer. Aber die Lücke entstand erst, nachdem der Dungeon wieder bei WotC war und nur noch D&D 4 Abenteuer rausbrachte, die sich allerdings qualitativ nicht mit Paizo messen konnten.

Bei D&D galt doch lange die Rechnung: Abenteuer stehen im Dungeon Magazine (und da gibt es durchaus einiges qualitativ-hochwertiges Zeug in der gesamten Laufzeit des Magazins) und Regeln in Zusatzbänden. Den Dungeon als reines PDF zu elektronisieren, war natürlich nicht so doll, weil sie dadurch Leser verloren haben.

Die ganze Sache ist einfach hochkomplex und Aussagen wie "die OGL hat zum Erfolg von D&D 3 geführt" oder "seit D&D 3 macht WotC alles falsch" sind mir einfach zu plakativ, weil sie letztlich nur die eingeengte Sicht des Sprechers wiederspiegeln.

Slayn:
@MoC:

Man kann es auch anders formulieren: Man hatte sich damals bei WotC dafür entschieden die Unterstützung für SLs komplett an Dritte abzugeben, da diese eine Minderheit sind im Vergleich zur potentiellen Anzahl an Spielern. Wenn ich mir meine 3E/3.5E Bücher so anschaue, dann ist... so ca 80% Material für Spieler ohne jedweden Mehrwert für Spielleiter. Schaue ich mir an was ich an 3PP Material rumstehen habe, dann habe ich eine relativ große Menge an Abenteuern und Kampagnen, in Regalmetern gemessen wohl weit mehr als an "offiziellen" Material.
Werfe ich dagegen einen Blick auf meine Pathfinder Sachen, so dreht sich das Verhältnis um: 80% Material für Spielleiter, kaum reines Spieler-Material.
Letzten Endes gibt es halt nur eine einzige Person die zählt, egal ob für Heimrunden oder für Cons, nämlich Spielleiter. Unterstützt man diese nicht durchgehend, kann ein System noch so toll sein, es wird nichts bringen.

Ich hatte da vor kurzem bezüglich der 4E einen tollen Satz hier gelesen, mehr oder weniger paraphrasiert: "Ich hatte es als SL noch nie so einfach Abenteuer und Encounter zu erstellen. Warum jubelt da niemand?".
Weil DiY wohl nett ist, aber etwas in der Hand zu haben ist besser?

Ich gehe mal so weit und behaupte in dem Zusammenhang auch dass dies der Hemmschuh bei Exalted war und dort den so richtig bahnbrechenden Erfolg abgewürgt hat.

Arldwulf:

--- Zitat von: Slayn am 28.05.2014 | 20:53 ---Hm.... ok.
Es gibt bestimmte Aussagen darüber welche "Best Practices" man zu berücksichtigen hat wenn man eine RSP-Linie pflegt. Darunter fallen auch Annahmen wie "Ein Splat Book kauft potentiell jeder in der Gruppe, ein Abenteuer nur der jeweilige SL". Das sind Weisheiten nach denen die ganze 3E und 4E Linie jeweils ausgerichtet waren, also schnell viel Material an Spieler (nicht SL) zu bringen und später, quasi als EoL (End of Life) Produkte einer Linie erst Abenteuer und Kampagnen anzugehen.

--- Ende Zitat ---

Dagegen spricht aber dass die Mehrzahl an Abenteuern zu Beginn erschien. Und spätere Ansätze neue Abenteuer auf den Markt zu bringen offenbar wenig Erfolg hatten.

Und ob man das ausschließlich auf die Qualität schieben kann? Eigentlich sind eine Menge der Abenteuer wirklich gut, und wurden auch so rezensiert. Und umgedreht basiert Paizos Erfolg doch auch nicht auf kritikloser Übernahme aller Ideen. Allein hier finden sich doch auch genug Threads und Postings welche die Abenteuerpfade kritisieren. Sei es nun wegen Railroadingaktionen, Format oder innerer logischer Inkonsistenz.

Ich denke der Punkt ist ein anderer. Paizo sorgt für Vertrauen in sie indem sie einfach immer weiterveröffentlichen. Wenn man weiß, das im nächsten Jahr noch Abenteuerpfade herauskommen werden die man bespielen kann, ist es leichter auch die von diesem Jahr zu kaufen. Selbst dann wenn sie ein paar Macken haben.

WotC dagegen schmeißt im Zweifel auch mal so viel um, das eigentlich ein neues Spiel entsteht. Vielleicht ist es besser....hey, zumindest ich find es besser. Aber erstmal ist es anders. Next wird wieder anders, und viele Spieler werden sagen: erstmal schauen wie es wird, oder vielleicht überspring ich auch eine Edition. Wer bei WotC kauft weiß nicht was kommt.....und wer bei Paizo kauft hat einen neuen Abenteuerpfad für die eigene Gruppe.

Man hat das System der Produktzyklen einfach so weit getrieben dass Spieler sagen: nach 5 Jahren kommt eh was neues.

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