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[Heldenreisen One Shot] Idee in die Runde werfen...

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Nørdmännchen:
Grüße an alle Systembastler,

in letzter Zeit gibt es ja einige spannende, handliche Klein-Systeme. Sie lassen sich schnell erlernen, spielen und garantieren oftmals spaßige One-Shots. Ich denke da an Dinge wie den Old School Hack, den Duungeon World Hack, die bezaubernde Lady Blackbird oder (etwas weiter weg) Geiger Counter.
In Verbindung mit der vor kurzem angesprochenen Einbindung der Heldenreise in Regeln (hier und hier), trage ich mich derzeit mit einer Idee schwanger. Ich widme mich derzeit zwar einem anderen System, dennoch wollte ich Euch das Konzept kurz vorstellen. Vielleicht mag die Eine oder der Andere etwas beitragen.

1. Man nehme ein extrem schlankes Char-System. Z.B. feste Klassen mit Fertigkeits-Sätzen + Standard-Attributen, die im Rahmen eines DinA5- bis DinA4-Bogens inklusive Grundregeln zusammengefasst werden können.
2. Man füge einen Satz archetypischer Funktionen der Heldenreise hinzu. Ich denke da an: unerfahrener Held, treuer Gefährte, weiser Mentor, düsterer Schatten, engagierter Herold, undurchschaubarer Gestaltwandler, gefährlicher Schwellenhüter, starker Beschützer, chaotischer Trickster, unschuldiges Kind etc. Diese werden auf eigenen Bögen abgebildet, die an die Char-Blätter "andocken" können (vergl. Capes).

Die Idee ist, dass die Spieler ihren Charakter behalten, ihnen aber wechselnde Funktionen zugewiesen werden können. Dabei schweben mir folgende Ansätze für Regelmechanismen vor:


* Es gibt Schicksalspunkte, entweder hat ein SC viel Vorerfahrung oder viel Vorsehung. Davon abhängig sind seine Chancen eine besondere Funktion zugeteilt zu bekommen. Der unerfahrene Held und der treue Gefährte landet eher bei SC mit viel Vorsehung (und wenig Erfahrung). Der Mentor und der Beschützer hat typischer Weise viele Fähigkeiten und wenig Schicksal.
* Die Archetypen statten die Figur mit Schlüsseln (vergl. Lady Blackbird) oder Aspekten (à la FATE) aus. Sie bringen Boni, Erfahrung oder lassen "Regelbrüche" zu, wenn sich der SC gemäß seiner aktuellen Funktion verhält.
* Die Archetypen werden gewechselt. Vielleicht gibt es eine Art "Stabilität" die die Chance beschreibt, dass die Funktion bei einem Charakter bleibt. Der Held wäre extrem stabil, der Herold und der Schwellenhüter extrem instabil.
* Es gäbe die Möglichkeit die Heldenreise als Leiter oder Kreis mit einem Counter abzuwandern. Bestimmte Stadien der Reise rufen bestimmte Archetypen auf den Plan: gewohnte Welt -> Held; Ruf -> Herold; Überschreiten der Schwelle -> der Hüter usw.
* Wäre eine Mini-Setting-Erschaffung (als Punkt 1 - gewohnte Welt) zu aufwändig?
* Für Vorschläge für ein passendes Würfel- und Konflikt-System bin ich völlig offen.
Ist jemand der Meinung, dass dies ein lohnenswertes One-Shot-System werden könnte?
Hat jemand Ideen, Anmerkungen, Anregungen zu konkreten Regelmechanismen?
Klassisches Fantasy? Dann wären zumindest die Klassen klar zu definieren...
Verkompliziere ich bereits zu sehr? - Ich fände es schön, wenn das ganze Werk eher im Maßstab der oben genannten Systeme daher kommt.

Grüße,
Henning

xergazz:
Ich hätte noch ein zwei Fragen:

Wenn ich dich richtig verstanden habe schwebt dir ein eher "klassisches" System vor mit Fertigkeiten, die Zahlenwerte besitzen und auf die geprobt werden kann, einem Spielleiter (Dungeonmaster, Meister...), einem Protagonisten pro Spieler und alles was sonst noch dazugehört?

Wo liegt der Fokus bei deinem Spiel? Was ist dir wichtig? Also ein ganz grobes (und ruhig auch abstraktes) Konzept oder eine Absichtserklärung wäre hilfreich, bevor man zu den Mechaniken und Regeln kommen kann.

Lieben Gruß

Holothuroid:
Kannst du mal ein Beispiel geben, wo man so einen Archetypen-Wandel sieht? Vorzugsweise aus einem bekannten Beispiel der Hoch- und/oder Popkultur? Mir fällt da grad nicht so recht was ein.

Nørdmännchen:
Hi, danke für die rasche Rückmeldung...

@xergazz: Jupp, Du hast recht - ich tendiere nicht zu SL-freiem Spiel. Es ist allerdings nur eine erste Idee, da könnte sich noch was tun... tatsächlich wäre eine Art "Heldenreisen-Spielplan" eher ein Schritt in Richtung SL-Losigkeit. Im Sinne der Heldenreise läge der Fokus auf der Entwicklung des Helden in seiner Interaktion mit den anderen Archetypen. In diesem Zusammenhang fände ich es vor allem interessant, die Verschiedenheit in den archetypischen Funktionen zu beleuchten. Im Sinne eines One-Shots liegt der Fokus auf einer klaren Struktur die genügend Raum für vielseitige, abgeschlossene Stories liefert.

@1of3: Die Archetypen als Funktionen werden von Christopher Vogler in "Die Odyssee des Drehbuchschreibers" vorgeschlagen.
Mentor-Wechsel wie in Star Wars (Obi zu Yoda) sind vielleicht vom Tod der Charaktere motiviert aber existent. Eng gelesen ist Aragorn zunächst ein Schatten (die kurze Episode im Tänzelnden Pony) und dann ein Beschützer. Deutlicher ist Theoden zuerst ein Schwellenhüter, der dann zum Gefährten und schließlich zum Mentor (von Pippin EDIT: natürlich Merry :-[) wird. In Pulp-Fiction wechseln die Figuren (vor allem Vince) öfter ihre Funktion. Der Herold ist traditionell oft eine Funktion die als Zusatz an den Mentor geht. Da ich grade Sherlock Holmes 2 gesehen habe, werde ich das Gefühl nicht los, dass hier auch häufiger damit gespielt wird, was Holmes für Watson ist und umgekehrt.
Aber Du hast mit Deinem Zweifel insoweit recht, als dass viele Funktionen nur kurzzeitig eingenommen werden oder (insbesondere in engen Formaten wie dem Film) die Bindung Figur-Funktion oftmals statisch ausfällt. (Deswegen mein Ansatz mit der "Stabilität".) Als Einwand berechtigt und da es hier um die Kernidee geht, werde ich genau an dieser Stelle weiter denken, recherchieren und weitere (hoffentlich schön eindeutige) Beispiele suchen. Ich sag dann bescheid. ;)

Grüße,
Henning

Holothuroid:
Interessant. Sieht von Außen recht durchdacht aus.

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