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Darf ich bitten? - Eine Alternative zu Konfliktsystemen

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Gummibär:

--- Zitat ---Das bezweifle ich beides. Auch wenn der Typ nicht passt, bin ich sicher, das geübte VerführerInnen ihr Zielobjekt trotzdem verführen können.
--- Ende Zitat ---

Nicht jeder hat einen strikten Typ. Und wo der fehlt, geht das natürlich. Aber wo er da ist geht es nicht.

Es ist auch oftmals so, dass jemand einen favorisierten Typ hat, dass es aber auch noch einige Typen gibt, die noch in Frage kommen. Und dass es zuletzt noch einige Typen gibt, die nicht in Frage kommen. So müsste jemand des zweiten Typs seine Verführungskünste einsetzen, während der erste Typ vielleicht schon bei "hi, ficken?" akzeptiert wird und dem dritten Typ die besten Verführungskünste nicht weiterhelfen. Und ja, ich bin mir ganz sicher, dass weit über 50% der Menschen passenden Geschlechts in diesem Land trotzdem so überhaupt keine Chance bei mir haben. Da ekelt es mich nämlich. Bleiben also lediglich noch viele Millionen übrig. ;)


--- Zitat ---Und auch wenn jemand verführt werden will, kann es sein, dass der Funke einfach nicht überspringt.
--- Ende Zitat ---

Stimmt, aber das muss ja für mehrere Möglichkeiten, um Erfolg zu haben, gar nicht passieren. Verliebtheit muss ja nicht das Ziel einer Verführung sein und auch nicht Voraussetzung für das Ziel der Verführung.

Nørdmännchen:
Hallo,
ehrlich gesagt verstehe den Grund der (Wiederaufnahme der) Diskussion noch nicht so ganz.

@Gummibär: Mit Deiner Identifikation der Schwäche hast Du sicherlich recht, da sind ein Haufen von Löchern in diesem Modell. - Wie ich bereits sagte: Entwicklung eingestellt.

Die grundlegende These hinter dem Tanzsystem ist: es gibt Situationen in denen es nicht nur darum geht, ob A nun B verändert oder ob B hingegen A verändert. Es gibt auch die Möglichkeit, dass beide eine gemeinsame Lösung (Copyright by A. Merkel) finden oder daran scheitern. (Dabei kann dennoch eine Seite federführend sein.) Mit anderen Worten: A und B arbeiten an einer Veränderung ihrer Beziehung zueinander. Ich persönlich glaube, dass dies beim Flirten durchaus häufig der Fall ist, das mag aber subjektive Wahrnehmung sein.

Unter diesem Vorzeichen:

--- Zitat von: Gummibär am 15.05.2012 | 17:33 ---Möglich ist hier aber Task Resolution: Jemand möchte verführt werden, aber er möchte umworben werden. Die Aufgabe gilt es zu erledigen. Hier könnte man Erfolge ansammeln (z.B. nWoD). Die Schwierigkeit der Aufgabe hängt aber nicht von den Werten des zu Verführenden ab, sondern davon, wie schwer es dieser machen möchte. Daher kommt Conflict Resolution nicht in Frage. Wenn er gutwillig ist, den guten Willen zählen lässt, auch wenn derjenige nicht gut im Umgang mit Worten ist, dann wird es leicht bzw. automatisch gelingen oder aber derjenige darf es beliebig lange versuchen. Letztlich muss eine Verführung ja auch nicht bedeuten, dass sich jemand verliebt.

--- Ende Zitat ---
Dies geht davon aus, dass es immer nur darum geht, B zu verändern. Unabhängig davon wie so ein "Werbetanz" in Wirklichkeit stattfindet (denn da haben wir mMn unterschiedliche Ansichten*), ist das also nicht die eigentliche Zielsetzung.

Es geht nicht darum eine Regelmechanik zu konstruieren, die möglichst genau der Realität entspricht. (Auch wenn die Grundidee darauf hinweist, dass die gängigen Regelmodelle nicht zur Repräsentation aller realen Situationen dienen können.) Es geht darum eine Methode zu bieten, die Schwierigkeiten sich aufeinander ein zu "grooven" für Charaktere zu verregeln. Verführung war ein Beispiel, dass mir immer noch passend erscheint. (Ich glaube z.B. auch, dass dies für SC-Bands eine taugliche Möglichkeit sein könnte, den Prozess des Übens** abzuwickeln.)
Ich verspreche mir ein anderes Spielgefühl, als mit den traditionellen Konfliktsystemen - ob dem wirklich so ist, kann ich persönlich erst nach entsprechenden Testspielen einschätzen. Vor allem wird sich auch erst dabei rausstellen, ob es das RSP in irgendeiner Form bereichert.

Oder beziehst Du Dich darauf, dass Du den Gedanken der "schwierigen Übereinkunft" für generell unsinnig (zumindest im RSP) hälst?


--- Zitat von: Gummibär am 18.05.2012 | 19:21 ---Stimmt, aber das muss ja für mehrere Möglichkeiten, um Erfolg zu haben, gar nicht passieren. Verliebtheit muss ja nicht das Ziel einer Verführung sein und auch nicht Voraussetzung für das Ziel der Verführung.

--- Ende Zitat ---

Imho meint ArneBab mit "Funke" nur genügend Anziehungskraft, um das Verhalten des Ziels zu beeinflussen. Er sprach nicht von verlieben. Dabei heißt "das Ziel beeinflussen" nicht, dass man von dem Vorgang nicht auch selbst beeinflusst wird.

*Das wäre eine andere Diskussion, von der ich nicht glaube, dass ich sie führen möchte.
**Ich weiß: wer übt kann nix. Aber "Probe" ist im RSP mißverständlich...

Grüße, Henning

Gummibär:

--- Zitat von: Nordmännchen ---Hallo,
ehrlich gesagt verstehe den Grund der (Wiederaufnahme der) Diskussion noch nicht so ganz.
--- Ende Zitat ---
Es sind mir zwei größere Schwächen an deinem Post aufgefallen, die so noch nicht aufgezeigt wurden. So sollte man ein Thema nicht stehen lassen. Die eine hast du ja schon bestätigt. Die andere:

Es handelt sich eben nicht um einen Konflikt, sondern um 1 oder 2 Aufgaben, bei denen man auch kooperieren kann. So können A&B daran arbeiten, dass A sich verliebt und auch daran, dass B sich verliebt. Also zwei Tasks mit unterstützenden Würfen.
Es kann natürlich auch sein, dass A möchte, dass A&B sich ineinander verlieben, während B nur möchte, dass A Drinks ausgibt/Geheimnisse ausplaudert/mit ihm ins Bett geht.

Wenn es ein unterschiedliches Verständnis des Werbetanzes gibt (und das gibt es, denn bei mir gibt es einfach keinen Werbetanz, ich arbeite nicht daran, dass der Funke zu mir überspringt, der springt nämlich einfach mal beim ersten Sehen über und DANACH geht das Flirten erst los), dann ist direkt klar, dass dieser so nicht abgebildet werden kann, weshalb Flirten als Beispiel dadurch erledigt ist.

Nørdmännchen:
Hidiho,

Erledigt wäre das Beispiel für den Fall, dass der Anspruch an ein Regelkonstrukt immer sein muss, innerhalb der Schnittmenge aller möglichen Wahrnehmungen dessen, was als realistisch gilt, zu agieren. Mein Anspruch ist das nicht.
Ein Beispiel kann mMn illustrieren; aber gegebenen Falls auch eingrenzen welche unterschiedliche Ansprüche an den SIS bestehen. In meinen Augen geht es nur um die Frage, ob die Spieler Verführungen in der Fiktion unter den gemachten Vorgaben akzeptieren wollen. Das konkrete Beispiel beschreibt: so würde ich gerne Verführungen im Rollenspiel darstellen können.
Mit einer subjektiven Anmerkung: "Diese Regel würdest Du nicht nutzen, da sie unter keinen Umständen in Deinen Vorstellungsraum passt," hätte ich durchaus kein Problem.

Anders herum betrachtet, entspringt der ganze Thread nur der empirischen Wahrnehmung: "Die Abbildung von Verführungen mittels Konfliktsystemen (übrigens nicht CR) verstösst mitunter gegen meinen Vorstellungsraum."
Rollenspiel-Regeln bieten mir Modelle, um eine fiktive Wirklichkeit zu konstituieren. Als solches finde ich die Möglichkeit des "Tanzes" reizvoll und (insbesondere) für Verführung anwendbar - Verführung ist sogar (nach wie vor) mein Hauptanliegen an dem Ansatz.

Es geht also darum, einen Ansatz zu diskutieren, der eventuell der Inspiration von Regelmechanik dient. Die Möglichkeit ein gegebenes Objekt aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Zusätzlich habe ich gesagt, in welchem Bereich ich diesen Ansatz ausprobieren möchte.
Dabei mag man feststellen, dass diese Perspektive einem anderen nicht zusagt. Die von Dir beschriebenen Methoden sind andere Perspektiven, die meines Erachtens im gleichen Maße Gültigkeit haben. (Ich vermute sogar, man könnte sie situationsabhängig mit dem gleichen Regelwerk bespielen, aber das ist eine andere Geschichte.) Ich glaube nicht an eine absolute und objektive Güte von RSP-Regeln (sondern nur an eine tendentielle und subjektive).

Es geht also nicht darum eine allgemeingültige These zu beweisen oder zu widerlegen. Es geht nicht um: so muss man "XY" sehen/machen/umsetzen.
Wenn Du keine allgemeingültige Aussage treffen wolltest, waren Deine Posts für mich mißverständlich formuliert. (Vielleicht geht Dir das mit dem Eingangspost genau so; ich hoffte eigentlich klar gemacht zu haben, dass ich von meiner Wahrnehmung spreche.)

Grüße, Henning

Gummibär:

--- Zitat ---Erledigt wäre das Beispiel für den Fall, dass der Anspruch an ein Regelkonstrukt immer sein muss, innerhalb der Schnittmenge aller möglichen Wahrnehmungen dessen, was als realistisch gilt, zu agieren. Mein Anspruch ist das nicht.
--- Ende Zitat ---

Das verstehe ich so, dass du nach einer subjektiv guten Regel suchst, aber nicht nach einer objektiv guten Regel. Ob eine Regel für dich aber subjektiv gut ist, kannst nur du selbst bewerten, dann weiß ich nicht, warum du das Thema diskutierst.

Eine Regel die Widerspruch erzeugt, ist in Bezug auf das kritisierte Kriterium schlecht. Personen, denen das kritisierte Kriterium unwichtig ist, können die Regel natürlich prima verwenden.

Ich jedenfalls würde in deinem Spiel hingehen und beim Flirten wie beschrieben vorgehen. Und wenn dein Spiel damit nicht umgehen kann, dann ist es halt meiner Meinung nach schlecht.


Würde übrigens vermuten, dass das Scheitern des Flirts bei 2 willigen Personen nach dem Tanzsystem ziemlich unmöglich ist, da diese ja entsprechende Vorstöße machen und akzeptieren können.


--- Zitat ---Mit einer subjektiven Anmerkung: "Diese Regel würdest Du nicht nutzen, da sie unter keinen Umständen in Deinen Vorstellungsraum passt," hätte ich durchaus kein Problem.
--- Ende Zitat ---

Und meiner Meinung nach ist eine Regel halt schlecht, wenn sie nicht in die Vorstellungsräume von manchen Spielern passt. Denn es ist dann eine Regel, die man nicht brauchen kann und eine Spielsituation, für die Regeln fehlen.

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