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Spieldesign (Weibliche Charaktere, Umgang mit Minderheiten / Rassismus)

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Bluerps:
@Nocturama: Ich bezog mich jetzt genau auf den Unterschied zwischen den üblichen Männer- und Frauenbildern, und auf die verbreitete negative Einstellung Frauen gegenüber, in der Gamer-Community.
Aber natürlich hast du trotzdem Recht. Männerbilder verdienen dieselbe Aufmerksamkeit wie Frauenbilder.


--- Zitat von: Nocturama am 13.07.2012 | 12:57 ---Entsprechend würde mich auch interessieren. Wie viele männliche Charaktere in Videospielen fallen euch ein, die nicht auf klassischen Männerklischees basieren (am typischsten der grimmige Macho-Held, aber das ewige Prinzessinenretten fällt auch drunter)?
--- Ende Zitat ---
Kratos!
Und Duke Nukem!
*nickt zufrieden*

Ne, das ist gar nicht so einfach, weil viele Spiele schlichtweg ein Spielprinzip haben, zu dem der grimmige Macho-Held gut passt. Was natürlich nicht heißt, das man ihn verwenden muss.

Ich tu mich gerade schwer, unter den Spielen die ich gespielt habe gute Beispiele zu finden, aber das hängt vermutlich auch mit meinem Sieb-Gedächtnis zu tun. Nach dem was ich gelesen habe, ist der Held von GTA IV aber ein positives Beispiel - der ist zwar ein harter Krimineller, der anderen Menschen Gewalt antut, der aber deswegen angewidert von sich selbst ist (zumindest in den Zwischensequenzen - ansonsten überfährt er 20 Passanten ohne mit der Wimper zu zucken). Oder die Hauptfigur des ganz neuen Spec Ops: The Line, der zwar ein US-Elite Soldat ist, aber das ganze Spiel über mit den Konsequenzen seiner Entscheidungen ringt (das Spiel ist ohnehin interessant - das ist im Grunde ein Anti-Kriegs Shooter).

Sheppard aus Mass Effect ist eine kuriose Figur, wenn ich so drüber nachdenke. Der Charakter funktioniert sowohl als Mann, als auch als Frau, obwohl beide Geschlechter fast den gleichen Dialog haben.

@Crimson King: Natürlich muss man letztendlich die Klischees und Rollenbilder beider Geschlechter anschaun, aber ich denke man kann trotzdem das Problem erstmal einseitig betrachten, einfach aus Gründen der Arbeitsteilung.


Bluerps

schwarzkaeppchen:
MMh, es ist übel aber mir fällt tatsächlich kein(!) Beispiel ein in dem ein männlicher Protagonist eines Spiels aus der klassischen Machokrieger-Rolle herausfällt. Selbst ein Guybrush Threepwood versucht sie zumindest zu erfüllen bzw fährt wieder auf der "muss-Prinzessin-retten" Schiene.

Die anderen zwei Beispiele die mir spontan einfallen die irgendwie Grauzone sind, sind ebenfalls Adventures. Faszinierend.

Das ein Charakter Gewissensbisse hat würde ich jetzt auch nicht als Versuch eine Figur jenseits von klassischen Rollenklischees zu etablieren verbuchen. Das ist eher "eine Figur die einfach halbwegs menschlich ist".

Spekulation: Ich glaube das Rollenmodelle in Computerspielen auch teilweise ein ökonomischer Teufelskreis sind. Die Leute arbeiten zielgruppenorientiert, imaginären ihre hauptsächliche Zielgruppe als vorrangig heterosexuelle, männliche Computeraffine - Nerds und schaffen Welten die darauf zugeschnitten sind, bzw Protagonisten mit denen sich diese Leute identifizieren können sollen, bzw die da vielleicht auch diverse Ohnmächte im realen Leben kompensieren. Damit das diese Bilder aber immer wieder gespiegelt werden, wird auch die dahingehende Erwartungshaltung wieder verstärkt bzw die Gruppe der Leute die genau diese Bilder verlangt gepusht...

Teylen:

--- Zitat von: schwarzkaeppchen am 14.07.2012 | 02:12 ---MMh, es ist übel aber mir fällt tatsächlich kein(!) Beispiel ein in dem ein männlicher Protagonist eines Spiels aus der klassischen Machokrieger-Rolle herausfällt.
--- Ende Zitat ---
Ansonsten von den Spielen die ich zuletzt spielte, bei Bioshock ist der Protagonist kein Macho und rettet keine Prinzessin.
Bei The Walking Dead war meine Spielfigur ein "guter" (ExMörder) Ersatz-Daddy der seine "adoptierte" (irgendwo gefundene) "Tochter" (wildfremde) versucht gut durch die Zombie-Apokalypse zu bringen.
Bei I am alive versucht man nur nach Hause zu kommen.
Alan Wake habe ich nun weder als Macho wahrgenommen noch versucht er eine Prinzessin zu retten (na gut seine Frau, aber eigentlich versucht er ja gegenüber Monstern etc. zu überleben und rauszufinden was geht). Er ist mehr die Hauptperson in einem entsprechenden Grusel roman.
Bei Mass Effect 1 & 2 kann man recht frei entscheiden wie Macho der Charakter nun sein darf.
Limbo ist irgendwie undefinierbar, also was man genau da macht.
Bei Harry Potter Lego blieb man weitesgehend nah an der Vorlage.
Bei Dead Space erfährt man recht wenig über den Charakter des Char.

Als Machohaft blieben mir da am ehesten noch Darksiders und Batman Arkam Asylum in Erinnerung. Jenachdem noch The Darkness.
Das letzte mal eine Prinzessin habe ich, iirc, in Prince of Persia (dem vorletzten Teil) gerettet und davor in Zelda.
Ansonsten gibt es in Saints Row II starke Macho Anteile, wobei ich mir nicht sicher bin ob ich das nun nicht als Frau durchspielte.
Die Figur im Paten nahm ich nicht so als Macho war.


Ansonsten finde ich es bestenfalls merkwürdig wenn man als Gegenthese so etwas aufstellt wie "Ja, aber zeigt mir mal ein Spiel wo der Protagonist keine Aufgabe hat!", dann alles was darunter fällt als Diskriminierung bezeichnet, und anschließend verlangt das diese Form der Diskriminierung doch gefälligst beseitigt werden muß bevor man sich der klar umrissenen Diskriminierung mit deutlich negativeren Folgen nährt.
Imho ist das wenig mehr als das Aufbauen von Strohpuppen um die bestehenden Diskriminierung zu rechtfertigen / weiter bestehen zu lassen.
[Auf einem der hier geposteten Links sollte es auch eine etwas ausführlichere und weniger emotionale Antwort geben wieso es beispielsweise den Beschdel-Test nicht auch für Männer gibt]

Nocturama:

--- Zitat von: Teylen am 14.07.2012 | 02:54 ---Ansonsten finde ich es bestenfalls merkwürdig wenn man als Gegenthese so etwas aufstellt wie "Ja, aber zeigt mir mal ein Spiel wo der Protagonist keine Aufgabe hat!", dann alles was darunter fällt als Diskriminierung bezeichnet, und anschließend verlangt das diese Form der Diskriminierung doch gefälligst beseitigt werden muß bevor man sich der klar umrissenen Diskriminierung mit deutlich negativeren Folgen nährt.
Imho ist das wenig mehr als das Aufbauen von Strohpuppen um die bestehenden Diskriminierung zu rechtfertigen / weiter bestehen zu lassen.
[Auf einem der hier geposteten Links sollte es auch eine etwas ausführlichere und weniger emotionale Antwort geben wieso es beispielsweise den Beschdel-Test nicht auch für Männer gibt]

--- Ende Zitat ---

Teylen, wenn das auf mich gemünzt war, hast du mich missverstanden. Es ging nicht darum, irgendwie eine „Diskriminierung“ gegenüber Männern aufzubauen. Es ging mir eigentlich gar nicht um Diskriminierung. Es ging um die Konstruktion von Geschlecht in der Gesellschaft, dass heißt, welche Bilder und Vorstellungen von Männlichkeit und Weiblichkeit zum Beispiel in den Medien transportiert werden und damit auch unsere Geschlechteridentität bilden.

Dabei halte ich es für einen Fehler, einfach nur ein Geschlechterbild zu untersuchen (das weibliche) und das andere als Norm zu sehen. Aussagen eines Mannes gegenüber einer Frau wie „Geh doch in die Küche, da ist dein Platz“ oder „Du musst mal ordentlich vergewaltigt werden, damit du vernünftig wirst“ (aus den Vorwürfen gegenüber Anita) zeigen nicht nur, welches Frauenbild diese Typen haben, sondern geschieht auch aus einem ganz bestimmten Selbstbild der eigenen männlichen Geschlechteridentität heraus.
Und die sollten meiner Meinung nach ebenfalls untersucht werden.

Dass tradierte Männerbilder meist auf Macht setzen und tradierte Frauenbilder meist auf Entmachtung, habe ich oben ja schon bemerkt. Das ist aber völlig unabhängig davon, dass man meiner Meinung nach beide Seiten untersuchen sollte.

8t88:
Eine Interessante Episode, zu einem Videospielcharakter, hinter dem vielleicht mehr steckt als man am Anfang sieht:

Gameoverthinker Analysiert: Bayonetta

Und, kein Scherz: Schaut es euch an! ist wirklich ernst gemeint, was ich sage.

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