Medien & Phantastik > Multimedia - Spiele
Spieldesign (Weibliche Charaktere, Umgang mit Minderheiten / Rassismus)
Slayn:
--- Zitat von: Teylen am 10.12.2013 | 12:03 ---Dem widersprechen Aussagen von Entwicklern bzw. Produzenten sowie Beobachtungen hinsichtlich der Spielerszene. Das heißt die Figuren werden schon als Idealvorstellung angenommen und sich darüber identifizieren. Auch in entsprechenden Filmen und anderen Erzählungen.
Die Frage ob ein Charakter der Protagonist ist, ist unabhängig davon ob der Protagonist als Identifikationsfigur bzw. Projektstionsfläche konzipiert wurde oder als Objekt.
Die These das es nur bei Silent Hill 2 der Fall ist erscheint mir abwegig und stark von persönlichem Geschmack geprägt.
--- Ende Zitat ---
Teylen, die "Prägung" kommt doch erst von anderen Medien. Kaum jemand spielt erst Konsole bevor er TV glotzt, oder?
Da gilt es halt zu betrachten, dass zum einem die "Akzeptanz" von solchen "Übermenschen" später natürlich da ist, Genre-Verknüpfung und so, dagegen die Verknüpfung "Ernsthaftes Thema - Richtige Menschen" ebenso überschwappt.
Es ist auffällig das bei "Ernsthaften Spielen" die Protagonisten und Spielfigur sehr häufig "normale Menschen" sind und gerade dadurch die Ernsthaftigkeit rüber kommt, Beispiele eben Silent Hill 2, Experiment 223, Geheimakte Tunguska, usw.
Wir haben hier eine analoge Entwicklung und natürlich folgen die Entwickler hier den vermeintlichen Wünschen des Kunden. Wenn der vermeintliche Kunde sich nur eine Art von "Übermensch" als passend für die Rolle vorstellen kann, siehe Prägung, dann wäre es auf den ersten Blick halt einfach "zu riskant" etwas anderes zu nehmen als das gewohnte.
Teylen:
Die Bewertung der Identifikationsfigur ist ein gänzlich anderes Thema ist als die Betrachtung des Sexismus.
Gerne wird es aber dennoch mit diesem auf eine Stufe gestellt wird um ihn zu relativieren sowie die Aussage zu treffen das der Sexismus auch auf männliche Charaktere zutrifft..
Bluerps:
--- Zitat von: EensZweeDrü am 10.12.2013 | 07:07 ---Nur weil Frauen (oder Männer) attraktiv dargestellt werden, ist das kein Sexismus.
--- Ende Zitat ---
Das ist richtig. Sexismus ist es, wenn die sexualisierte Darstellung (insbesondere ohne einen passenden Kontext, in dem es Sinn machen würde das der entsprechende Charakter knappe Kleidung trägt) die überwiegende Mehrheit darstellt. Es wäre kein Problem wenn unter der Masse der Spiele die herauskommt hier und da mal eines wäre, in dem der Kämpfer einen Vollplattenpanzer anhat, und die Kämpferin eine bauchfreie Plattentop/Plattenminirock-Kombination. Das Problem ist, das sowas die Regel darstellt.
--- Zitat von: Fantomas am 10.12.2013 | 10:10 ---Eventuell sollten sich jede/r Diskussionsteilnehmer/in erst einmal darüber klar werden, was er/sie überhaupt will.
--- Ende Zitat ---
Ich weiß nicht, ob ich mit dieser sehr breiten Aussage gemeint bin, aber was ich will ist sehr einfach: Das Männer und Frauen in Videospielen mit dem gleichen Respekt behandelt werden (an sich will ich Gleichheit, aber das ist ein komplizierter Begriff, und ich denke "Respekt" drückt auch aus was ich sagen will). Das heißt konkreter das grob die Hälfte aller Charaktere (insbesondere Hauptfiguren, aber auch Nebenfiguren) weiblich sein muss, das weibliche Charaktere die gleiche Bandbreite an Persönlichkeit und Charakterisierung kriegen wie männliche Charaktere, und das beide Geschlechter in gleichem Maße sexualisiert dargestellt werden. Das muss die Norm sein. Von der Norm kann man abweichen, aber nicht so oft, das es nicht mehr die Norm ist.
Ich denke auch das männliche Charaktere in Videospielen nicht immer ideal dargestellt werden. Insbesondere die meissten Shooter werden oft ausschließlich von Variationen desselben stereotypen Charakters bevölkert: ein Mann der nur schreiend und mit Kugeln kommunizieren kann, und der fünf Minuten nach dem Spiel vermutlich an Testosteron-Vergiftung stirbt. Das ist auch nicht gut - aber es gibt haufenweise männliche Charaktere in Videospielen die wesentlich besser sind als das, in einer großen Bandbreite an Variationen.
Bei der Sexualisierung der Charaktere ist es vage ähnlich. Auch Männer werden gelegentlich sexualisiert dargestellt, das ist richtig, aber nicht auf dieselbe Art wie Frauen. Es gibt z.B. kein Spiel in dem in einer Cutscene die Kamera standardmässig den Hintern eines männlichen Charakters einfängt, während das in Cutscenes mit weiblichen Charakteren normal ist. Es kommt auch sehr selten vor, das männliche Charaktere so dargestellt werden, wie der gute Lawrence Croft weiter oben. Ich hatte in meinem Post weiter oben zwei Beispiele für das was ich meine, aber da der (absichtlich) nicht besonders übersichtlich ist, hab ich sie hier (Vergleich zwischen männlichen und weiblichen Charakteren in Cutscenes in Starcraft 2) und hier (Vergleich des Charakterdesigns aller spielbaren Figuren in League of Legends daraufhin, ob sie freizügige ("revealing") Kleidung anhaben) nochmal rausgesucht.
Man könnte die Situationen so zusammenfassen, das sowohl Männer als auch Frauen nicht ideal dargestellt werden, aber das das Problem bei den Männern um Größenordnungen kleiner ist, als bei Frauen.
Ein weiterer Aspekt der Diskussion, der gerne ignoriert wird, ist das die Communities vieler Spiele, und die Spiele-Community an sich (zumindest insoweit sowas existiert, in Spiele-Foren und -Blogs, und den Kommentar-Abschnitten unter Artikeln auf Spiele-Webseiten) stark von Misogynie durchzogen sind. Das hat natürlich nicht direkt etwas mit dem Design der Spiele zu tun, aber das ist auch etwas das sich ändern muss.
Bluerps
6:
Wobei die Erweiterung der männlichen Bandbreiten momentan schwieriger sein dürfte, als bei den Frauen. Ich sehe nicht, dass es Spiele geben wird, bei dem man einen schwulen Hauptcharakter in einem "ernsten" Spiel spielen soll. Genausowenig kann ich mir vorstellen, dass z.B. bei Call of Duty ein ernstzunehmender Waffenmann mit seinem Teddy im Gepäck rumläuft.
Das nur als begleitende Anmerkung zu Deinem Text, der meiner Meinung nach das Thema relativ gut zusammenfasst.
Sashael:
--- Zitat von: Slayn am 10.12.2013 | 11:52 ---Silent Hill 2 war so ungefähr das einzige Spiel, wo mal Identifikation mit dem Protagonisten möglich war.
--- Ende Zitat ---
Also bei mir nicht. Während mir der inkompetente Dussel aus SH2 (so wirkte er halt auf mich) ziemlich am Boppes vorbeiging, habe ich im Gegensatz dazu mit dem Vater aus Heavy Rain in einem Maße mitgefiebert, wie ich es nicht für möglich gehalten hätte.
SH2 ist halt aus Asien und Heavy Rain aus dem westlichen Kulturkreis. Mit asiatisch designten (wie schreibt man das eigentlich?) Protagonisten konnte ich mich noch nie identifizieren. Solid Snake verliert bei mir auch ganz klar nach Punkten gegen Sam Fisher.
@Misogynie in der Community
Ich habe gottseidank noch nicht miterleben müssen, wie sowas so ausser Kontrolle geriet, aber wenn ich mir diverse Berichte anschaue, wie es in manchen Spielen zugeht, dann krieg ich echt das Schaudern. Woher kommt bei einigen Leuten so eine extreme Aversion gegen Frauen? wtf?
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