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[Ich erzähl euch von] Chronicles of Skin
Uebelator:
So, nun ist nach einigen Schwierigkeiten mit DHL und einer erneuten Versendung durch Sphärenmeister-Roland (danke nochmal!) tatsächlich "Chronicles of Skin" bei mir eingetrudelt. Ich wusste, es mischt Karten- und Erzählspiel und hab dabei irgendwie mit einem A4-Büchlein gerechnet. Das Spiel kommt allerdings in einer kleinen Schachtel daher, die eher an Magic-Boosterpacks erinnert.
Im ersten Moment war ich also etwas erstaunt über die geringe Größe des Produktes, aber das soll der Qualität des Spiels ja keinen Abbruch tun. Enthalten sind zwei Pakete Karten (hab die jetzt nicht durchgezählt), ein doppelseitig bedruckter Spielbogen (eine Seite blanko, eine Seite mit einem Beispiel fürs "Anfänger-Spiel") sowie ein Anleitungs-Heftchen, welches 2 Spielarten (eine für Anfänger und eine für Fortgeschrittene) enthält.
Bei Chronicles of Skin geht es im groben um 2 Kulturen, die Iho und die Croen, die unter einem König geeint leben. Als dieser König stirbt, entstehen Konflikte, die zum Bürgerkrieg werden, den am Ende vermutlich nur eine der Kulturen überleben wird.
Das klingt jetzt erstmal nach ziemlich vielen Vorgaben, aber die Art und Weise des Konfliktes, wie es dazu kommt, was mit dem König passiert ist und wie die Croen und die Iho sich überhaupt als Kultur definieren, das bestimmen die Spieler in jeder Runde selbst. Das heisst, dass die Iho z.B. in einer Runde mal ein kriegerisches Volk von menschenfressenden Barbaren sind und in der nächsten Runde sind sie zurückgezogen lebende Gelehrte mit religiösem Fanatismus.
Um die Völker auszugestalten ziehen die Spieler nach und nach Karten mit Symbolen drauf, interpretieren diese und ordnen sie einigen Aspekten zu (Belief, Rule, Aspect, etc.) (eine Schlange könnte z.B. für ein hinterhältiges, Intrigen-spinnendes Volk stehen.) Aus der Kombination mehrerer Symbole scribbelt man dann so eine Art Wappen für das Volk zusammen.
Desweiteren definiert man mit Hilfe der Karten mehrere Schauplätze, an denen die Geschichten stattfinden werden.
Ich werde jetzt nicht zu sehr auf die konkreten Regeln eingehen, denn die kann man bei Interesse auch kostenlos herunterladen:
Regel-PDF
Als Spieler übernimmt man im Grunde die Rolle von "Scribes", die den längst vergangenen Krieg der Croen und Iho untersuchen.
Man spielt dabei mehrere "Geschichten" aus unterschiedlichen Phasen dieses Krieges durch, bei denen sich durchaus auch die Charaktere unterscheiden können. (Man spielt also nciht wie im klassischen Rollenspiel nur einen Charakter, sondern betrachtet das Geschehen eher wie eine Art Regisseur.)
Nichtsdestotrotz zieht jeder Spieler eine Charakterkarte für den er dann quasi in dieser Geschichte die erzählerische Verantwortung übernimmt.
Im Anfänger-Modus ist jeder Spieler der Reihe nach dran und kann verschiedene Aktionen durchführen , die ihm unterschiedliche Erzählrechte bringen. Mit der "Puppet"-Aktion kann er beispielsweise bestimmen, dass der Charakter eines anderen Spielers irgendetwas bestimmtes tut (z.B. "Ich will, dass Dein Charakter, meinem Charakter die Treue schwört."). Und mit der "Event"-Aktion kann er bestimmen, dass die Umwelt auf bestimmte Weise reagiert (z.B. "Die Männer der Armee sollen mir zujubeln") Um seinen Willen zu bekommen, gibt es ein kleines Biet-System, bei dem man Tokens einsetzt und diese mit einem Wert auf gezogenen Karten addiert. Heisst: Wer sich häufig dem Willen der anderen Spieler verweigert, hat recht schnell keine Tokens mehr, um seine eigenen Ziele zu verfolgen.
Nachdem jeder Spieler zweimal dran war, endet diese Geschichte und die Tragödie nimmt ihren Lauf. Es gibt unweigerlich Tote und auch Charaktere können sterben.
Danach gehts mit der nächsten Geschichte im Krieg an einem anderen Ort weiter. Neue Charaktere können ins Spiel kommen und alte, überlebende Charaktere können evtl. weiter agieren.
Nach mehreren dieser Runden kann man schließlich ein Volk bestimmen, welches den Krieg gewinnt. Alle Spieler, die einen Charakter der Gewinnerseite kontrollieren, zählen ihre verbleibenden Tokens und wer am mesten hat, wird der "Grand Scribe" und hat das Spiel gewonnen.
Wobei ich mal behaupten würde, dass das Erzählen der Geschichte mehr Belohnung ist, als der letztendliche Sieg.
Eine Runde dauert je nach Modus zwischen 90 Minuten und 3 Stunden...
Das war jetzt die extreme Kurzfassung und ich hoffe, das ergibt irgendwie einen Sinn...
Ich kann nach einem ersten Durchlesen der Regeln nicht wirklich einschätzen, wieviel Spaß das Spiel macht und wie flüssig sich das Ganze spielt. Mein Eindruck ist bislang aber ein guter und ich finde gerade diese Mischung aus kompetetivem Kartenspiel und Erzählspiel sehr spannend und hoffe, dass ich bald mal die Gelegenheit haben werde Chronicles of Skin zu testen.
K3rb3r0s:
Das hört sich auf jeden Fall sehr spannend an.
Wenn du es gespielt hast dann würde ich gerne einen Kurzbericht dazu lesen ob es sich so gut spielt wie es sich hier liest.
Natürlich nur wenn es nicht zu viele Umstände macht.8)
Uebelator:
--- Zitat von: Akuso am 23.05.2012 | 17:16 ---Das hört sich auf jeden Fall sehr spannend an.
Wenn du es gespielt hast dann würde ich gerne einen Kurzbericht dazu lesen ob es sich so gut spielt wie es sich hier liest.
Natürlich nur wenn es nicht zu viele Umstände macht.8)
--- Ende Zitat ---
Das sollte machbar sein. ;) Weiss aber noch nicht, wann ich mal zum Spielen komme bzw. 2-3 Testspieler finde.
Jiba:
Danke! Das wird nicht nur gekauft, sondern garantiert auch im nächsten "Zunftblatt" von mir besprochen! (Ich will das spielen!) :d
asri:
Was ich mich frage: werden die Puppets und Events als Szenen abgehandelt, also ausgeschmückt und ausgespielt? Das liest sich in den Regeln so, als würde einfach nur der Fakt festgehalten, und weiter gehts, die nächste Person ist an der Reihe. Klingt sehr abgehackt, und ich bin mir nicht sicher, wie man das umgehen kann. Wird da stillschweigend scene framing und unbekümmertes freies Spiel vorausgesetzt, solange nicht die nächste Aktionskarte gezogen wird?
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