Pen & Paper - Spielsysteme > Weitere Pen & Paper Systeme
Wer spielt eigentlich [Mouse Guard]?
First Orko:
Ich konnte auf der letzten Nordcon nicht wiederstehen und habe die Deluxe-Edition rumliegen und schon zum Teil gelesen. Würde es total gern mal ausprobieren, aber mir geht es da ein bißchen wie Selfi: Ich habe das Gefühl, dass es ein bißchen... zu verregelt rüberkomt.
Also... nicht unbedingt zu viele Regeln aber zu "aufdringliche". Dadurch, dass man quasi gezwungen wird permanent seine Beliefs, Goals, Nature und dergleichen im Auge zu behalten (immerhin hängt ja die Steigerung davon ab... soweit ich mich grad richtig entsinne, müsste nochmal nachlesen wie genau das lief) wirkt das Ganze für mich sehr crunchig.
Auf der anderen Seite ist das Setting (insbesondere die Comicvorlage!) sehr atmosphärisch ausgelegt und ich habe ein bißchen die Befürchtung, dass dies durch die Regeln ein wenig verloren geht.
Umso mehr freut mich hier von Enkidi zu lesen, dass es wohl durchaus funktionieren kann. Meine Frage wäre: Wie sehr habt ihr euch beim Spiel an den Regeln orientiert, bzw davon "beeinflussen lassen"?
Praion:
--- Zitat von: Orko am 31.10.2012 | 11:55 ---Ich konnte auf der letzten Nordcon nicht wiederstehen und habe die Deluxe-Edition rumliegen und schon zum Teil gelesen. Würde es total gern mal ausprobieren, aber mir geht es da ein bißchen wie Selfi: Ich habe das Gefühl, dass es ein bißchen... zu verregelt rüberkomt.
Also... nicht unbedingt zu viele Regeln aber zu "aufdringliche". Dadurch, dass man quasi gezwungen wird permanent seine Beliefs, Goals, Nature und dergleichen im Auge zu behalten (immerhin hängt ja die Steigerung davon ab... soweit ich mich grad richtig entsinne, müsste nochmal nachlesen wie genau das lief) wirkt das Ganze für mich sehr crunchig.
Auf der anderen Seite ist das Setting (insbesondere die Comicvorlage!) sehr atmosphärisch ausgelegt und ich habe ein bißchen die Befürchtung, dass dies durch die Regeln ein wenig verloren geht.
Umso mehr freut mich hier von Enkidi zu lesen, dass es wohl durchaus funktionieren kann. Meine Frage wäre: Wie sehr habt ihr euch beim Spiel an den Regeln orientiert, bzw davon "beeinflussen lassen"?
--- Ende Zitat ---
Die Regeln unterstützen das Setting eigentlich sehr gut.
1. Du bist in der Mouse Guard und auf einer Mission. Du hast einfach mal keine Zeit nebenbei rumzugurken sondern du gehst da Raus und machst den Mist den die Wache dir aufträgt. Das ist der Spieleiterzug/Runde. Du hast wenig Wahl was dir passiert. Die Welt ist gemein und böse und der SL kann dir einfach entgegenschicken was er will.
Natürlich ist das Railraodig aber du kannst probleme meist auf mehrere Arten und Weisen angehen und außerdem BIST DU AUF EINER MISSION.
2. Selbst wenn du Zeit zum durchatmen hast, dann ist es nicht viel. Die Checks im Spielerzug/Runde begrenzen wie viel Dinge du vor der nächsten Mission machen kannst. Zeit ist ständig gegen dich und du musst dir schon genau überlegen ob ud jetzt gerne deine Eltern besuchst, einen neuen Bogen baust oder den Konflikt mit deinem Patroulienleiter ausdiskutierst.
3. Um an diese Checks zu kommen musst du die Traits deines Charackters zeigen, und zwar negativ. Du musst dich selbst behindern, durch beschreibung und mechanik.
Die Mäuse sind keine strahlenden Helden sondern haben ihre Macken und Fehler. Dadurch entsteht auch mehr Rollenspiel da alle Seiten deines Charakters gezeigt werden. Wenn sich Traits ändern dann merkt man das im Spiel. Wenn eine ängstliche Maus auf einmal Wütend wird und ihre Angst verliert dann wird das deutlich. Vor allem da der Spieler angehalten ist seine Angst auszuspielen. Du musst das nicht tun aber du wirst dafür belohnt. Ich war selber erstaunt wie stark eine einzelne Trait änderung Einfluss auf eine Maus hat.
4. Die Konflikte sind extrem cool da eigentlich IMMER viel auf dem Spiel steht. Wäre es nicht so, würde man das Konfliktsystem nicht auspacken. Wenn die Mäuse die Wiesel vertreiben wollen und die Wiesel die Mäuse dann geht es nicht in das Kampfsystem sondern in vergleichende Würfel. Wenn die Mäuse die Wiesel vertreiben wollen aber die Wiesel die Mäuse fangen und verschleppen DANN geht es in Konflikte. Selbst wenn man nur mit einem kleinen Kompromiss gewinnt hat man schon probleme. Beispielsweise könnte in dem Beispiel eine der Mäuse verschleppt werden und von den fliehenden Wieseln mitgenommen.
Dann hat man auch die Frage, gehe ich Cerbil retten oder bringe ich die Post nach Port Summac. Viel Spaß liebe Mäuse.
5. Teamwork ist super. Die Patrouillie arbeitet als Team, als eine Einheit. Die Teamworkregeln untersützen dass. Jeder Spieler ist immer am überlegen wie er mit seinen Fähigkeiten helfen kann und MUSS das auch ordentlich beschreiben, sonst gibts keine Extrawürfel. Dadurch wird im Spiel immer klar, dass man ein Team ist und zusammen arbeitet.
(6. Das Kampfsystem ist sehr narrativ in seiner Ausführung am Spieltisch da sehr viel beschrieben wird. Aktion+Hilfe+Wises)
(7. BIGs sind toll und helfen einem sehr zu Rollenspielen)
noch weitere Fragen dazu?
--- Zitat von: Sefli am 31.10.2012 | 11:15 ---Also gut, ich muss das spezifizieren.
Eigentlich klingt es reizvoll, eine Maus zu spielen, die sich gegen Füchse und anderes Gesindel behaupten muss!
Ich würde Mouse Guard gern ausprobieren.
Aber das Skript liest sich wie eine Programmiersprache und da ich die Regeln nicht kenne, klingt das ziemlich verschwurbelt. :)
--- Ende Zitat ---
Das stimmt mehr oder weniger. All die Beschreibung die am Spieltisch da mit eingeht fehlt aber. Im Grunde sind das ja einfach nur die Gefahren/Probleme die ich mir vorher raussuche und dann weiß welche Proben sie in etwa ablegen müssen.
Siehe dafür auch Punkt 1
Mouse Guard ist sehr leicht vorzubereiten als Spielleiter eben weil man nur wenig vorbereiten muss.
Jede Mission hat 2 "Probleme". Ein Problem kann mechanisch ein einzelner Test sein (Pathfinder Wurf um nach X zu kommen), eine Serie von Tests um ein Problem zu überkommen (Boatcrafter um über den See zu kommen, Circles um die gesuchte Maus zu finden und eine sozile Fähigkeit um sie zu überzeugen die Infos rauszurücken) oder ein Konflikt.
Jeder Test führt zu einem von 3 Ergebnissen.
Erfolg - ist klar
Twist - es gibt ein neues Problem das sich auftut (auf eurem Weg nach Wolfepointe kommt ihr vom Weg ab und kommt in eine gefährliche Dornenhecke)
Erfolg mit Condition - ein Zustand der einen mechanisch behindert (ihr schafft es rechtzeitig nach Stonepointe aber ihr seid Müde weil ihr ziemlich hetzen musstet und wenig zur ruhe kamt (an sich noch weiter beschrieben)
Dieses System führt dazu, dass es keinen Stop in der Handlung gibt und man immer vorwärts kommt. Die Mission kann erfüllt werden aber vielleicht sind alle Hungrig, Wütend und Krank.
Probleme kommen aus 4 Bereichen. Tiere, Mäuse, Wetter und Natur. Pro Mission nimmt man 1-2 davon und bereitet 1-2 als mögliche Twists vor.
Aus diesen Zutaten bastelt man sich dann seine Mission zusammen. Eigentlich sehr einfach aber es kann zu sehr coolen Ergebnissen führen.
First Orko:
--- Zitat von: Sonnenpirat am 31.10.2012 | 13:35 ---noch weitere Fragen dazu?
--- Ende Zitat ---
Nope erstmal nicht, vielen Dank dafür! :d Das motiviert mich jetzt doch wieder, mich mal wieder in die Regeln zu vergraben... mal sehen wann es denn was wird... die Zeit läuft nicht nur für Mäuse sondern auch gegen mich, sprich: Hab viel zu wenig davon derzeit :-\
Aber ich verspreche einen Bericht wenns denn soweit ist!
Praion:
--- Zitat von: Orko am 31.10.2012 | 14:28 ---Nope erstmal nicht, vielen Dank dafür! :d Das motiviert mich jetzt doch wieder, mich mal wieder in die Regeln zu vergraben... mal sehen wann es denn was wird... die Zeit läuft nicht nur für Mäuse sondern auch gegen mich, sprich: Hab viel zu wenig davon derzeit :-\
Aber ich verspreche einen Bericht wenns denn soweit ist!
--- Ende Zitat ---
Ich kann nur empfehlen eine der Missionen aus dem Buch zu spielen mit Leuten. Mit den vorgebenen PreGens.
Find the grain peddler <- ist dabei nicht so gut finde ich. Deliver the Mail kommt wesentlich besser nach meiner Erfahrung.
Wenn du das Bonusheft aus dem Boxset hast würde ich aber vlt. sogar zu Damn Beavers raten. So eine coole Mission ^^
Ich kann sonst auch meine PreGens und erste Mission die ich mit meiner MG Gruppe gespielt habe posten, die lief bei mir auch sehr gut.
Und ich würde Mouse Guard auch nicht nach seiner ersten Interaktion mit (traditionell geprägten) Rollenspielern bewerten. Man braucht ein wenig bis man sich dran gewöhnt hat. Ja, die Turn-Structure ist erstmal gewöhnungsbedürftig aber sie erfüllt ihren Zweck vollkommen wenn man weiß das es um die Dringlichkeit der Mission geht.
Man braucht als Spieler ein wenig Zeit bis man sich an das System gewöhnt hat aber dann singt es wirklich nach meiner Erfahung. Besonders mit Leuten die nicht irgendwie durch DSA/DnD/Shadowrun/WoD beeinflusst sind oder ganz neu zum Rollenspiel kommen. Diese haben nämlich einen klaren Anhaltspunkt erstmal an den sie sich halten können und erleben "absolute" Freiheit im Rollenspiel im Spielerzug. Gleichzeitig haben sie da aber genug Zeug zu tun (Mission fertig machen/Conditons loswerden/Ziele erreichen) als das es Entscheidungsparalyse gibt. Aber bis sie wirklich gechekt haben, dass sie ihre Traits gegen sich nutzen MÜSSEN um an Checks zu kommen dauert es 1-3 Sessions. Die muss man den Leuten dann auch geben.
Enkidi Li Halan (N.A.):
--- Zitat von: Orko am 31.10.2012 | 11:55 ---Umso mehr freut mich hier von Enkidi zu lesen, dass es wohl durchaus funktionieren kann. Meine Frage wäre: Wie sehr habt ihr euch beim Spiel an den Regeln orientiert, bzw davon "beeinflussen lassen"?
--- Ende Zitat ---
Also wir haben das Setting damals ziemlich Freeform bespielt, mit Pool wenn ich mich nicht täusche. Das hat prima funktioniert. Als dann das Regelwerk erschien, war ich davon total abgeschreckt. Viel zu regellastig, viel zu kompliziert, viel zu verkopft. Ich würde das Setting jederzeit wieder bespielen, aber dann mit Sicherheit mit Fate.
Navigation
[0] Themen-Index
[#] Nächste Seite
[*] Vorherige Sete
Zur normalen Ansicht wechseln